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Formel 1 2018: McLaren MCL33

Formel 1 2018: McLaren stellt orangenen MCL33 vor - und ist zum Erfolg verdammt

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Formel 1 2018: McLaren stellt orangenen MCL33 vor - und ist zum Erfolg verdammt
Autor: Sven Haidinger
23.02.2018, 07:01

McLaren präsentiert den neuen MCL33, mit dem man 2018 an die Spitze der Formel 1 zurückkehren will: Warum der Wechsel zu Renault auch eine Schattenseite hat

McLaren MCL33
McLaren MCL33
McLaren MCL33
McLaren MCL33
Helm von Fernando Alonso, McLaren
Helm von Fernando Alonso, McLaren
Stoffel Vandoorne, Fernando Alonso, McLaren
Fernando Alonso, McLaren
McLaren signage
Stoffel Vandoorne, Fernando Alonso, McLaren

Im Windschatten der Topteams Mercedes und Ferrari hat nun auch das McLaren-Team seinen Boliden für die kommende Saison enthüllt (alle Präsentationen 2018 auf einen Blick). Und die Puristen dürfen sich freuen: Der MCL33 erstrahlt erstmals seit vielen Jahren wieder in Papaya-Orange, der Gründungsfarbe des Traditionsteams, deren Rückkehr sich viele Puristen schon lange wünschen.

Die Flügel und die Motorabdeckung sind blau lackiert. Das mag ungewöhnlich anmuten, doch bei den ersten McLaren-Boliden 1971 in der Formel 1 und in der CanAm-Serie waren die Flügel ebenfalls blau. Die Technikverantwortung für den MCL33, der am Freitag bei einem Filmtag in Navarra in Nordspanien bereits erste Kilometer abspulen soll, trägt Tim Goss, für die Aerodynamik zeichnet Ex-Red-Bull-Mann Peter Prodromou verantwortlich.

Unter dem Motto "back to the Roots" soll nach den leidigen drei Honda-Jahren die Rückkehr an die Spitze gelingen und eine neue Erfolgsära des Teams eingeleitet werden, das mit zwölf Fahrer- und acht Konstrukteurs-Titel, 155 Pole-Positions und 485 Podestplätzen nach wie vor auf Platz zwei der ewigen Bestenliste liegt.

Dafür soll dieses Jahr die Renault-Antriebseinheit sorgen, die sich Superstar Fernando Alonso nach seinem Krieg mit Honda so sehr gewünscht hat. Der Spanier hält McLaren auch 2018 die Treue, an seiner Seite bestreitet der immer stärker werdende Belgier Stoffel Vandoorne seine zweite Formel-1-Saison. "Ich werde dieses Jahr gewinnen", ist der 36-jährige Alonso, der dieses Jahr durch seine Toyota-Einsätze in der Langstrecken-WM und in Le Mans vor allem in der ersten Saisonhälfte unter enormer Doppelbelastung steht, überzeugt.

McLaren rechnet mit Podestplätzen

Der letzte Sieg des McLaren-Teams, das im Vorjahr nur auf den vorletzten Platz in der Konstrukteurs-WM kam, liegt fast sechs Jahre zurück. "Jetzt gibt es keine Ausreden mehr", weiß McLaren-Boss Zak Brown, der seit dem Rauswurf der Teamchef-Legende Ron Dennis die McLaren-Gruppe leitet.

Ein Video zeigt den MCL33 von allen Seiten

"Wir haben jetzt alles, was wir brauchen, um konkurrenzfähig zu sein, und hoffen auf Podestplätze. Der Titel wäre aber wohl noch verfrüht", gibt der US-amerikanische Marketingexperte, der sich nach der Paranoia der Dennis-Jahre um eine Öffnung des Teams bemüht, die Richtung vor.

"Unsere Rückkehr zu Papaya-Orange war nicht nur eine emotionale Entscheidung", erklärt Brown. "Es zeigt, dass wir auf unsere Fans hören und uns mit ihnen und mit der Formel-1-Community intensiver auseinandersetzen." Ein Schritt, der auch von McLaren-Miteigentümer Mansour Ojjeh unterstützt wird: "Diese Farbe unterstreicht den furchtlosen Spirit, mit dem wir in diese Saison gehen. Als Team waren wir immer dann am besten, wenn wir am mutigsten waren. Und das ist ein weiteres Beispiel dafür."

Eigenwillige Hinterradaufhängung

Eine interessante Aussage, denn auf den ersten Blick wirkt der MCL33 nicht besonders gewagt. Die Nase ist eine Spur breiter geworden, die Seitenkästen schlanker, aber die Windabweiser ähneln dem MCL32 stark. Wenn man genauer schaut, fällt aber das interessante Konzept der Hinterradaufhängung auf, die sehr hoch positioniert ist. Das erinnert an die Vorderradaufhängungen von Mercedes und Toro Rosso aus dem Vorjahr.

Das McLaren-Tagesgeschäft führt weiterhin Rennleiter Eric Boullier. Im Vorjahr konnte der sich noch an der schwachen Honda-Antriebseinheit abputzen, doch dieses Jahr muss man sich dem Vergleich mit der Siegertruppe von Red Bull und dem Renault-Werksteam stellen, die ebenfalls mit den französischen Antriebseinheiten fahren.

Da das Renault-Triebwerk eine ganz andere Architektur aufweist als der Honda-Motor, muss McLaren umdenken: Das Getriebe wurde neu konstruiert, auch die Kühleranordnung ist anders. Im ersten Jahr der Partnerschaft folgt man noch den Empfehlungen der Werkstruppe, um sich nicht zu verrennen.

Wechsel zu Renault sorgt für Budgetloch

Der Wechsel zu Renault hat aber auch eine Schattenseite. McLaren muss seit dieser Saison auf die rund 80 Millionen US-Dollar schwere Finanzspritze aus Tokio verzichten und für die französischen Antriebseinheiten, die rund 950 PS liefert und damit wohl weiterhin eine Spur hinter Ferrari und Mercedes liegt, selbst aufkommen.

Das reißt ein Loch in das Budget des Teams aus Woking, das trotz der Pleitenjahre nach wie vor wie ein Topteam geführt wird. Wenn es dieses Jahr erneut nicht gelingt, den Mitarbeitern etwas Hoffnung auf zukünftige Erfolge zu geben, droht der Exodus.

Denn finanziell gibt es weiterhin nur kleine Erfolge zu vermelden: Mit Airgain, CNBC, Dell Technologies, Kimoa und Petrobras hat man zwar einige neue Sponsoren an Bord, auf einen neuen Hauptsponsor wartet McLaren aber seit dem Ausstieg von Vodafone im Jahr 2013 vergeblich. Mitbesitzer Ojeh und die Bahrainische Staatsholding Mumtalakat müssen das Budgetloch ausgleichen.

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