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Für Flavio Briatore war klar, dass er nur zu Alpine zurückkehren würde, wenn man die eigene Motorenabteilung zugunsten eines Mercedes-Antriebs schließt

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Flavio Briatore hat wenig Vertrauen in seine eigenen Mitarbeiter

Foto: Getty Getty

In dem Moment, in dem Flavio Briatore ab 2024 wieder eine Rolle bei Alpine spielte, war das Aus für das Motorenwerk in Viry-Chatillon besiegelt. Denn wie der Italiener verrät, wäre er ohne Wechsel zu Kundenaggregaten von Mercedes nicht zum Team zurückgekehrt: "Die einzige Bedingung für mich, dem Team beizutreten, war ein Mercedes-Motor", sagt er.

"Es gab keinen Plan B, es gab nur diesen einen Plan. Ich wollte unbedingt einen Mercedes-Motor. Das war der einzige Weg für eine Rückkehr", so Briatore. Denn: "In so einem Moment musst du mit den besten Leuten zusammenarbeiten." Und das scheinen für ihn nicht die Mitarbeiter von Renault zu sein.

Vertrauen hatte der Italiener in seine Mitarbeiter nach den vergangenen Jahren anscheinend nicht, sodass Renault sein Motorenprogramm für 2026 trotz langer Vorentwicklung streichen musste.

2025 mit Absicht "Scheiße gefressen"

Für Briatore war der Motor in den vergangenen Jahren der große Schwachpunkt. "Selbst wenn wir das Auto von 2025 weiterentwickelt hätten, wären wir vielleicht am Ende Neunter geworden, weil wir drei bis vier Zehntel Rückstand durch den Motor hatten."

"Bei jedem Rennen fragte ich: Dieses Rennen? Vier Zehntel. Dieses Rennen? 3,5 Zehntel. Dieses Rennen? Fünf Zehntel. Und letztes Jahr lagen innerhalb von drei Zehnteln 14 Autos." Für Briatore ein untragbarer Zustand.

"Anstatt also anzufangen, das 2025er Auto zu verbessern - der Motor wäre sowieso derselbe geblieben -, dachte ich: Vergesst es einfach. Lasst uns jedes Rennen Scheiße fressen."

Die Konsequenz war der klare letzte Platz in der Konstrukteurswertung, fast 50 Punkte hinter dem Vorletzten Sauber. "Manchmal war es ein bisschen zu viel [Scheiße]", muss er zugeben. "Aber wir haben die Entwicklung für 2025 gestoppt und alles in 2026 gesteckt."

Motor keine Ausrede mehr

"Im Grunde hatten wir das 2026er-Auto am 1. oder 2. Januar [2025] im Windkanal. Wir haben das Modell nie herausgenommen. Wir haben also mindestens drei bis vier Monate Vorsprung gegenüber allen anderen. Und jetzt haben wir die Power", betont er.

"Wenn ich jetzt zu den Rennen komme, werde ich zumindest nicht mehr fragen, wie viele Zehntel wir im Nachteil sind. Niemand spricht mehr über den Motor. Niemand spricht mehr über das Getriebe", sagt Briatore, der auch mit keinem anderen Hersteller außer Mercedes für eine Zusammenarbeit sprechen wollte.

"Ich will die Diskussion mit den Besten führen. Am Zweitbesten habe ich kein Interesse", winkt er ab.

Der Motor ist für ihn nun keine Ausrede mehr, sollten die Ergebnisse ausbleiben. "Jetzt liegt es an unserem Engineering; wir müssen uns zusammenreißen, um die Aerodynamik an das Auto zu bringen, und danach sind die Fahrer dran", stellt der Italiener klar und sieht sich natürlich auch selbst in der Pflicht.

Sollte Alpine wieder hinterherfahren, dann hätte er einen schlechten Job gemacht. Doch was wäre ein guter? Diesbezüglich hält er die Erwartungen erstaunlich niedrig. "Ein guter Job bedeutet, jedes Rennen darum zu kämpfen, in den Punkten zu sein, in jedem Rennen unter den ersten sechs, sieben zu landen." Und wenn bei anderen etwas schiefgeht, dann vielleicht noch etwas höher.

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