Formel 1 ändert Reglement: Keine Pflicht-Stopps mehr in Monaco
Die Formel 1 streicht die Pflicht-Boxenstopps in Monaco nach massiver Kritik: Gleichzeitig ändert die FIA eine Regel für das Qualifying
Boxenstopp beim Formel-1-Rennen in Monaco
Foto: Sutton Images
Die Formel 1 verzichtet nach den Kontroversen des vergangenen Jahres künftig auf verpflichtende Boxenstopps für den Großen Preis von Monaco. Wie aus der neuesten Fassung des Sportlichen Reglements für 2026 hervorgeht, hat der Motorsport-Weltrat der FIA (WMSC) zudem eine Anpassung des Qualifying-Formats beschlossen.
Um das Überholproblem in den engen Straßen von Monte Carlo zu lösen, hatte die FIA im vergangenen Jahr die Nutzung von drei Reifensätzen vorgeschrieben. Dies sollte die Teams zu einer Zweistoppstrategie zwingen und für mehr Spannung sorgen. Der Schuss ging jedoch nach hinten los: Teams wie die Racing Bulls oder Williams nutzten die Regel für taktische Manöver, bei denen ein Fahrer das Feld massiv einbremste, um dem Teamkollegen ein Boxenstopp-Fenster zu öffnen.
Diese Taktik führte dazu, dass Piloten teilweise mehr als vier Sekunden pro Runde langsamer fuhren, als es das Auto zugelassen hätte. Williams-Teamchef James Vowles zeigte sich damals wenig begeistert von dieser Notwendigkeit. "Das war das unangenehmste Gefühl, das ich je hatte. Ich möchte da rausgehen und um Punkte kämpfen, die man sich verdient hat, anstatt das System manipulieren zu müssen, um sie zu erreichen", so Vowles.
Q3 künftig eine Minute länger
Obwohl die Regelung zunächst per E-Votum im Reglement für 2026 verankert worden war, ruderte der Verband nun zurück. Nikolas Tombazis, der Formelsport-Direktor der FIA, hatte bereits angedeutet, dass die Änderung nicht in Stein gemeißelt sei. In der aktuellsten Version des Regelwerks wurden die entsprechenden Passagen für Monaco nun ersatzlos gestrichen.
Neben der Entscheidung zum Monaco-Rennen gibt es eine formale Änderung am Qualifying-Modus. Die entscheidende Phase der letzten Zehn, das Q3, wird ab der Saison 2026 um eine Minute verlängert. Damit dauert der Kampf um die Poleposition künftig 13 statt bisher 12 Minuten.
Mit dem Einstieg von Cadillac als elftem Team im Starterfeld erhöht sich zudem die Anzahl der Fahrzeuge, die in Q1 und Q2 ausscheiden. Da das Feld auf 22 Autos anwächst, werden in den ersten beiden Abschnitten jeweils sechs statt fünf Fahrer eliminiert. Diese Anpassung war jedoch bereits als Standardprozedur im Reglement für größere Starterfelder vorgesehen und erforderte keine gesonderte Neufassung der Statuten.
Kühlwesten bleiben für Piloten optional
Eine weitere Kehrtwende vollzog die FIA bei den Maßnahmen gegen extreme Hitze. Nach dem belastenden Großen Preis von Katar 2023, bei dem viele Fahrer unter Symptomen von Hitzeschöpfung litten, sollten Kühlwesten für 2026 eigentlich zur Pflicht werden. Diese Pläne wurden nun verworfen.

Die Nutzung einer Kühlweste wird nicht zur Pflicht
Foto: AFP via Getty Images
Bereits im Vorjahr führte die FIA eine "Heat Hazard"-Warnung ein, die aktiviert wird, sobald die Temperaturen am Rennwochenende die Marke von 31 Grad Celsius überschreiten. In diesem Fall müssen alle Autos die notwendigen Komponenten für den Betrieb einer Kühlweste an Bord haben. Die Fahrer konnten sich bisher gegen das Tragen der sperrigen Westen entscheiden, mussten dann aber zusätzliches Ballastgewicht mitführen.
Die geplante allgemeine Tragepflicht stieß auf wenig Gegenliebe, da die Meinungen im Fahrerlager über die Wirksamkeit und den Komfort der Westen auseinander gingen. Die FIA entschied daher, die Freiwilligkeit beizubehalten. Im Regelwerk heißt es nun: "Es steht jedoch jedem Fahrer frei, keine Teile der persönlichen Ausrüstung zu tragen, die Teil des Kühlsystems für den Fahrer sind. In einem solchen Fall müssen alle anderen Komponenten des Kühlsystems, einschließlich etwaiger Kühlmedien, eingebaut sein."
Zusätzlich muss der Gewichtsunterschied zwischen der normalen Ausrüstung und den nicht getragenen Teilen des Kühlsystems durch 0,5 Kilogramm Ballast im Cockpit ausgeglichen werden. Dieser Ballast wird zur Gesamtmasse des Fahrzeugs hinzugezählt. Während das zusätzliche Gewichtslimit für Kühlsysteme in Rennen und Sprints bei fünf Kilogramm bleibt, wurde es für Qualifying-Sessions auf zwei Kilogramm gesenkt.
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