Formel 1 in Singapur: Mercedes-Chefs machten sich "fast in die Hose"

Mercedes-Teamchef Toto Wolff hat zugegeben, dass er und sein Team sich während des dramatischen Finales des Grand Prix von Singapur beinahe "in die Hose gemacht" hätten.

Nico Rosberg machte es aber auch spannend. Nachdem der Deutsche bis 10 Runden vor Schluss das Rennen an der Spitze kontrollierte und eine Vorsprung von 20 Sekunden auf Daniel Ricciardo hatte, holte der Australier in Red-Bull-Racing-Diensten in den letzten Runden mit Riesenschritten auf. Am Ende trennten ihn vom Mercedes nur noch 0,488 Sekunden.

"Wir haben uns beinahe in die Hose gepinkelt", sagte Toto Wolff nach dem Rennen. "Es war so eng, wie es in der Formel 1 sein sollte. Vier wirklich schnelle Autos, unterschiedliche Strategien und ich muss vor Red Bull wirklich meinen Hut ziehen. Sie hatten am Schluss eine großartige Strategie. Ricciardo kam mit unglaublicher Pace aus der Box, das war am Ende sehr aufregend. Unglaublich. So sollte die Formel 1 sein, jede Sekunde des Rennens."

Nico Rosberg betonte dagegen, dass er sicher gewesen sei, dass Ricciardo ihn in der letzten Runde nicht mehr angreifen würde. "10 oder 15 Runden nach dem Boxenstopp sagten sie mir, dass er am Rennende dran sein würde und das war auch so" sagt Rosberg. "Ich musste voll konzentriert sein, alles richtig machen und es hat geklappt. Der Reifen hielt genau richtig lang und ich bin natürlich sehr glücklich. Als ich in die letzte Runde ging, wusste ich, dass es reichen würde, weil seine Reifen auch nicht mehr neu waren."

Ein weiterer Boxenstopp sei nicht möglich gewesen, betonten Rosberg und Wolff, da der Vorsprung auf Ricciardo nicht groß genug gewesen sei. "Wir konnten keinen Boxenstopp einlegen, denn dann hätten wir die Führung verloren", sagte der Teamchef. "Wir hatten es geplant, aber dann war Daniel so schnell und der Vorsprung schmolz, er war weg. Also mussten wir bis zum Ende durchhalten."

Während Nico Rosberg seinen 22. Formel-1-Sieg feierte und sich die Führung in der Weltmeisterschaft zurückholte, lief es für seinen Teamkollegen Lewis Hamilton mit Platz 3 weniger erfreulich.

"Er konnte in den Trainings nicht genügend Runden fahren und die Abstimmung nicht überprüfen. Er war damit nicht zufrieden", erklärte Wolff. "Er hatte einen guten Start, als dann aber die Probleme mit den Bremsen begannen, brauchte er eine Weile, um damit zurecht zu kommen. Es war kein Fehler von ihm, nur ein schlechtes Wochenende."

Wolff geht davon aus, dass der enge Kampf zwischen seinen beiden Piloten um den WM-Titel auch in den kommenden sechs Rennen so weitergehen wird. "Sie sind bezüglich der Performance so eng beieinander. Ein schlechtes Wochenende reicht und du verlierst deinen Vorteil, wie Lewis heute. Es wird bis zur letzten Minuten spannend bleiben."

Mit Informationen von Pablo Elizalde und Andrew van Leeuwen

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Über diesen Artikel
Rennserien Formel 1
Veranstaltung GP Singapur
Rennstrecke Marina Bay Street Circuit
Fahrer Nico Rosberg
Teams Mercedes
Artikelsorte News
Tags formel 1, mercedes, singapur