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Formel 1: Bernd Mayländer erklärt Historie des Safety-Cars

Die Tragödie von Imola 1994 veränderte die Formel 1 in vielerlei Hinsicht - Bernd Mayländer erklärt, wie daraus das moderne Safety-Car-System entstand

Bernd Mayländer: So entstand das moderne Safety-Car-System

Bernd Mayländer ist seit 2020 offizieller Fahrer des Formel-1-Safety-Cars

Foto: Sutton Images

Es gibt Momente im Motorsport, die nicht nur durch ihre Tragik in Erinnerung bleiben, sondern ganze Systeme dauerhaft verändern. Für die Formel 1 gehört das Wochenende von Imola 1994 dazu. Für Bernd Mayländer markiert es einen entscheidenden Wendepunkt in der Entwicklung der Sicherheitsstrukturen.

Im Podcast F1 Beyond The Grid erklärt er, wie stark die Ereignisse rund um den Grand Prix von San Marino 1994 die Professionalisierung des Safety-Car-Systems beschleunigt haben.

"Ich denke, das Medical-Car war immer ein Teil davon, oder sagen wir Krankenwagen", beschreibt Mayländer die frühe Phase der Sicherheitsorganisation im Grand-Prix-Sport und die Rolle medizinischer Fahrzeuge. "Ich weiß nicht genau, was vor den 90ern passiert ist, aber Sid [Watkins] war bereits dort."

Mayländer unterstreicht Rolle von Sid Watkins

Der weltberühmte britische Neurochirurg Sid Watkins war von 1978 bis 2004 der offizielle Chefarzt der Formel 1. Dieser habe sich bereits vor dem tödlichen Wochenende von 1994 intensiv für Verbesserungen eingesetzt, berichtet Mayländer.

"Ich denke, seit 1994 wissen wir alle, wer Sid Watkins im Rennsport ist und was er geleistet hat. Und dann wurden diese Dinge ab '93 immer wichtiger, als wir große Unfälle hatten." Aus diesen Entwicklungen heraus hätten sich schließlich mit der Zeit die heutigen Strukturen innerhalb der Formel 1 formiert.

"Die Aufgabe von Sid und auch die Sicherheits- und medizinischen Maßnahmen, die in der Formel 1 eingeführt wurden, waren wirklich, wirklich wichtig, und wir haben viel gelernt", betont Mayländer. "Deshalb haben wir eine Sicherheitsabteilung und eine medizinische Abteilung geschaffen, um mehr Möglichkeiten zu haben, schneller und besser zu entwickeln, gemeinsam mit allen Beteiligten in der Formel 1."

Besonders hebt er die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten hervor, nicht nur des Weltverbands: "Das ist nicht nur die FIA. Wir bekommen Unterstützung von den Teams. Wir arbeiten zusammen, und ich denke, das ist ein sehr wichtiger großer Schritt: dass wir gemeinsam arbeiten. Vor 30 oder 40 Jahren war das ganz anders."

Die Tragödie selbst, bei der Roland Ratzenberger und Dreifachweltmeister Ayrton Senna ihr Leben verloren, hatte tiefgreifende Auswirkungen auf die weitere Entwicklung der Königsklasse. Es waren die ersten Todesfälle im WM-Rennsport seit 1982.

Auf die Frage, ob diese Ereignisse die Einführung eines professionelleren Safety-Car-Systems in der Formel 1 beschleunigt hätten, antwortet Mayländer eindeutig.

Wie das heutige Safety-Car-System entstand

"Absolut. Zu dieser Zeit war das Safety-Car zwar in den Regeln vorgesehen, aber es waren unterschiedliche Fahrzeuge und Fahrer von Strecke zu Strecke, und erst ab etwa '96 wurde ein fester Fahrer eingesetzt", zieht er den Vergleich.

Als Beispiel für diese Übergangsphase nennt Mayländer Oliver Gavin: "Er ist ein ehemaliger Rennfahrer, ein sehr, sehr guter GT-Fahrer, und er machte das von '96 bis '99. Ich habe seinen Job übernommen, weil er aufgehört hat. Er ging nach Amerika zur American Le Mans Series. Das war also mein Glücksmoment."

Den entscheidenden Fortschritt sieht der deutsche Safety-Car-Pilot in der anschließenden Professionalisierung des gesamten Systems: "Das war der erste Schritt, dass man einen festen Fahrer hat, um absolut professionell in seiner Aufgabe zu sein, und dann auch eine feste Marke sowie die gleichen Safety- und Medical-Cars an jeder Strecke, weil man dann standardisierte Ausrüstung hatte."

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