Formel 1 gründet Arbeitsgruppe für Tracklimits

Die Formel 1 will sich eingehender mit dem Thema Tracklimits befassen und hat aus diesem Grund eine eigene Arbeitsgruppe gegründet

Formel 1 gründet Arbeitsgruppe für Tracklimits

Die Formel 1 hat eine neue Arbeitsgruppe gegründet, die sich in Zukunft mit dem Thema Tracklimits befassen soll. Das Thema war in den vergangenen Wochen hochgekocht, nachdem Red Bulls Max Verstappen in Bahrain den Sieg und in Portimao die Poleposition und die schnellste Rennrunde verloren hatte, weil er leicht über einen weißen Strich gefahren war.

In Barcelona wurde das Thema daher von allen Teams mit Formel-1-Boss Stefano Domenicali intensiv besprochen. Das Ergebnis: "Es gab einige gesunde Diskussionen, und es wurde eine Arbeitsgruppe gegründet", sagt Red-Bull-Teamchef Christian Horner. "Wir brauchen eine Lösung, die für Fahrer, Fans und Teams einfach, klar und verständlich ist. Das sollte eigentlich nicht so schwierig sein."

Das Problem bei Tracklimits ist, dass die meisten Strecken für mehrere Rennserien ausgelegt sind. Was die Formel 1 möchte, ist für andere Meisterschaften vielleicht nicht so gut geeignet und umgekehrt.

Hinzu kommt, dass sich auch die Formel-1-Autos in jeder Saison verändern und andere Fahreigenschaften aufweisen. Dadurch kann es vorkommen, dass Tracklimits von einem Jahr zum anderen an anderen Stellen zum Problem werden.

So zum Beispiel Kurve 14 in Portimao: 2020 musste dort keine Überwachung stattfinden, doch weil die Autos in dieser Saison weniger Abtrieb besitzen, wurden sie an dieser Stelle weiter nach außen getrieben.

"Idealerweise hätten wir gerne überall eine harte Grenze", sagt Rennleiter Michael Masi. "Aber das ist bei den Strecken schwierig. Es ist ein fortlaufender Entwicklungsprozess, an dem wir gemeinsam mit jeder Strecke arbeiten."

Zwar hätte man gerne überall Wände wie auf den beiden kommenden Strecken in Monaco und Baku, "aber wir fahren natürlich auf unterschiedlichen Streckentypen. Wenn wir es mit dem Sicherheitsaspekt sehen, dann müssen wir in jeder Situation die beste Balance aus allem finden", so Masi. "Jede Kurve ist anders, und jede Strecke ist anders."

Michael Masi, Race Director

Michael Masi, Race Director

Foto: Zak Mauger / Motorsport Images

George Russell, der Direktor der Fahrervereinigung GPDA, weiß um den schwierigen Spagat, den die FIA beim Thema Tracklimits vor sich hat: "Wenn ich nur im Namen von George Russell, dem Fahrer, und nicht dem GPDA-Direktor, spreche, dann ist es sehr schwierig. Ich fühle mit der FIA, weil sie einfach versuchen, die Strecken sicherer zu machen", sagt er.

"Das ist natürlich die oberste Priorität, aber das ist in den vergangenen Jahren zu Lasten der Tracklimits gegangen", so der Williams-Pilot. Er sieht das aber nicht nur als Thema der Formel 1 an: "Die Formel 1 kann das mit Kamera und Sensoren gut managen, aber Nachwuchsserien haben nicht die Ressourcen dafür."

"Es muss sich generell an allen Strecken etwas ändern", sagt er weiter. "Aber ich habe keine Lösung, deswegen fühle ich mit ihnen mit."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

geteilte inhalte
kommentare
FIA führt neue Heckflügeltests ein: Das Ende der "Flexiwings"?

Vorheriger Artikel

FIA führt neue Heckflügeltests ein: Das Ende der "Flexiwings"?

Nächster Artikel

Mit auffälligen "Radkappen": Robert Kubica testet Reifen für 2022

Mit auffälligen "Radkappen": Robert Kubica testet Reifen für 2022
Kommentare laden