Formel-1-Kauf: Keine Untersuchung seitens der Europäischen Union

Die Wettbewerbshüter der Europäischen Union (EU) werden den Kauf der Formel 1 durch Liberty Media nicht weiter untersuchen.

Der Automobil-Weltverband (FIA) hat im vergangenen Monat die Genehmigung für den Verkauf der Formel 1 gegeben. Damit ist der Weg für den neuen Eigentümer geebnet.

Es kam jedoch die Frage auf, ob bei dem Kauf ein Interessenkonflikt bestehen würde, denn die FIA würde aufgrund ihrer Anteile (1 Prozent) an der Formel 1 an einem Verkauf mitverdienen.

Die FIA verteidigte sich und ließ in einem Statement verlauten, die Kritiker seien "ungenau informiert" oder gar "bösartig".

EU-Abgeordnete Annelise Dodds hat auf eine Untersuchung gepocht. Sie vermutete, dass die Wettbewerbsregeln verletzt würden. Unterstützung erhielt sie durch das EU-Parlament.

EU-Kommissarin für Wettbewerb Margrethe Vestager verkündete jedoch in einem Brief, die Behörde würde keinerlei Untersuchungen einleiten.

 

 

"Die Transaktion hat die Anforderungen für einer Untersuchung bei Übernahmen, die nötig sind, damit die Behörde verantwortlich ist, nicht erfüllt.", sagte Vestager.

Trotz dieser Entscheidung sind die Beschwerden von Sauber und Force India aus dem Jahr 2015 bezüglich der F1-Führung und der Vergabe von Preisgeldern noch nicht vom Tisch. Die Kommission steht noch immer vor der Entscheidung, ob sie eine Untersuchung einleiten wird oder nicht.

Gegenüber Motorsport.com kommentierte Dodds den Brief: "Es gibt noch viele Frage, die beantwortet werden müssen. Dabei geht es um die unfaire Verteilung der Preisgelder in diesem Sport."

"Im aktuellen System haben vor allem die kleinen Teams einen großen Nachteil. Der Großteil des Geldes fließt an die großen Teams, egal auf welcher Position sie in der Meisterschaft landen."

"Wir werden unsere Zweifel über die Richtigkeit der Wettbewerbsbedingungen im Parlament äußern und pochen weiter auf eine Untersuchung auf der Basis der Beschwerden durch Sauber und Force India."

Vestager fügte hinzu, ihr Team würde Informationen bezüglich der Steuerabgaben der Formel 1 sichten, weil es eine Kooperation der mit britischer Steuerbehörde gäbe, wodurch die F1 weniger Steuern leisten müsse.

Dodds sagte darauf: "Ich bin froh, dass die Europäische Kommission die Steuerregelungen, die zwischen der britischen Steuerbehörde und den ehemaligen Besitzern der Formel 1 beschlossen wurde, untersucht."

"Jegliche Vergünstigung bezüglich der Steuern für ein einzelnes Unternehmen gilt als eine staatliche Beihilfe und muss ernst genommen werden."

"Wenn ein solcher Vertrag die Wettbewerbsregeln bricht, erwarte ich, dass die britische Regierung alle nicht gezahlten Steuern eintreibt."

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