Formel 1 in Singapur: Nico Rosberg neuer König der Nacht

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Formel 1 in Singapur: Nico Rosberg neuer König der Nacht
Petra Wiesmayer
Autor: Petra Wiesmayer
18.09.2016, 14:02

Nico Rosberg holte in Singapur seinen dritten Sieg in Folge und ging in der Weltmeisterschaft wieder in Führung. Daniel Ricciardo wurde Zweiter vor Lewis Hamilton. Nico Hülkenberg nach Startcrash ausgeschieden.

Nico Rosberg, Mercedes AMG F1 W07 Hybrid
Nico Rosberg, Mercedes AMG F1 W07 Hybrid
Nico Rosberg, Mercedes AMG F1 W07 Hybrid
Nico Rosberg, Mercedes AMG F1 W07 Hybrid
Restart: Nico Rosberg, Mercedes AMG F1 W07 Hybrid, führt und ein Sportwart in Bedrängnis
Daniil Kvyat, Scuderia Toro Rosso STR11; Max Verstappen, Red Bull Racing RB12
Carlos Sainz Jr., Scuderia Toro Rosso STR11; Esteban Ocon, Manor Racing MRT05
Kimi Räikkönen, Ferrari SF16-H
Start: Nico Rosberg, Mercedes AMG F1 W07, führt bei Crash von Nico Hülkenberg, Sahara Force India F1
Start: Nico Rosberg, Mercedes AMG F1 W07, führt bei Crash von Nico Hülkenberg, Sahara Force India F1
Start: Nico Rosberg, Mercedes AMG F1 W07, führt bei Crash von Nico Hülkenberg, Sahara Force India F1
Sebastian Vettel, Ferrari SF16-H
Max Verstappen, Red Bull Racing RB12; Esteban Gutierrez, Haas F1 Team VF-16
Lewis Hamilton, Mercedes AMG F1 W07 Hybrid
Daniel Ricciardo, Red Bull Racing RB12
Nico Rosberg, Mercedes AMG F1 W07 Hybrid
Start: Nico Rosberg, Mercedes AMG F1 W07, führt bei Crash von Nico Hülkenberg, Sahara Force India F1
Starr: Nico Rosberg, Mercedes AMG F1 W07 Hybrid, führt
Nico Rosberg, Mercedes AMG F1 W07 Hybrid

In einem spannenden Finish, in dem Daniel Ricciardo in den letzten 10 Runden pro Umlauf rund zwei Sekunden vom Nico Rosbergs 20-Sekunden-Vorsprung abknabberte, sicherte sich der Mercedes-Pilot seinen ersten Sieg in Singapur und eroberte die WM-Führung. Sechs Rennen vor Saisonende beträgt sein Vorsprung auf Lewis Hamilton 8 Punkte.

Nach 1:55:48,950 Stunden überquerte Rosberg in seinem 200. Formel-1-Rennen die Ziellinie nur 488 Tausendstel vor Ricciardo. "Es war ein fantastisches Wochenende für mich, das mit der Pole-Position begann und mit dem Sieg zu Ende gegangen ist", sagte der strahlende Sieger auf dem Podium. "Das Auto war am Schluss echt am Limit. Umso mehr freue ich mich über diesen Sieg. Auf die Punkte konzentriere ich mich jetzt aber nicht."

Ricciardo, der seinen ersten Saisonsieg erneut nur ganz knapp verpasst hat, gab sich mit Platz 2 zufrieden. "Wir waren jetzt ein paar Mal dicht dran, aber es hat nicht ganz gereicht. Immerhin haben wir es bisschen spannend gemacht", grinste der Australier.

In Singapur hatten beide Mercedes mit einigen Bremsproblemen zu kämpfen. Bereits vor Halbzeit wurden Rosberg und Hamilton von ihrer Crew gewarnt, dass die Bremsen sehr heiß werden würden. Während Rosberg das Problem unter Kontrolle halten und seine Führung bis ins Ziel verteidigen konnte, wurde es Hamilton beinahe zum Verhängnis.

