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Florian König über "Schumi-TV" bei RTL: "Würden es heute anders machen"

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Florian König über "Schumi-TV" bei RTL: "Würden es heute anders machen"
Autor:
26.03.2020, 06:16

Interview im Podcast 'Starting Grid': So ehrlich geht Moderator Florian König mit der Kritik vieler Fans an der Formel-1-Berichterstattung bei RTL um

Seit Juli 1991 ist der Kölner Privatsender RTL eine feste Institution als deutscher Free-TV-Anbieter der Live-Rennen der Formel 1. RTL hat viele Fans jahrzehntelang durch verschiedene Epochen begleitet: Erst war da Michael Schumacher, mit den goldenen Ferrari-Jahren, dann kamen die vier Titel von Sebastian Vettel - und zuletzt auch noch jener von Nico Rosberg.

Gemeinsam mit RTL wurde auch Moderator Florian König zu einem Fixstern am Himmel vieler deutscher Formel-1-Fans. Im Formel-1-Podcast 'Starting Grid' haben die Hosts Kevin Scheuren und Ole Waschkau König jetzt zu einem faszinierenden Blick hinter die Kulissen der Grand-Prix-Übertragungen auf RTL eingeladen, über eine Interview-Dauer von fast zwei Stunden.

Der Podcast, eine Koproduktion von meinsportpodcast.de und motorsport.com, konfrontiert König auch mit einer Kritik, die in der Community immer wieder geäußert und heiß diskutiert wird, zu der RTL aber selten öffentlich Position bezogen hat. König scheut sich in 'Starting Grid' nicht, auch diese heiße Kartoffel anzufassen und ehrlich damit umzugehen.

"In der Rückschau, wenn ich das sagen darf, haben wir uns damals natürlich wahnsinnig auf Michael kapriziert", entgegnet er auf die Kritik, RTL habe viele Jahre lang "Schumacher-TV" gemacht und dabei manchmal die journalistische Objektivität zu weit beiseitegelegt.

Schumacher-Ära bei RTL: Das waren goldene Jahre ...

"Das war aber damals auch der Mainstream, der Wunsch der Zuschauer, glaube ich. Alleine schon die Einschaltquoten damals! In der Saison 2000 oder 2001 hatten wir von den Einschaltquoten her über zehn Millionen [Zuschauer] im Schnitt. Mit allen Nachtrennen, und so weiter", erklärt König.

"Die haben natürlich geguckt wegen Michael. Alle 14 Tage gibt's die deutsche Hymne, und unser Michael, der fährt am besten. Und so weiter. Darauf hat man sich gefreut." RTL habe auf dieser Welle gesurft - oder, wie König es ausdrückt: "Wir haben dem Affen Zucker gegeben."

 

"In der Rückschau waren wir thematisch damals viel zu spitz eigentlich", gibt er zu. "Wir haben zu wenig über die anderen, zu wenig vielleicht auch fair über seine Konkurrenz berichtet. Das muss ich schon sagen. Das hat sich über die Jahre alles geändert."

"Ich habe aber gar nix zu bedauern. Das war so, und das war auch für damals richtig aus meiner Sicht. Wir haben es damals auch nicht besser gewusst, und waren vielleicht auch selber so berauscht von diesen Schumacher-Erfolgen, damit einhergehend von unseren Quotenerfolgen, dass wir das nicht hinterfragt haben. Gar keine Frage."

"Ich denke, wir würden es heute vielleicht ein bisschen anders machen. Aber damals war das richtig", meint der Moderator - und macht den Sinneswandel an einem Beispiel fest: "Ich habe heute viel mit Damon Hill zu tun, der Kollege ist beim englischen Pay-TV Sky, mit dem ich mich supergut verstehe. Wir gehen ab und zu mal Golf spielen."

König bedauert: Damon Hill eigentlich ein netter Kerl

"Natürlich war Damon Hill der Gegenspieler, der Böse. Das war das Narrativ damals in der Zeit, in den Benetton-Jahren. Der ist alles andere als das. Das ist ein feiner Kerl, ein nachdenklicher Mensch. Da haben wir schon sehr schwarz-weiß berichtet", so König.

Aber: "Das war damals glaube ich auch die Sicht der Dinge. Die Menschen in Deutschland haben das glaube ich auch so nachgefragt. Es ist ja immer die Frage: Bedient man was, was da ist, oder kreiert man irgendeine Stimmung? Ich glaube, das hat sich gegenseitig ein bisschen bedingt."

Das komplette Interview mit Florian König gibt's jetzt zum Nachhören im Radioplayer auf unserem Schwesterportal Motorsport-Total.com, via iTunes-Abo von 'Starting Grid' (demnächst zu Gast: Mario Theissen) oder bei unserem Kooperationspartner meinsportpodcast.de.

Apropos Podcast: König ist inzwischen freiberuflich und nicht mehr festangestellt für RTL tätig - und betreibt "nebenbei" mit "Königspartie" seinen eigenen Podcast mit Interviewgästen aus der Welt des Sports.

Mit Bildmaterial von RTL.

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Tags Florian Konig
Urheber Christian Nimmervoll