Formel 1 Baku
Flavio Briatore ist verwirrt: Warum wurde Colapinto bestraft - aber Lindblad nicht?
Alpine-Berater Flavio Briatore kann nicht nachvollziehen, wieso für das Chaos in Baku nur Franco Colapinto bestraft wurde
Alexis Hoffmann
Bearbeitet: 03.10.2026, 09:56
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Flavio Briatore ist vom Ergebnis der Rennkommissare nicht begeistert
Foto: Sutton Images
Aufgrund seines Malheurs in Aserbaidschan muss Franco Colapinto beim Großen Preis von Bahrain in Sepang mit einer Startplatzstrafe ins Rennen gehen. Doch während Alpine-Berater Flavio Briatore die Strafe für seinen Piloten durchaus nachvollziehen kann, fehlt ihm seitens der Rennkommissare die Konstanz.
"Ich verstehe nicht", so Briatore, "wieso die Racing Bulls nicht bestraft wurden, denn [Arvid] Lindblad hat genau dasselbe mit [Liam] Lawson gemacht. Wieso werden wir bestraft, aber Lindblad nicht?"
Was ist beim Re-Start in Baku passiert?
In Baku wurde aufgrund eines Unfalls von Alexander Albon das Safety-Car auf die Strecke gerufen. Der darauffolgende Re-Start sorgte unter anderem für die von Colapinto verursachte Kollision, bei welcher sich der Alpine-Pilot enorm verschätzt und nicht zuletzt seinen Teamkollegen Pierre Gasly aus dem Rennen genommen hat. Später hagelte es unter anderem von Weltmeister Lando Norris viel Kritik.
Weiter hinten im Feld kollidierte Lindblad mit seinem Teamkollegen Lawson beim Versuch, diesen im Startgetümmel auf der Innenbahn zu überholen. Jedoch konnten beide Piloten das Rennen fortsetzen.
Am Ende gelang es dem Rookie sogar, WM-Punkte für Racing Bulls einzufahren. Lawson hingegen hatte mit einem stark beschädigten Unterboden zu kämpfen und kam als Zwölfter ins Ziel.
Beide Vorfälle wurden von den Rennkommissaren vor Ort untersucht. Colapinto erhielt eine Zeitstrafe von 10 Sekunden, die allerdings aufgrund seines Ausfalls in eine Startplatzstrafe für das folgende Rennen umgewandelt wurde. Deshalb muss der 23-Jährige beim Grand Prix von Bahrain fünf Startplätze nach hinten. Lindblad hingegen kam ohne Strafe davon.
Wieso wurde Colapinto bestraft - aber Lindblad nicht?
In der Urteilsbegründung der FIA heißt es, Colapinto habe beim Re-Start zu spät gebremst und sei im Anlauf auf Kurve 1 schlichtweg zu schnell gewesen. Unkontrolliert schoss der Alpine am Bremspunkt der Kurve vorbei und kostete damit nicht nur sich selbst und seinem Teamkollegen, sondern auch Norris die Chance auf Punkte.
"Die Rennkommissare kamen zu dem Schluss, dass [Colapinto] für die Kollision gänzlich oder hauptsächlich verantwortlich war", so ein Zitat aus der Urteilsbegründung. Die Zeitstrafe von 10 Sekunden ist dabei die Standardstrafe für das Verursachen einer Kollision.
Eben dieser Tatbestand des hauptsächlichen Verursachens einer Kollision trifft laut den Rennkommissaren nicht auf Lindblad zu. Der Grund dafür liegt ironischerweise im von Colapinto ausgelösten Chaos.
Lindblad und Lawson lagen beim Re-Start hinter den Alpines und Norris. Folglich erklärt man seitens der Rennkommissare, dass Colapinto mit seinem Blockieren der Bremsen hinter sich eine dementsprechende Kettenreaktion ausgelöst hat. Zu diesen zählt auch der Racing-Bulls-Pilot Lindblad.
Dem Rookie kam zudem zugute, dass er, so die Urteilsbegründung, zu diesem Zeitpunkt zwischen zwei Autos steckte. Auf der Außenbahn fuhr Teamkollege Lawson, auf der Außenbahn Haas-Pilot Esteban Ocon.
Dementsprechend sind die Rennkommissare zu dem Schluss gekommen, dass die Kollision vor allem ein Resultat des mangelnden Raums zwischen den drei Fahrzeugen war und nicht ein spezifischer Fehler von Lindblad. Ein Urteil, das nicht nur bei Briatore für Kopfschütteln gesorgt hat.
"Ich verstehe es nicht", so Lawson direkt nach dem Rennen. Auch in Malaysia hält sich das Verständnis des Racing-Bulls-Piloten in Grenzen: "Ich habe absolut keine Ahnung, warum das keine Strafe war."
"Deshalb dachte ich im ersten Moment: 'Oh, vielleicht war es gar nicht so schlimm, da es keine Strafe gab.' Und als ich mir den Zwischenfall danach noch einmal angeschaut habe, war ich ziemlich verwirrt."
Trotz des Ärgers hat man bei Alpine den Fehler des eigenen Fahrers abgehackt. "Ich war verärgert - ja, wie wohl jeder im Team, einschließlich Franco -, wegen des Fehlers, den er gemacht hat", so Briatore am Freitag in Sepang. "Aber das ist Vergangenheit. Was können wir schon tun? Was auch immer wir getan haben, es lässt sich nicht mehr rückgängig machen."
Des Weiteren befindet sich Alpine in der Konstrukteurs-WM in einem direkten Duell mit dem Rennstall aus Faenza. So liegt das in Enstone beheimatete Team auf Platz 6 mit nur 15 Punkten Rückstand auf Racing Bulls.
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