Formel-1-Chef: Streckendesign wichtig für gutes Racing

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Formel-1-Chef: Streckendesign wichtig für gutes Racing
Stefan Ehlen
Autor: Stefan Ehlen
Co-Autor: James Allen
04.06.2018, 12:14

Nicht jede Rennstrecke ist eine gute Bühne für die Formel 1, meint Chase Carey – und will einen anderen Weg einschlagen als sein Vorgänger Bernie Ecclestone

In der Ära von Bernie Ecclestone als Formel-1-Chef kamen etliche Rennstrecken neu zum Kalender hinzu. Viele davon standen von Anfang an in der Kritik, monströse Bahnen ohne echtes Racing-Flair zu sein. Und überhaupt hätten die meisten Kurse ihren Platz im Programm der Formel 1 nur der hohen finanziellen Mitgift der Erbauer zu verdanken. Chase Carey als neuer Formel-1-Boss will da gehörig aufräumen.

Bei der FIA-Sport-Konferenz auf den Philippinen sagte Carey, die Formel 1 wolle künftig andere Schwerpunkte setzen als in der Vergangenheit. "Ein paar Faktoren sind uns wichtig", meint Carey und zählt auf: "Erst einmal müssen wir sicherstellen, dass eine Rennstrecke gutes Racing bieten kann." Sprich: Es müssen Überholmöglichkeiten geschaffen werden, dazu spektakuläre Passagen.

Dieses Anforderungsprofil erfüllen jedoch nicht alle Kurse im aktuellen Kalender. Das räumt Carey ein und sagt: "Es gibt Strecken, auf denen kein toller Rennsport möglich ist. Daran müssen wir arbeiten." Ob das bedeutet, dass die angesprochenen Kurse entsprechend modifiziert werden sollen oder gleich komplett aus dem Programm fliegen, lässt Carey offen. Er meint nur, die Formel 1 müsse mittelfristig sicherstellen, "die richtigen Strecken" zu besuchen, um die Fans mit spannenden Rennen zu unterhalten.

Dies soll die Formel 1 schon kurzfristig in neue Märkte in Amerika und – vor allem – in Asien führen. "Wir sollten Orte besuchen, die die Welt begeistern", erklärt Carey. "Die Fans vor dem Fernseher sollen ins Schwärmen geraten, damit es ganz besonders ist, wenn sie selbst einmal dorthin reisen. Wir brauchen solche magischen Orte und Länder."

Rennstrecken rund um die Welt:

Konkret deutet vieles darauf hin, dass die Formel 1 schon bald in Vietnam fahren wird. Dort hat die Rennserie unlängst eine Roadshow abgehalten. Carey zeigt sich angetan: "Vietnam ist eines der Länder, das für Touristen und Business gleichermaßen immer interessanter wird." Es stehe "weit oben auf der Liste" für Reisende und Geschäftsleute.

Allerdings, und das betont Carey, werde dies nicht damit einhergehen, dass die Formel 1 Europa immer mehr den Rücken kehre. "Wir brauchen eine Balance mit Rennen in aller Welt", so der US-Amerikaner. "Unsere Grundlage ist Europa, und die wollen wir ausbauen. Diese Grundlage dürfen wir bei unserem Bestreben, die Formel 1 in Asien und in Amerika zu stärken, nicht außer Acht lassen." Traditionelle Austragungsorte stehen also wieder höher im Kurs als zuletzt unter der Regie von Ecclestone.

Auch der Punkt "Nachhaltigkeit" ist Carey wichtig. Statt einen lokalen Veranstalter mit hohen Gebühren an die Wand zu drängen, setzt Liberty Media auf konkrete Maßnahmen zur gegenseitigen Unterstützung. "Es geht darum, erfolgreiche Veranstaltungen zu haben", sagt Carey. "Dazu braucht es die Mithilfe des öffentlichen Sektors, der Regierungen, Unternehmen. Damit unsere Events möglichst gut werden, muss eine Kombination dieser Faktoren zusammenwirken. Nur so können wir unsere Veranstaltungen zu dem Spektakel machen, das sie sein sollen."

Und das auch nicht um jeden Preis, wie Carey abschließend betont. "Qualität geht vor Quantität. Für uns hat Priorität, dass die 21 Rennen in unserem Kalender ihr volles Potenzial entfalten."

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Rennserie Formel 1
Urheber Stefan Ehlen
Artikelsorte News