Eilmeldung

Formel 1

Formel-1-Alternative für Frauen soll kommen - und stößt auf Kritik

Ein britisches Unternehmen will ab 2019 eine eigene Rennserie für Frauen an den Start bringen, doch die Pläne stoßen bereits jetzt auf deutliche Kritik.

Norman Fischer

Veröffentlicht: 30.11.2017, 14:01

Link kopieren

Auf Facebook teilen

Auf Twitter teilen

Auf WhatsApp teilen

Auf Linkedin teilen

Auf Pinterest teilen

Auf Viber teilen

Als bevorzugte Quelle hinzufügen

Carmen Jorda, Entwicklungsfahrerin Lotus F1 Team

Noch im Oktober hatte die ehemalige Formel-1-Testfahrerin Carmen Jorda mit ihrem Vorschlag einer eigenen Frauen-Formel-1 für Aufregung unter ihren Kolleginnen gesorgt, doch laut einem Bericht der Nachrichtenagentur 'Press Association' soll 2019 genau diese kommen. Ein Unternehmen aus London plant demnach, in zwei Jahren eine eigene Rennserie für Rennfahrerinnen aufgebaut zu haben.

Die Pläne der SHE Championship - so der ursprünglich angedachte Name der Serie - sehen sechs Rennen vor, von denen fünf in Europa und eines in Amerika stattfinden sollen. Der Meisterin würde ein echter Formel-1-Test versprochen werden. Es heißt, dass viele bekannte Fahrerinnen bereits von den Organisatoren kontaktiert worden seien, allerdings herrscht noch große Skepsis, weil sich viele Frauen im nicht geschlechtergetrennten Motorsport beweisen wollen.

Was die Formel 1 angeht, herrschte in der Vergangenheit jedoch noch einiges an Nachholbedarf. Mit Maria Teresa de Filippis und Lella Lombardi nahmen in der 68-Jährigen Formel-1-Geschichte gerade einmal zwei Frauen an einem Grand-Prix-Rennen teil, andere versuchten vergeblich sich zu qualifizieren - zuletzt Giovanna Amati 1992. Mit Susie Wolff nahm eine Frau in jüngster Vergangenheit zumindest am Freitagstraining teil - allerdings beendete die Schottin ihre Karriere mittlerweile.

Toto Wolff: Frauenserie untergräbt Fahrerinnen

Aufgrund der schlechten Aussichten auf einen weiblichen Fahrer ließ sich die ehemalige Lotus-Entwicklungspilotin Carmen Jorda zuletzt zu Aussagen hinreißen, dass es eine eigene Frauen-Formel-1 braucht, damit Mädchen im Motorsport erfolgreich sein können. "Es ist nicht fair, mit Männern verglichen zu werden, weil wir niemals auf dem gleichen Niveau konkurrieren werden", hatte sie gemeint.

Damit zog sich die Spanierin jedoch den Zorn ihrer Kolleginnen auf sich. Diese wehrten sich vor allem in den Sozialen Netzwerken deutlich gegen die Aussagen Jordas, die in 44 GP3-Rennen übrigens keinen einzigen Punkt holte. Dementsprechend verhalten soll die Resonanz auf die mögliche Frauen-Formel-1 auch noch sein, weil sich die meisten Frauen gegen die Männer durchsetzen wollen.

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff - Ehemann von Ex-Pilotin Susie Wolff - hat sich britischen Medien gegenüber ebenfalls negativ zu einer Geschlechtertrennung geäußert: "Eine reine Frauen-Meisterschaft würde bedeuten, dass man aufgibt, dass Frauen in der Formel 1 auf hohem Level gegen Männer fahren können. Es untergräbt, wozu Frauen in der Lage sind", sagt der Österreicher, der der Meinung ist, dass es Frauen im Motorsport mit Männern aufnehmen können.

Pippa Mann: Frauenserie "lächerlich"

Das Problem sei derzeit einfach, dass prozentual zu wenige Frauen den Weg in den professionellen Motorsport finden, wodurch die Chance geringer ist, dass es eine ganz nach oben schafft. "Wir haben von Zeit zu Zeit starke Performances von Frauen gesehen, aber wir brauchen mehr von ihnen, dann werden wir auch Mädchen haben, die auf hohem Niveau fahren und konkurrenzfähig genug sind, um in der Formel 1 anzutreten", so Wolff.

