Formel-1-CEO: Vier Rennen im Nahen Osten sind genug!

Zwar unterstreicht Stefano Domenicali, wie wichtig der Nahe Osten für die Formel 1 ist und umgekehrt, mehr als vier Rennen pro Saison in der Region plant er aber nicht

Formel-1-CEO: Vier Rennen im Nahen Osten sind genug!

Die Formel-1-Saison 2021 endet, wo sie begonnen hat: im Nahen Osten. Auf den Grand Prix von Katar geht es an diesem Wochenende in Saudi-Arabien weiter. Das Saisonfinale steigt traditionell in Abu Dhabi. Begonnen hatte das Rennjahr in Bahrain, nachdem das Australien-Rennen nicht wie geplant stattfinden konnte.

"Bahrain war, glaube ich, das erste Land aus dieser Region in der Formel 1", sagt CEO Stefano Domenicali. "Und es hat eine besondere Bedeutung. Der Nahe Osten spielt eine sehr wichtige Rolle in der Formel 1, wir glauben an diese Region."

Nicht umsonst macht die Königsklasse in dieser Saison gleich viermal im Nahen Osten Station. Darunter befinden sich mit Losail und Dschidda auch zwei Premierenstrecken, wobei Katar für den Australien-Grand-Prix einsprang, der wegen der Corona-Pandemie erst verschoben und schließlich abgesagt werden musste.

Domenicali: Katar war nur der Vorgeschmack

Für Domenicali ein würdiger Ersatz: "Die Atmosphäre, in der wir hier im Nahen Osten bei allen Rennen erleben, bedeutet uns allen sehr viel. Und ich glaube, dass das, was wir in Katar gesehen haben, nur der erste Schritt zu den nächsten beiden Rennen war, die wir in Dschidda und Abu Dhabi haben werden."

"Dschidda ist eine neue Strecke direkt an der Küste, die in der Tat spektakulär sein wird. Und bei der letzten Veranstaltung in Abu Dhabi werden wir das hoffentlich noch offene Finale in der Konstrukteurs- und der Fahrermeisterschaft erleben, denn das ist wirklich der Traum, den wir alle zusammen sehen möchten."

Trotz anhaltender Kritik wegen der Menschenrechtssituation in Ländern wie Katar und Saudi-Arabien glaubt Domenicali, dass man durch die Zusammenarbeit auch positive Signale senden kann. Auf jeden Fall", sagt der Formel-1-CEO. "Wir haben immer gesagt, dass wir ein internationaler Sport mit einem unglaublichen Bewusstsein."

Formel 1 will positiven Wandel beschleunigen

"Wenn sich ein Land verpflichtet, in ein solches Projekt zu investieren, dann wissen sie, dass damit viel Rampenlicht einhergeht. Ich glaube, dass das auch in Saudi-Arabien etwas bewegen wird. Sie engagieren sich für einen sehr wichtigen kulturellen Wandel."

"Ich habe immer gesagt, dass man nicht über Nacht eine Veränderung sehen kann", sagt Domenicali weiter. "Aber die Formel 1 wird dazu beitragen, den Wandel zu beschleunigen."

Mehr als die vier Rennen im Nahen Osten pro Saison zieht der Italiener aber nicht in Erwägung. Das sei "auf jeden Fall" das Maximum. Katar wird 2022 wegen der Fußball-WM ohnehin aussetzen, hat aber ab 2023 einen langfristigen Vertrag.

Domenicali wünscht sich arabischen F1-Fahrer

Zwei Rennen in Saudi-Arabien schließt Domenicali aus. Langfristig soll der dortige Grand Prix in einem Vergnügungskomplex in Qiddiya ausgetragen werden, der jedoch noch nicht fertiggestellt ist. Stattdessen nutzt die Formel 1 erst einmal die neu gebaute Strecke in Dschidda entlang eines Küstenstreifens am Roten Meer.

"Es wird eine unglaubliche Erfahrung sein. Wir werden viele Jahre dort sein, und dann werden wir mit dem Promoter und unseren Partnern in Saudi-Arabien besprechen, wie es weitergeht und was der richtige Ort ist", blickt Domenicali voraus.

Parallel dazu hofft der Formel-1-CEO, dass auch die Pläne, einen Fahrer aus dem Nahen Osten zu verpflichten, weiter wachsen: "Ich denke, dass die Verbände intensiv daran arbeiten, ein Programm auf die Beine zu stellen, das mit dem kulturellen Ansatz des Kartsports beginnt und sich dann über Nachwuchsserien weiterentwickelt."

"Das ist der Ansatz, den sie verfolgen sollten. Und auch wir sind in Gesprächen, denn wie Sie sich vorstellen können, haben auch wir ein Interesse daran hoffentlich bald einen Fahrer aus dieser Region zu sehen, der in die Formel 1 einsteigen kann."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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