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Formel-1-Analyse: Gewinner und Verlierer des Grand Prix von Japan

Kimi Antonelli führt überraschend die Formel-1-WM an und lässt sogar Teamkollege Russell hinter sich: Gleichzeitig geraten Ferrari und Red Bull zunehmend unter Druck

Formel-1-Analyse: Gewinner und Verlierer des Grand Prix von Japan

Kimi Antonelli führt die WM-Wertung nach seinem zweiten Sieg an

Foto: LAT Images

Gewinner: Kimi Antonelli

Nur wenige Beobachter hätten dagegen gewettet, dass ein Mercedes-Fahrer nach den ersten Saisonrennen die Tabelle anführt. Doch noch weniger hätten darauf gesetzt, dass Antonelli nach drei Rennwochenenden der Saison die klare Nummer eins bei den Silberpfeilen sein würde.

Natürlich begünstigten verschiedene Faktoren diesen Vorsprung gegenüber seinem Teamkollegen George Russell, doch den jungen Italiener wird das kaum kümmern. Er konzentriert sich auf das, was er kontrollieren kann: seine eigene Leistung. Diese war bisher exzellent, kontrolliert und zeugte von wachsender Reife.

Der jüngste WM-Führende der Geschichte zu sein, macht sich gut im Lebenslauf. Doch der jüngste Weltmeister zu werden, wäre noch besser. Es ist zwar noch früh in der Saison und Russells Erfahrung wird sich über das Jahr vermutlich auszahlen, doch es gibt immer weniger Argumente gegen einen Titelgewinn Antonellis.

Verlierer: George Russell

Russell hadert derzeit mit seinem Glück. Nachdem ihn ein technisches Problem in China die Poleposition kostete, setzte sich die Pechsträhne in Japan fort. Auf einen schwachen Start folgte das denkbar ungünstigste Timing einer Safety-Car-Phase. Das schenkte Antonelli einen günstigen Boxenstopp, unmittelbar nachdem Russell seinen regulären Service absolviert hatte.

"Im Rennsport läuft es manchmal für dich und manchmal gegen dich. Im Moment fühlt es sich so an, als ob an den letzten beiden Wochenenden jedes Problem auf meiner Seite auftritt und ich diesen Schmerz ertragen muss", erklärte der Brite sichtlich bedient.

Auch wenn er vor den Kameras versuchte, philosophisch zu bleiben, war ihm die Enttäuschung anzumerken. Mercedes darf den aktuellen Vorsprung angesichts der anstehenden Entwicklungsrennen nicht als selbstverständlich ansehen.

Gewinner: Oscar Piastri

Für McLaren war es bereits ein Fortschritt, überhaupt am Start zu stehen, doch Oscar Piastri leistete weit mehr als nur die Basisarbeit. Er selbst bezeichnete den Japan-Grand-Prix als eines der besten Rennen seiner Karriere. Auch wenn man an Baku 2024 oder Zandvoort 2025 zurückdenkt, fällt es schwer, ihm zu widersprechen.

Piastri hielt den eigentlich überlegenen Mercedes von Russell deutlich länger hinter sich, als man hätte erwarten können. Zwar spielte die Streckenposition eine entscheidende Rolle, doch McLaren geht deutlich gestärkt in die April-Pause.

Verlierer: Ferrari

Während McLaren die Mercedes-Power immer besser im Griff hat, scheint das Team aus Woking Ferrari überholt zu haben - eine Befürchtung, die Lewis Hamilton bereits am Samstag äußerte.

Charles Leclerc fuhr zwar ein exzellentes Rennen und bewies sein Können in Zweikämpfen mit Hamilton und Russell, doch Ferrari muss dringend in den Bereichen Aerodynamik und Antrieb nachlegen, um mit der Mercedes-Power an der Spitze mitzuhalten. Leclerc profitierte am Ende lediglich von Russells Batterieproblemen, während Hamilton über einen mysteriösen Leistungsverlust klagte.

Gewinner: Pierre Gasly und Alpine

Nachdem Alpine die Saison 2025 als Schlusslicht beendet hatte, scheint das Team das Opferjahr gut genutzt zu haben. Pierre Gasly überträgt seine starke Qualifying-Form nun regelmäßig in Punkte.

Auch Teamkollege Franco Colapinto zeigte trotz eines schwierigen Qualifyings eine gute Leistung und hätte fast zum zweiten Mal in Folge gepunktet, wurde jedoch vom Safety-Car-Timing benachteiligt.

Verlierer: Williams

Williams und Alpine scheinen im Vergleich zum Vorjahr die Plätze getauscht zu haben. Teamchef James Vowles bezeichnete den Sonntag als einen "schmerzhaften Kassensturz". Wenn ein Team einen Grand Prix wie eine Testfahrt behandeln muss, ist das selten ein gutes Zeichen.

Alexander Albon

Williams fährt den Erwartungen bisher deutlich hinterher

Foto: LAT Images

Carlos Sainz kam von Startplatz 16 nicht über Rang 15 hinaus, während Alexander Albon ein mögliches Resultat zugunsten eines Testprogramms für Miami opferte. Trotz des besten Motors im Feld enttäuscht Williams bisher auf ganzer Linie, nachdem man das gesamte Jahr 2025 für die Vorbereitung auf dieses Reglement genutzt hatte.

Verlierer: Red Bull

Trotz des Lobes für den intern entwickelten Motor steckt Red Bull mit dem Chassis des RB22 in der Klemme. Die Fähigkeit des Teams, ein Auto nach dem Training komplett umzukrempeln und zu verbessern, scheint bei diesem Modell nicht zu greifen. Die fundamentalen Probleme drücken sichtlich auf die Stimmung von Max Verstappen.

Teamchef Laurent Mekies beschönigt die Lage nicht und hofft, dass Verstappens Laune mit der Performance des Autos wieder steigt. Die Fans des Weltmeisters werden hoffen, dass Mekies recht behält, denn der Niederländer wirkte in Suzuka so apathisch wie selten zuvor in seiner Karriere.

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