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Ford-Comeback in der Formel 1: Überraschende E-Mail gab den Ausschlag

Red Bull und Ford arbeiten an ihrem Formel-1-Projekt für 2026 - Wie eine Verlegenheitsmail von Mark Rushbrook den Stein ins Rollen brachte

Ford-Comeback in der Formel 1: Überraschende E-Mail gab den Ausschlag

Ford hat enthüllt, dass der Auslöser für die Rückkehr in die Formel 1 mit Red Bull eine E-Mail war, die der Konzern aus heiterem Himmel an Teamchef Christian Horner schickte.

Auslöser war das Scheitern der Gespräche zwischen Red Bull und Porsche im Sommer 2022. Genau zu diesem Zeitpunkt dachte Ford über eine Rückkehr in die Formel 1 nach - angelockt von der boomenden Popularität des Grand-Prix-Sports und dem attraktiven technischen Reglement für 2026.

Angesichts der Investitionen, die für den Aufbau einer eigenen Antriebseinheit oder gar den Kauf eines Teams nötig wären, dachte sich Ford-Motorsportchef Mark Rushbrook, dass es nicht schaden könnte, einmal bei Red Bull anzufragen. Wäre es möglich, nach dem Porsche-Aus ins Geschäft zu kommen?

 

Nachdem er Horners E-Mail-Adresse ausfindig gemacht hatte, war es diese Anfrage, die den Stein ins Rollen brachte und zur aktuellen Partnerschaft führte, die ab 2026 auch auf der Rennstrecke zu sehen sein wird. Rushbrook sprach diese Woche in der Red-Bull-Fabrik in Milton Keynes über den Stand des Projekts und enthüllte die kuriosen Umstände, unter denen die Gespräche zustande kamen.

"Wir waren uns sicher, dass wir diesen Weg gehen wollten. Die Formel 1 ist genau das Richtige für uns, aber wie sollten wir einsteigen? Wir haben mit verschiedenen Teams gesprochen und darüber nachgedacht, ein eigenes Motorenprogramm auf die Beine zu stellen."

"Als uns klar wurde, dass es mit Porsche und Red Bull nicht klappen würde, habe ich mir Christians E-Mail-Adresse besorgt, ihm eine E-Mail geschickt und gesagt: 'Hey, willst du reden?' Ich setzte mich in ein Flugzeug nach Milton Keynes."

"Nach etwa 20 Minuten Gespräch hatte ich das Gefühl: 'Okay, hier ist die Basis für eine Partnerschaft, die funktionieren wird.' Ich verließ das Treffen und rief Jim Farley [den Vorstandsvorsitzenden von Ford] an, und von da an ging alles sehr schnell."

Mit Perez-Kappe in die Elefantenrunde

Auch Christian Horner äußert sich zum Zustandekommen der Partnerschaft. Er sagt, dass die E-Mail von Rushbrook genau zum richtigen Zeitpunkt kam, denn Red Bull war zu diesem Zeitpunkt der Meinung, dass es eine Beteiligung des Herstellers an seinem Motorenprojekt brauchte, aber nur zu den richtigen Bedingungen. Denn man wollte die Kontrolle behalten.

"Wir haben einen Prozess durchlaufen, bei dem wir zu dem Schluss gekommen sind, dass es für uns strategisch viel besser ist, mit einem Hersteller zusammenzuarbeiten, weil wir als unabhängiger Hersteller nicht die Vorteile haben, die Ferrari oder Mercedes oder, nachdem sie ihre Meinung geändert haben, Honda aus technischer Sicht haben."

"Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass ein Eigentümerwechsel [wie ihn Porsche anstrebte] nicht der richtige Weg für das Team ist. Dann habe ich mich mit Mark zusammengesetzt und er hat gesagt, dass Ford über eine Rückkehr in die Formel 1 nachdenkt. Und dann hieß es plötzlich: 'Hey, wir machen das! Das ist unser Plan.' Das ging wirklich schnell."

Horner erzählt auch eine nette Anekdote über die weiteren Gespräche, unter anderem mit den Konzernchefs: "Wir waren auf dem Weg nach Brasilien zu einem Meeting in Dearborn und trafen Mark [Rushbrook], Bill Ford und Jim [Farley]. Ich dachte, wir sehen gut aus, und dann kam mit einer Sergio-Perez-Mütze zu dem Treffen!"

