Formel 1 im ORF: Sportchef macht neue Hoffnung

Ursprünglich hatte es geheißen, Ende 2019 sei mit den Live-Übertragungen der Formel 1 im ORF Schluss, doch nun gibt es Rückenwind für die Königsklasse

ORF-Sportchef Hans Peter Trost macht den Motorsportfans in Österreich Hoffnung, dass die Live-Übertragungen der Formel 1 auch über den bestehenden TV-Vertrag hinaus im öffentlich-rechtlichen Rundfunk der Alpenrepublik stattfinden könnten.

In einem Interview mit 'Krone.at' räumt Trost zwar ein, dass die Formel 1 intern "in der Kritik" gestanden sei und man diskutiert habe, "sollen wir uns die weiter leisten oder nicht"; doch entgegen früherer Aussagen von Generaldirektor Alexander Wrabetz sei das Aus der Königsklasse im ORF noch keine ausgemachte Sache.

"Ich habe meine Argumente dafür", erklärt Trost und zählt auf: "Wir erreichen alle Sinusmilieus, die es in Österreich gibt." Besonders hervor hebt er den "hohen Frauenanteil" sowie den "hohen Anteil an jungen Menschen. Und es gibt zwar keinen österreichischen Fahrer oder eine österreichische Fahrerin, aber jede Menge Österreicherinnen und Österreicher, die dort im Hintergrund und auch im Vordergrund zu tun haben."

Darüber hinaus kündigt er an, dem Generaldirektor sowie Programmdirektorin Kathrin Zechner "beizeiten" seine Ideen zu dem Thema zu präsentieren. Ein Argument ist die "kontinuierliche" Quotenentwicklung, mit der er "absolut" zufrieden sei.

 

 

"Die Zahlen sind für mich sehr gut", sagt Trost. "Wir haben im Schnitt 500.000 bis 550.000 Zuschauer bei den Nachmittagsterminen. Das ist fast das Doppelte der nachfolgenden österreichischen Bundesliga. Damit sind wir sehr zufrieden."

Beim Grand Prix von Australien schalteten 251.000 Zuschauer den ORF ein, um das Rennen in Melbourne zu sehen (Marktanteil: 50 Prozent). Das waren deutlich mehr als noch 2017 (214.000) und ist angesichts der frühen Startzeit um 7:10 Uhr MESZ aus Sicht des ORF ein sehr erfreulicher Wert.

Rückenwind erhalten die Formel-1-Befürworter in Wien durch die Gesamtsituation, was Sportrechte betrifft. Die Live-Spiele der Fußball-Bundesliga sowie der Champions League laufen mit Ende der jeweils aktuellen Saison aus.

Das entspannt zum einen die Budgetsituation, die zuletzt eines der Hauptargumente für die Formel-1-Gegner im ORF war; zum anderen ist die Formel 1 in programmtechnischer Hinsicht wieder leichter im Sonntagnachmittag zu platzieren, als das bisher der Fall war.

Der ORF besitzt noch bis einschließlich 2020 die Live-Senderechte für die Formel 1 in Österreich. Ursprünglich hatte es geheißen, der Vertrag laufe bis 2019. Auf telefonische Nachfrage bestätigt die ORF-Pressestelle aber die Laufzeit bis Ende 2020, von der auch Trost gegenüber 'Krone.at' spricht.

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Tags alexander wurz, ernst hausleitner, orf, tv-rechte