Eine Fahrerin, die die geplante Meisterschaft ablehnt, ist Pippa Mann. Die Britin, die sich vor allem in der IndyCar-Serie einen Namen gemacht hat, bezeichnet die Pläne als "lächerlich" und hat keine Lust, dabei mitzumachen: "Ich kenne viele Fahrerinnen - einige von ihnen Rennsieger - in normalen, nicht getrennten Serien, die aufgrund von Budgetproblemen nicht mehr fahren können. Trotzdem denken die Leute, dass es die Antwort ist, Geld für eine Trennung auszugeben", schüttelt sie den Kopf.

Mann würde es lieber sehen, wenn die Organisatoren mit ihrem Geld weibliche Piloten unterstützen, damit sich diese eine Karriere im richtigen Motorsport aufbauen können. Ob die Frauen-Formel-1 am Ende wirklich kommen wird, bleibt abzuwarten. "Es wird einige Monate keine Verkündung geben, da wir eine Menge Forschung betreiben und unsere Strategie aufstellen", betont ein Sprecher laut 'Press Association'. "Etwas von Grund auf richtig aufzubauen, benötigt viel Zeit."

Wir wollen Deine Meinung!

Was würdest Du gerne auf Motorsport.com sehen?

An unserer 5-Minuten-Umfrage teilnehmen

- Das Motorsport.com-Team

Weiterlesen :

Diese Story teilen oder speichern

Link kopieren

Auf Facebook teilen

Auf Twitter teilen

Auf WhatsApp teilen

Auf Linkedin teilen

Auf Pinterest teilen

Auf Viber teilen

Vorheriger Artikel Pirelli rechnet vor: So schnell könnte die Formel 1 2018 werden

Nächster Artikel F1-Kolumne von Felipe Massa: Noch nicht das Karriereende!

Mehr von

Norman Fischer



Ralf Schumacher: Frank Williams war bei teaminternem Ärger "stinksauer"

Formel 1

Formel 1 2 h

Ralf Schumacher: Frank Williams war bei teaminternem Ärger "stinksauer"



Vor Ruanda: Auf diesen Strecken in Afrika fuhr die Formel 1 bereits

Formel 1

Formel 1 4 h

Vor Ruanda: Auf diesen Strecken in Afrika fuhr die Formel 1 bereits



Abgeschossen und ausgerollt: "Grauenvolles" Wochenende für Bortoleto

Formel 1

Formel 1

Singapur

2 T.

Abgeschossen und ausgerollt: "Grauenvolles" Wochenende für Bortoleto

Mehr von

Susie Wolff



Stolzer Papa: Sohn von Susie und Toto Wolff gewinnt ersten Karttitel

Formel 1

Formel 1 26 T.

Stolzer Papa: Sohn von Susie und Toto Wolff gewinnt ersten Karttitel



F1 Academy: Susie Wolff über den harten Kampf hinter den Kulissen

Formel 1

Formel 1 4 M.

F1 Academy: Susie Wolff über den harten Kampf hinter den Kulissen



Runterschalten vor dem Vollgas: Wolffs stilvolle Vorbereitung auf die Saison

Formel 1

Formel 1 9 M.

Runterschalten vor dem Vollgas: Wolffs stilvolle Vorbereitung auf die Saison

Aktuelle News



Infos WEC Barcelona 2026: Der komplette Zeitplan, Livestream, TV und Starterliste

WEC

WEC WEC

6h Barcelona

23 Min.

Infos WEC Barcelona 2026: Der komplette Zeitplan, Livestream, TV und Starterliste



Carlos Sainz schlägt Alarm: Formel 1 ist zur Dreiklassengesellschaft geworden

Formel 1

F1 Formel 1 30 Min.

Carlos Sainz schlägt Alarm: Formel 1 ist zur Dreiklassengesellschaft geworden



Katar-GP trotz Nahost-Konflikt? MotoGP-Fahrer sind gespalten

MotoGP

MGP MotoGP 1 h

Katar-GP trotz Nahost-Konflikt? MotoGP-Fahrer sind gespalten



Nach Tod von Mateschitz "ganz anders": Horner spricht über sein Red-Bull-Aus

Formel 1

F1 Formel 1 1 h

Nach Tod von Mateschitz "ganz anders": Horner spricht über sein Red-Bull-Aus

Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!

Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.

Du hast 2 Optionen:

Jetzt registrieren Schon registriert? Dann hier einloggen!

Adblocker deaktiviert?
Dann versuche es mit Seite neu laden

Benachrichtigungs-Einstellungen

Registrieren