Bis Runde 35 hatte er einen Podestplatz in Reichweite, nach zwei Verbremsern in zwei aufeinanderfolgenden Kurven schlüpfte Kimi Räikkönen aber durch und der Weltmeister war nur noch Vierter. Bei seinem letzten Boxenstopp kam der Brite jedoch wieder am Finnen vorbei und sicherte sich am Ende Platz 3.

"Zunächst einmal Glückwunsch an Nico! Er fuhr an diesem Wochenende fantastisch und hat den Sieg verdient", sagte Hamilton. "Ich hingegen hatte Probleme mit den Bremsen. In der WM werde ich weiter angreifen. Es ist noch ein langer Weg."

Kimi Räikkönen wurde Vierter vor Sebastian Vettel, der sich vom letzten Startplatz durchs Feld nach vorne gekämpft hatte. "Mehr war nicht drin. Wir hatten in Runde 20, 22 auf das Safety-Car gehofft, aber es kam nicht", sagte der Ferrari-Pilot. "Der Speed war gut. Im Endeffekt können wir mit dem Ergebnis aber gut leben und haben jetzt auch mehr Motoren zur Verfügung."

Max Verstappen beendete den Grand Prix von Singapur als Sechster. Der Niederländer sorgte gegen Rennmitte lange für Unterhaltung mit dem Kampf gegen seinen Erzrivalen Daniil Kvyat. Er versuchte rundenlang, an dem Russen vorbeizukommen, aber vergeblich. Erst zwei Boxenstopps später klappte es in Runde 49 und Verstappen war Sechster.

Fernando Alonso brachte seinen McLaren auf Rang 7 vor Sergio Perez im Force India nach Hause. Daniil Kvyat und Kevin Magnussen komplettierten die Top 10.

Pascal Wehrlein wurde 16, Nico Hülkenberg kam nur wenige Meter weit. Nach einem hervorragenden Start fand er sich im Sandwich zwischen den beiden Toro Rosso wieder. Im nächsten Moment schickte ihn Carlos Sainz bei dem Versuch, Max Verstappen auszuweichen, der schlecht vom Start weggekommen war, unfreiwillig in die Leitplanke.

Crash: Nico Hülkenberg, Sahara Force India F1 VJM09
Crash: Nico Hülkenberg, Sahara Force India F1 VJM09

Foto Jun Qian

"Ich habe einen Superstart gehabt, bin super weggekommen. Ich habe die Lücke zwischen den Toro Rosso genommen, das war der einzige Weg", berichtete der Force-India-Pilot bei RTL. "Dann wurde es eng, ich war im Sandwich, Carlos musste auch ein bisschen ausweichen und hat mich dann erwischt. Ironie des Schicksals, bei einem schlechten Start, würde ich noch fahren. Es ist extrem bitter und frustrierend, ich wäre ohne den Crash wohl Fünfter gewesen nach dem Start. Heute wären dicke Punkte drin gewesen."

In das Tohuwabohu am Start waren auch Jenson Button und Valtteri Bottas verwickelt. Button kam nach der ersten Runde mit einem kaputten Frontflügel seines McLaren an die Box, Bottas im Williams mit einem platten Reifen, wodurch beide ans Ende des Feldes zurückfielen. Bottas musste in Runde 38 ganz aufgeben, weil die Daten Unregelmäßigkeiten an seinem Gurt erkannt hatten. Sieben Runden später stellte auch Button sein Auto wegen Bremsproblemen ab.

Schlechte Nachrichten gab es schon vor dem Start Romain Grosjean. Das Problem mit dem Brake-by-Wire-System am Haas konnte bis zum Rennen nicht behoben werden und der Franzose war in Singapur nur Zuschauer.

Nachdem in vergangenen Jahr ein Mann während des Rennens auf die Strecke gelaufen war und am gestrigen Samstag ein Waran für Überraschung sorgte, gab es am Sonntag für Rosberg und seine Verfolger eine Schreckeskunde, als ein Sportwart noch auf dem Kurs stand und die Autos ihn nur ganz knapp verpassten.

Zum Rennergebnis geht es hier.

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