Formel 1 Mexiko 2018: Tech-Probleme kosten Verstappen die Pole!

geteilte inhalte
kommentare
Formel 1 Mexiko 2018: Tech-Probleme kosten Verstappen die Pole!
Autor: Christian Nimmervoll
27.10.2018, 19:14

Daniel Ricciardo fährt in letzter Sekunde wie aus dem Nichts auf die Pole in Mexiko - 26 Tausendstel und die Technik entscheiden das Red-Bull-interne Duell

Das (wider Erwarten trockene) Qualifying zum Grand Prix von Mexiko endete am Samstagabend deutscher Zeit mit einer Überraschung. Denn nach drei Trainingsbestzeiten en suite sicherte sich nicht Red-Bull-Favorit Max Verstappen die Pole-Position, sondern sein Teamkollege Daniel Ricciardo. Vor Verstappen, Lewis Hamilton (Mercedes) und Sebastian Vettel (Ferrari).

Das Qualifying in Zahlen:

Ricciardo war in jeder einzelnen Session des Wochenendes langsamer als Verstappen gewesen, in Q1 um 0,110 und in Q2 um 0,205 Sekunden. Selbst im ersten Q3-Run fehlten ihm noch 0,245 Sekunden. Aber dann schaffte Verstappen auf der alles entscheidenden Runde keine Verbesserung, und Ricciardo gewann, von P4 kommend, das teaminterne Duell um 0,026 Sekunden!

Für den Australier ist es die erste Karriere-Pole außerhalb von Monaco: "Ich wusste, dass was geht", strahlt er. "Ich hatte im Training nicht die sauberste Runde erwischt und wusste, dass ich meine drei besten Sektoren zusammenbekommen muss. Max hat das schon das ganze Wochenende geschafft - und ich jetzt am Ende auch. Es war dann nicht die allersauberste Runde. Aber es hat gereicht!"

 

Der 29-Jährige verhindert damit, dass sich Verstappen als jüngster Polesetter aller Zeiten in die Geschichtsbücher eintragen darf. Zurecht, wie Teamchef Christian Horner findet: "Max hatte das gleiche Auto und die gleiche Chance. Daniel hat in Q3 den besseren Job gemacht." Und zwar "aus dem Nichts", wie der Brite jubelt.

Fotostrecke
Liste

Pole sitter Daniel Ricciardo, Red Bull Racing celebrates in Parc Ferme

Pole sitter Daniel Ricciardo, Red Bull Racing celebrates in Parc Ferme
1/25

Foto: Andy Hone / LAT Images

Aerial view

Aerial view
2/25

Foto: Mark Sutton / Sutton Images

Polesitter Daniel Ricciardo, Red Bull Racing

Polesitter Daniel Ricciardo, Red Bull Racing
3/25

Foto: Andy Hone / LAT Images

Sebastian Vettel, Ferrari SF71H

Sebastian Vettel, Ferrari SF71H
4/25

Foto: Jerry Andre / Sutton Images

Daniel Ricciardo, Red Bull Racing, celebrates wit Max Verstappen, Red Bull Racing, after taking Pole Position

Daniel Ricciardo, Red Bull Racing, celebrates wit Max Verstappen, Red Bull Racing, after taking Pole Position
5/25

