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Formel 1 ab 2017 nur noch auf „Sparflamme“?

Schwerere und schnellere Autos, aber die gleiche limitierte Spritmenge ab 2017. Das kann nicht gutgehen, fürchtet Renault-Technikchef Nick Chester.

Petra Wiesmayer

Petra Wiesmayer

Bearbeitet: 29.02.2016, 15:10

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Lewis Hamilton, Mercedes AMG F1 W06, beim Start

FIA vor Tests mit geschlossenen Cockpits

Alfonso Celis Jr., Sahara Force India F1 VJM09 Development Driver

Nick Chester, Renault Sport F1 Team Chassis Technischer Direktor

Nick Chester, Renault Sport F1 Team Chassis Technischer Direktor

Felipe Nasr, Sauber C34

Kimi Räikkönen, Ferrari SF16-H

Nico Rosberg, Mercedes AMG F1 W07 Hybrid

Nico Rosberg, Mercedes AMG F1 W07 Hybrid

Kimi Raikkonen, Ferrari SF16-H

Jenson Button, McLaren MP4-31

Sebastian Vettel, Scuderia Ferrari

Die aktuellen V6-Turbo-Hybrid-Aggregate, die die Formel 1 seit 2014 im Einsatz hat, verbrauchen etwa 40 Prozent weniger Benzin als ihre V8-Vorgänger und die maximale Menge einer Tankfüllung für eine Renndistanz wurde auf 100 Kilogramm begrenzt.

Das reicht offenbar auch und bisher ist noch niemand der Sprit ausgegangen. Das neue technische Reglement für nächstes Jahr sieht für die Autos jedoch mehr Abtrieb und vor allem auch 20 Kilogramm mehr Gewicht vor.

Das könnte zum Problem werden und man sollte diese Begrenzung auf 100 Kilogramm vielleicht überdenken, denn die Teams haben schon ausgerechnet, dass die neuen Autos etwa zehn Prozent mehr Benzin verbrennen werden als die aktuellen. Das würde wiederum zur Folge haben, dass Benzinsparen zum großen Thema werden könnte.

Noch haben die Teamchefs den Änderungen im Reglement zwar nicht zugestimmt, Renault-Technikchef Nick Chester glaubt aber, dass Anpassungen sehr wichtig wären, um die Rennen spannend zu halten.

„Ich glaube, es wird ein Chaos“, sagte er Motorsport.com auf die Frage, was passieren würde, wenn das Limit von 100 Kilogramm bliebe.

„Beim letzten technischen Meeting haben wir dafür gestimmt, dass dieses Limit abgeschafft wird. Es gibt immer noch das Limit der Durchflussmenge, also bleibt die grüne Botschaft bestehen, dass die Autos nicht zu viel verbrennen dürfen.“

„Durch die Abschaffung des Limits einer Tankfüllung hätte das „Lift and Coast“ [Lupfen und Rollen] und das Benzinsparen ein Ende und das täte den Rennen sicher gut.“

„Wenn wir bei den 100 Kilo bleiben und die 2017er-Regeln einführen, wird es ständig um Benzinsparen gehen und ich glaube, dass es dann Beschwerden gibt.“

Wie die Autos 2017 aussehen werden, zeigt unsere Fotostrecke.

Mehr Vollgas

Da die Autos 2017 durch das geschlossene Cockpit „Halo“ schwerer sein werden und der Abtrieb erhöht werden soll, werden die Fahrer die Motoren vermutlich härter beanspruchen.

Chester sagt, dass Berechnungen bereits gezeigt hätten, dass der Benzinverbrauch um einiges höher sein werde.

„Die Teams sind sich einig, dass mit dem Reglement von 2017 der prozentuale Anteil an Vollgas-Passagen steigen wird“, sagte er. „Also wird mehr Benzin verbrannt.“

„[Mercedes] musste vergangenes Jahr nicht immer einhundert Kilogramm einfüllen. Alle könnten damit zurecht kommen, aber ich glaube, sogar sie müssten anfangen, Benzin zu sparen.“

30. April

Nach den letzten Treffen der Strategiegruppe in diesem Monat sieht es allerdings noch gar nicht danach aus, dass alle Teams dem Plan zustimmen werden.

Hersteller wie Honda und Renault, deren Benzinverbrauch etwas höher ist, sind ganz und gar für die Änderung, Mercedes würde der Konkurrenz dagegen nur sehr ungern die Freiheit zugestehen, endlos Sprit verbrennen zu dürfen.

Bis zum 30. April muss aber eine Entscheidung gefallen sein, in die eine oder andere Richtung.

Chester glaubt, dass die Leistungsdichte zwischen den einzelnen Motoren größer würde, wenn das Benzinlimit aufgehoben würde. Und das sei schließlich auch das Ziel, findet er.

Das Gespräch führte Jonathan Noble

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