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Die Formel 1 am Nürburgring bleibt eine Ausnahme

Foto: McLaren

Zum ersten Mal seit sechs Jahren kehrte die Formel 1 in dieser Woche nach Deutschland zurück: Mercedes und McLaren waren zwei Tage lang im Rahmen eines Pirelli-Reifentests auf dem Nürburgring unterwegs. Ist damit vielleicht auch die Rückkehr eines Deutschland-Grand-Prix wieder ein realistisches Szenario?

Die Fahrer hätten jedenfalls nichts dagegen einzuwenden. "Ich würde gerne eines Tages wieder hier Rennen fahren", verrät Mercedes-Pilot George Russell im Gespräch mit Sky. "Wir haben im Moment kein Rennen in Deutschland. Mit Mercedes wäre es schön, wieder eines im Kalender zu haben."

"Das Fahren hat mir wirklich Spaß gemacht", ergänzt der Brite, der am ersten Testtag insgesamt 127 Runden drehte. "Ich liebe den Nürburgring sehr. Ich bin auch ein paar Runden auf der Nordschleife gefahren, das gefällt mir wirklich gut. Es ist eine traditionelle Rennstrecke."

Während Russell beim letzten Formel-1-Rennen in Deutschland 2020 bereits für Williams in der Formel 1 fuhr, war McLaren-Pilot Oscar Piastri noch in den Nachwuchsserien unterwegs. "Ich war jetzt lange nicht mehr hier, 2019 war das letzte Mal", erinnert sich der Australier, der damals im Formel Renault Eurocup fuhr und zwei Siege in der Eifel holte.

Piastri: Nürburgring ist eine "Oldschool-Strecke"

"Die Strecke ist sehr oldschool, sie ist an vielen Stellen ziemlich holprig", sagt Piastri gegenüber Sky und ergänzt: "Die Randsteine sind sehr speziell, vor allem die Randsteine am Kurvenausgang. Da gibt es eigentlich kaum Spielraum für Fehler, überall sind Gras und Kies. Das ist schön."

"Teile des Layouts sind sehr anspruchsvoll, und ich denke, für ein Formel-1-Auto fühlt es sich fast klein an im Vergleich zu manchen anderen Strecken, auf denen wir heute fahren. Aber es ist immer cool zurückzukommen zu einigen dieser historischen Strecken."

Kein Wunder, dass auch Piastri eine Formel-1-Rückkehr an den Nürburgring grundsätzlich nicht ablehnen würde. "Klar, ich hätte nichts dagegen", betont der McLaren-Pilot. "Es ist nicht meine absolute Lieblingsstrecke, aber es ist in gewisser Weise ein wirklich cooler Ort, wegen seiner Einzigartigkeit."

"Es gibt viele Höhenunterschiede, offensichtlich ist die Geschichte dieses Ortes auch sehr besonders, und wiederum ist die Strecke sehr oldschool, was den Fahrern gefällt. Das genießen wir Fahrer immer, diesen Aspekt mögen wir immer, vor allem mit dem Layout."

"Es muss sich auch für den Nürburgring rechnen"

Doch wie realistisch ist ein Formel-1-Rennen auf dem Nürburgring überhaupt? "Was wir immer gesagt haben, ist, dass wir etwas mit Perspektive brauchen", betont Nürburgring-Pressesprecher Alexander Gerhard gegenüber Sky. "Für langfristige Gespräche mit Perspektive sind wir immer offen und genau das ist der Standpunkt."

Am Ende des Tages müsse es sich "wirtschaftlich sich für die Rennstrecke lohnen", ergänzt Gerhard. "Da muss man eben zu einer Einigung finden und das hat sich eben noch nicht abgezeichnet." Formel-1-Boss Stefano Domenicali hatte bereits im Vorjahr verraten, dass es derzeit keine Gespräche gibt - weder mit dem Nürburgring noch mit Hockenheim.

Kimi Antonelli beim Formel-1-Test auf dem Nürburgring 2026

Kimi Antonelli beim Formel-1-Test auf dem Nürburgring 2026

Foto: Pirelli

Um wieder ernsthaft über ein Formel-1-Rennen in Deutschland nachzudenken, müsse sich einiges ändern: Es muss sich für den Nürburgring genauso lohnen wie für die Formel 1 und "nicht, dass man die Formel 1 einkaufen muss und kaum Refinanzierungspotenzial hat", betont der Pressesprecher.

"Wir sind extrem erfolgreich, die Rennstrecken sind zu 100 Prozent ausgebucht. Also wir sind mit unserem Business-Modell sehr zufrieden und wenn wir mit der Formel 1 ein langfristiges Konstrukt finden würden, wären wir mit Sicherheit bereit", sagt Gerhard. "Aber es muss sich eben auch für den Nürburgring rechnen."

Ralf Schumacher winkt ab: "Das macht nur bedingt Sinn"

Die Antrittsgebühr für ein Formel-1-Rennen in Deutschland wird derzeit allerdings auf rund 20 bis 30 Millionen Euro geschätzt, was sich allein durch Ticketverkäufe kaum refinanzieren lässt. Von der deutschen Politik ist ebenfalls keine Unterstützung zu erwarten.

"Die Kosten sind immens und dann muss so eine Strecke auch wirklich fast das ganze Jahr daran arbeiten, das wieder reinzuholen", sagt Ralf Schumacher im aktuellen Sky-Podcast Backstage Boxengasse. "Und das macht dann nur bedingt Sinn."

Auf den Rennstrecken finden das ganze Jahr über andere Rennveranstaltungen, aber auch Testfahrten und Sicherheitstrainings statt. "Die sind ausgebucht", weiß Schumacher. "Aber klar, also ich fände es trotzdem wieder schön, einen deutschen Grand Prix zu haben." Ein Wunsch, der vorerst wohl ein Traum bleibt ...

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