Foto: Zak Mauger / LAT Images

Atmosphere

Atmosphere
6/25

Foto: Manuel Goria / Sutton Images

Aerial view

Aerial view
7/25

Foto: Mark Sutton / Sutton Images

Brendon Hartley, Scuderia Toro Rosso

Brendon Hartley, Scuderia Toro Rosso
8/25

Foto: Andy Hone / LAT Images

Kimi Raikkonen, Ferrari SF71H

Kimi Raikkonen, Ferrari SF71H
9/25

Foto: Manuel Goria / Sutton Images

Sebastian Vettel, Ferrari SF71H

Sebastian Vettel, Ferrari SF71H
10/25

Foto: Andy Hone / LAT Images

Fernando Alonso, McLaren MCL33

Fernando Alonso, McLaren MCL33
11/25

Foto: Manuel Goria / Sutton Images

Sebastian Vettel, Ferrari SF71H

Sebastian Vettel, Ferrari SF71H
12/25

Foto: Zak Mauger / LAT Images

Lewis Hamilton, Mercedes AMG F1 W09 EQ Power+

Lewis Hamilton, Mercedes AMG F1 W09 EQ Power+
13/25

Foto: Manuel Goria / Sutton Images

Lance Stroll, Williams FW41, leads Sergey Sirotkin, Williams FW41

Lance Stroll, Williams FW41, leads Sergey Sirotkin, Williams FW41
14/25

Foto: Zak Mauger / LAT Images

Max Verstappen, Red Bull Racing

Max Verstappen, Red Bull Racing
15/25

Foto: Jerry Andre / Sutton Images

Rear light detail

Rear light detail
16/25

Foto: Andy Hone / LAT Images

Max Verstappen, Red Bull Racing RB14

Max Verstappen, Red Bull Racing RB14
17/25

Foto: Zak Mauger / LAT Images

Sebastian Vettel, Ferrari SF71H

Sebastian Vettel, Ferrari SF71H
18/25

Foto: Andy Hone / LAT Images

Valtteri Bottas, Mercedes AMG F1 W09 EQ Power+, stops on track

Valtteri Bottas, Mercedes AMG F1 W09 EQ Power+, stops on track
19/25

Foto: Glenn Dunbar / LAT Images

Pierre Gasly, Scuderia Toro Rosso STR13

Pierre Gasly, Scuderia Toro Rosso STR13
20/25

Foto: Manuel Goria / Sutton Images

Sebastian Vettel, Ferrari SF71H

Sebastian Vettel, Ferrari SF71H
21/25

Foto: Mark Sutton / Sutton Images

Stoffel Vandoorne, McLaren MCL33

Stoffel Vandoorne, McLaren MCL33
22/25

Foto: Manuel Goria / Sutton Images

Sergio Perez, Racing Point Force India VJM11 and Sebastian Vettel, Ferrari SF71H

Sergio Perez, Racing Point Force India VJM11 and Sebastian Vettel, Ferrari SF71H
23/25

Foto: Manuel Goria / Sutton Images

Sebastian Vettel, Ferrari

Sebastian Vettel, Ferrari
24/25

Foto: Mark Sutton / Sutton Images

Stoffel Vandoorne, McLaren MCL33

Stoffel Vandoorne, McLaren MCL33
25/25

Foto: Glenn Dunbar / LAT Images

Verstappen tut die verpasste Chance auf den Pole-Rekord weh: "Das ganze Qualifying war scheiße", flucht er vor laufenden Kameras. "Ich hatte wieder das gleiche Problem wie am Freitagnachmittag. Die Motorbremse war nicht so, wie ich sie wollte, und deshalb haben die Räder blockiert." Aber: "Ich hatte gehofft, dass es trotz all der Probleme reichen wird."

Was im TV nicht zu sehen war: Verstappen hatte jedes Mal beim Runterschalten blockierende Hinterräder. Das trat schon im Abschlusstraining auf und zog sich ins Qualifying hinein. Er versuchte noch, dem entgegenzuwirken, indem er die Bremsbalance laufend verstellte - im Kampf um Tausendstelsekunden natürlich alles andere als ideale Voraussetzungen.

Daniel Ricciardo, Red Bull Racing, celebrates wit Max Verstappen, Red Bull Racing, after taking Pole Position

Daniel Ricciardo, Red Bull Racing, celebrates wit Max Verstappen, Red Bull Racing, after taking Pole Position

Foto: Zak Mauger / LAT Images

Für Red Bull ist Mexiko die erste Doppel-Pole seit Austin 2013 (Vettel vor Webber). Aber die drückende Dominanz des Freitags war am Samstag nicht mehr vorhanden. Hamilton fehlten auf Platz drei 0,135 Sekunden. "Ein guter Platz für den Start", sagt der angehende Weltmeister. "Ich bekomme guten Windschatten von den Jungs vor mir. Ich hoffe, zumindest einen Platz gutzumachen!"

Sein Renningenieur Peter Bonnington funkte am Ende der Session: "Das war besser, als es gestern aussah." Auch bei Valtteri Bottas: 0,401 Sekunden Rückstand auf die Pole sind weniger als erwartet. Dass es trotzdem nur der fünfte Platz wurde, 0,170 Sekunden vor Landsmann Kimi Räikkönen (Ferrari), der über Untersteuern klagte, lag an den heute extrem knappen Abständen.

