Formel 1 macht weitere Fortschritte auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2030
Ein aktueller Nachhaltigkeitsbericht der Formel 1 zeigt, dass die Königsklasse auf einem guten Weg ist, das angestrebte Ziel der Klimaneutralität bis 2030 zu erreichen
Die Formel 1 konnte die CO2-Emissionen weiter senken
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Die Formel 1 ist seit Jahren darum bemüht, ihren CO2-Fußabdruck zu reduzieren. Das große Ziel: Bis 2030 möchte die Königsklasse des Motorsports klimaneutral werden. Ein aktueller Nachhaltigkeitsbericht zeigt nun, dass die Rennserie auf einem guten Weg dahin ist.
In den vergangenen sieben Jahren konnten die CO2-Emissionen um 26 Prozent reduziert werden. Wurde der CO2-Fußabdruck der Rennserie für das Jahr 2024 auf 168.720 Tonnen CO2-Äquivalent, kurz tCO2e, beziffert, lag der Wert im Jahr 2018 noch bei 228.793 tCO2e.
Erst vor einem Jahr hatte die Formel 1 mitgeteilt, ihren CO2-Fußabdruck im Zeitraum von 2018 bis 2022 bereits um 13 Prozent gesenkt zu haben. Auch dieses Ergebnis war Teil der umfassenden "Net Zero by 2030"-Kampagne, mit der die Rennserie das Ziel verfolgt, ihre absoluten CO2-Emissionen gegenüber dem Basisjahr 2018 um 50 Prozent zu reduzieren.
Formel 1 ist weiterhin "fest entschlossen"
Die Fortschritte markieren einen wichtigen Meilenstein für die Formel 1, die im Jahr 2026 vor grundlegenden Änderungen steht. Dann wird ein neues Reglement in Kraft treten, das sowohl das Chassis als auch die Antriebseinheit betrifft. Zudem werden erstmals vollständig nachhaltige Kraftstoffe zum Einsatz kommen.
"Wir sind fest entschlossen, bis 2030 Netto-Null-Emissionen zu erreichen", sagt Formel-1-Geschäftsführer Stefano Domenicali. "Dieses Ziel ist konkret und zeigt sich bereits heute in der signifikanten Verringerung des CO2-Fußabdrucks unserer Sportart."

Die Formel 1 möchte bis 2030 klimaneutral werden
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"Trotz unserer globalen Expansion haben wir bewiesen, dass nachhaltige Entwicklung möglich ist und dass die von uns umgesetzten Strategien messbare Resultate liefern. Die Formel 1 stand schon immer für Innovation und den Drang zur Weiterentwicklung."
Zusätzliche Maßnahmen ab der Saison 2026
"Diese Mentalität hat uns erneut ermöglicht, bedeutende Fortschritte zu erzielen - nicht nur für alle Beteiligten innerhalb der Formel 1, sondern auch im Sinne der Gesellschaft insgesamt", so Domenicali weiter. "Wir werden unsere Projekte konsequent weiterverfolgen."
"Im kommenden Jahr führen wir neue Maßnahmen ein, darunter die Nutzung fortschrittlicher, nachhaltiger Kraftstoffe in allen Formel-1-Fahrzeugen. Dies ist ein Schritt, der auch weitreichende Auswirkungen auf Straßenfahrzeuge und andere Transportmittel haben kann."
"Wir sind stolz auf das, was wir bisher erreicht haben, und bleiben entschlossen, diesen Weg konsequent weiterzugehen", macht der F1-Geschäftsführer deutlich. Und das, obwohl sich die Formel 1 mit einem stetig wachsenden globalen Interesse konfrontiert sieht.
CO2-Reduzierung trotz steigendem Wachstum
Zwischen 2018 und 2024 stieg die Zuschauerzahl an den Rennstrecken um 2,5 Millionen. Parallel dazu wuchs die Anzahl der Formel-1-Rennen pro Jahr auf ein Rekordhoch von 24 Events. Ohne Anpassungen an den betrieblichen Abläufen hätte sich der CO2-Fußabdruck der Formel 1 in diesem Zeitraum um etwa 10 Prozent erhöht.
Zur Gegensteuerung wurde eine Reihe gezielter Maßnahmen ergriffen. So werden die Werke der Formel-1-Teams inzwischen vollständig mit erneuerbaren Energiequellen betrieben, was eine Reduktion der Emissionen in diesem Bereich um 59 Prozent ermöglicht hat.
Darüber hinaus wurde durch verstärkten Einsatz von Remote-Arbeit der Emissionsausstoß im Bereich Reisen um 25 Prozent verringert. Auch bei der Durchführung von Veranstaltungen konnte eine Reduktion um zwölf Prozent erzielt werden, insbesondere durch vermehrte Nutzung erneuerbarer Energien.
In der Logistik hat der Einsatz effizienterer Frachtflugzeuge des Typs Boeing 777F zu einer Reduzierung der CO2-Emissionen um neun Prozent beigetragen. Ergänzend wurde der Transport in Europa mittels Lkw auf Biokraftstoffbasis ausgeweitet.
"Das Resultat jahrelanger intensiver Arbeit"
"Die heutigen Ergebnisse sind das Resultat jahrelanger intensiver Arbeit in sämtlichen Bereichen des Sports", betont Ellen Jones, Leiterin für Energie, Nachhaltigkeit und Governance der Formel 1. "Alle Sektoren wurden damit beauftragt, nachhaltiger zu agieren."

Volle Tribünen, aber sinkende CO2-Emissionen: Die Formel 1 zeigt, wie es geht
Foto: Motorsport Images
"Es ist diesem breiten Engagement und der konsequenten Umsetzung zu verdanken, dass wir derart signifikante Emissionsreduktionen verzeichnen können. Mit Blick nach vorn verfolgen wir einen klaren Plan zur Erfüllung unserer Verpflichtungen."
"Wir möchten zeigen, dass Wachstum nicht im Widerspruch zu Nachhaltigkeit oder sportlichem Erfolg steht", sagt Jones. "Die Formel 1 ist in einer einzigartigen Position, um zu beweisen, dass Leistung und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen können."
"Ich freue mich darauf, die Wirkung bereits angekündigter Maßnahmen, etwa der geplanten Umstellung des Rennkalenders ab 2026, sowie weiterer zukünftiger Initiativen zu sehen, um unsere Ziele zu verwirklichen und darüber hinauszugehen."
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