"Man spürte die Begeisterung, wirkliche Begeisterung von der Spitze des Unternehmens, von Bill Ford, der so begeistert war, in die Formel 1 zurückzukehren, und von Jim, der selbst Rennfahrer ist. Sie sagten uns, dass sie uns nicht vorschreiben wollen, wie wir unser Geschäft zu führen haben, sondern dass sie eine echte Partnerschaft wollten. Von da an verliefen die Verhandlungen sehr unkompliziert."

So wurden die Verhandlungen innerhalb von zwölf Wochen abgeschlossen - eine andere Welt als die Porsche-Gespräche, die nach sechs Monaten scheiterten. Im Zuge der Partnerschaft mit Red Bull geht Ford in der Formel 1 neue Wege, nachdem man jahrzehntelang auf Cosworth als Partner gesetzt hatte.

Ein Modell für andere Hersteller?

Für Rushbrook passt dieser Ansatz besser zu den anderen Motorsportaktivitäten der Marke, unter anderem mit dem Mustang im GT- und Tourenwagenbereich. "Wir haben überlegt: Sollen wir ein Team kaufen? Ich denke, wir haben mit dem, was aus diesem Team [Red Bull] geworden ist, das früher Stewart und Jaguar hieß, gezeigt, dass das nicht unsere Kernkompetenz ist, oder?"

Die Anekdoten über den völlig planlosen Ford-Konzern, der zu Jaguar-Zeiten nicht so recht wusste, was er da eigentlich tat, sind bis heute legendär - durch nichts besser illustriert als durch die legendäre Frage "Wer ist eigentlich dieser Edmund Irvine, dem wir so viel Geld zahlen?" von William Clay Ford jun. in einer Vorstandssitzung.

"Ja, wir sind im Motorsport aktiv, aber wir besitzen oder leiten nirgendwo ein Team", sagt Rushbrook. "Wir arbeiten immer mit Partnern zusammen, sei es Dick Johnson Racing in Australien, Penske in der NASCAR, Bob Tasca in der NHRA [Dragster] oder M-Sport im Rallyesport."

Christian Horner

Christian Horner ist mit Ford am Ziel: Hersteller-Kooperation, trotzdem volle Kontrolle

Foto: Motorsport Images

"Die Möglichkeit, mit dem unserer Meinung nach besten Team in der Serie zusammenzuarbeiten und es auf die richtige Art und Weise zu ergänzen, ist für uns der richtige Weg."

Horner fügt bei Sky hinzu: "Sie haben uns nichts diktiert oder vorgeschrieben. Sie haben gesagt: 'Hier ist unser schöner Laden - unsere Einrichtungen, unsere Ressourcen - womit können wir euch helfen? Das war sehr vorteilhaft, vor allem als wir uns mit den Einrichtungen und Ressourcen vertraut machen wollten."

Die Zusammenarbeit zwischen Red Bull und Ford ist nun in vollem Gange. Beide Parteien sind bestrebt, die Stärken des jeweils anderen zu nutzen, um das Motorenprojekt für 2026 voranzutreiben. Horner glaubt, dass diese Art der Partnerschaft in der Formel 1 sogar Schule machen könnte.

"Ich denke, es ist ein großartiger Weg für Ford, sich zu engagieren, ohne die volle Verantwortung und Verpflichtung zu haben, Leistung zu erbringen", sagt er. "Es ist eine Partnerschaft, die das ergänzt, was wir tun, und ich denke, sie wird anderen Herstellern als Vorbild dienen, ähnliche Modelle in Erwägung zu ziehen."

"Ich denke, wir sehen bereits, dass Alpine in diese Richtung exploriert. Diese Dynamik könnte die Art und Weise verändern, wie Hersteller in den Sport einsteigen können - ohne die volle Last einer Motorenfabrik, eines Teams oder eigener Investitionen."

"Es ist aufregend, eine solch ikonische Marke wie das blaue Oval in die Formel 1 zurückzubringen."

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