Valtteri Bottas, Mercedes-AMG F1 W09

Valtteri Bottas, Mercedes-AMG F1 W09

Foto: Simon Galloway / Sutton Images

Im Gegensatz zu Austin-Sieger Räikkönen bekam Vettel die Balance seines Ferrari für die Entscheidung einigermaßen in den Griff. Am Ende fehlten 0,211 Sekunden auf die Pole und 0,076 Sekunden auf Hamilton. Die beiden WM-Rivalen stehen morgen nebeneinander in der zweiten Startreihe. Aber Hamilton reicht schon ein siebter Platz, um definitiv Weltmeister zu werden.

Vettel findet, dass er in Q3 "keine schlechte Runde" hingelegt hat, "aber ich hatte ein paar kleine Rutscher hier und da. Und dann reicht's halt nicht. Ich wusste, dass die anderen im letzten Sektor viel schneller sind. Der Plan, bis dahin schon Zeit gutzumachen, hat nicht ganz gepasst. Uns fehlt es an Abtrieb. Das sieht man: Wir sind die Schnellsten auf den Geraden. Aber zu langsam in den Kurven."

Sebastian Vettel, Ferrari SF71H

Sebastian Vettel, Ferrari SF71H

Foto: Manuel Goria / Sutton Images

Der zweite Deutsche im Feld, Nico Hülkenberg, entschied mit Platz sieben ("Best of the Rest") das Renault-Stallduell 2018 endgültig für sich. Zwei Qualifyings vor dem Ende liegt er gegen Carlos Sainz uneinholbar mit 11:8 in Führung. "Das ist das Beste, was für uns möglich ist", kommentiert er seinen Rückstand von 1,068 Sekunden auf die Pole.

Renault war in Mexiko konstant das viertbeste Team. In die drei Topteams hineinzuschnuppern, wie das am Freitag gelungen ist, sei aber "nicht realistisch", findet Hülkenberg. Vielmehr konzentriert er sich auf die, die hinter ihm stehen: Sainz, Sauber-Junior Charles Leclerc und Marcus Ericsson. Die müssen allesamt auf dem fragilen Hypersoft ins Rennen gehen.

Vielleicht ein entscheidender Nachteil gegenüber der sechsten Startreihe, bestehend aus Esteban Ocon (Force India) und Fernando Alonso (McLaren)? Die haben ebenso freie Reifenwahl wie Lokalmatador Sergio Perez (Force India), der in Q2 als 13. die Segel streichen musste - und auch noch sein internes Stallduell um drei Zehntelsekunden verlor.

Kevin Magnussen, Haas F1 Team VF-18

Kevin Magnussen, Haas F1 Team VF-18

Foto: Glenn Dunbar / LAT Images

Denkbar spannend war diesmal schon Q1. Alonso wurde zuerst die Zeit gestrichen. Dann ging er ein zweites Mal raus und schaffte als 14. gerade noch den Aufstieg. Hauchdünn vor Leclerc. Der hatte seinerseits 0,049 Sekunden Vorsprung auf Romain Grosjean, der in Q1 die Segel streichen musste. Genau wie Teamkollege Kevin Magnussen (18.).

Für Haas eine herbe Enttäuschung, auch wenn sich ein schwieriges Qualifying schon am Samstagmorgen abgezeichnet hatte. Denn da konnte Magnussen wegen eines notwendig gewordenen Tauschs des Ladeluftkühlers nur eine einzige Runde drehen.

Das war aber nicht der Hauptgrund für das frühe Ausscheiden: "Wir kriegen die Reifen einfach nicht ins Temperaturfenster", seufzt Magnussen. Und Grosjean ergänzt achselzuckend: "Irgendwie passen Mexiko und Haas nicht zusammen. Dabei haben wir alles Mögliche ausprobiert."

Nächster Artikel
Formel 1 Mexiko 2018: Das Qualifying im Formel-1-Liveticker

Vorheriger Artikel

Formel 1 Mexiko 2018: Das Qualifying im Formel-1-Liveticker

Nächster Artikel

Formel 1 Mexiko 2018: Die Startaufstellung in Bildern

Formel 1 Mexiko 2018: Die Startaufstellung in Bildern
Kommentare laden