Formel-1-Motorenhersteller offen für Rückkehr zu V8-Motoren
Die Zukunft der Formel-1-Motoren steht zur Diskussion: V8-Antriebe könnten zurückkehren, wenn nachhaltige Kraftstoffe und elektrische Unterstützung integriert bleiben
Gespräche über mögliche Rückkehr der V8-Motoren
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Die Antriebshersteller der Formel 1 scheinen sich grundsätzlich auf eine mögliche Rückkehr zu V8-Motoren in der Zukunft zu verständigen, sofern bestimmte Rahmenbedingungen erfüllt werden. Insbesondere die Relevanz der Hybridtechnologie für die Automobilindustrie spielt dabei eine zentrale Rolle.
Mercedes unterstützt eine mögliche Rückkehr zu V8-Antrieben, solange ein hybrider Anteil erhalten bleibt, der für die Serienentwicklung der Marke relevant ist. Diese Haltung wird im Fahrerlager weitgehend geteilt.
Die Diskussion über die künftigen Motorenregeln der Formel 1 hat zuletzt wieder an Fahrt aufgenommen. Mehrere Beteiligte drängen darauf, noch im Laufe dieses Jahres eine Richtung festzulegen, da die Entwicklung neuer Antriebseinheiten lange Vorlaufzeiten erfordert.
Domenicali drängt auf schnelle Entscheidung zum Motorenreglement
Formel-1-CEO und Präsident Stefano Domenicali sagt dazu im Gespräch mit Motorsport-Total.com und Autosport: "Wir müssen so schnell wie möglich entscheiden. Natürlich werden wir das gemeinsam mit der FIA diskutieren. Aber wir müssen in diesem Jahr festlegen, was als Nächstes kommen könnte."
FIA-Präsident Mohammed bin Sulayem erklärt beim Miami-Grand-Prix, die Formel 1 werde spätestens 2031 auf V8-Motoren umstellen, möglicherweise ein Jahr früher. Da das aktuelle Concorde-Agreement nach der Saison 2030 ausläuft, könnte die FIA theoretisch eine neue Motorenformel für 2031 durchsetzen, realistischer erscheint jedoch eine enge Abstimmung mit den Herstellern in den kommenden Monaten.
Positiv aus Sicht der Verantwortlichen ist, dass die aktuellen Hersteller offenbar grundsätzlich offen für V8-Antrieben mit nachhaltigen Kraftstoffen und einem kleineren Hybridanteil sind, verglichen mit dem seit 2026 gültigen Reglement.
Wolff offen für V8-Konzept mit Hybridanteil
Wolff betont, ein V8-Antrieb wäre "ein reiner Mercedes-Motor", warnte jedoch davor, den Anschluss an die Straßenrelevanz zu verlieren. "Aus Sicht von Mercedes sind wir offen für neue Motorenregeln. Wir lieben V8-Motoren", sagt Wolff in Miami.
"Wie schaffen wir es, genügend Energie über die Batterie bereitzustellen, damit wir den Bezug zur realen Welt nicht verlieren? Wenn wir auf hundert Prozent Verbrennung gehen, könnten wir uns 2030 oder 2031 etwas lächerlich vorkommen. Deshalb müssen wir das berücksichtigen, es einfacher machen und gleichzeitig ein großes Ingenieursprojekt daraus machen", so Wolff.

Toto Wolff begeistert von V8-Wiederkehr
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"Vielleicht können wir 800 PS aus dem Verbrennungsmotor holen und weitere 400 oder mehr über elektrische Energie hinzufügen. Wir sind dazu absolut bereit, solange diese Gespräche strukturiert geführt werden und alle Interessen berücksichtigt werden", erläutert der Österreicher weiter.
Auch wenn Wolff damit eher ein theoretisches Konzept skizziert, unterstreicht seine Aussage die grundsätzliche Richtung, dass die Formel 1 zu leistungsstarken Verbrennungsmotoren zurückkehren könnte, ohne den Bezug zur Industrie zu verlieren.
Hybrid-V8 als mögliche Übergangslösung im neuen Reglement
Der ursprünglich diskutierte Ansatz eines nahezu ausgeglichenen Verhältnisses zwischen Verbrennung und Elektrounterstützung dürfte jedoch eher eine Übergangsidee der aktuellen Reglementphase bleiben, die unter anderem den Einstieg von Audi und die Rückkehr von Honda in die Formel 1 beeinflusst hat.
Honda zeigt sich öffentlich weiterhin zurückhaltend, soll jedoch grundsätzlich bereit sein, sich auf deutlich veränderte Rahmenbedingungen einzulassen. Audi hat sich ebenfalls bewusst wegen der Motorenstrategie ab 2026 für die Formel 1 entschieden, wobei sich die Rahmenbedingungen inzwischen verändert haben. Die Marke sieht V8-Motoren als grundsätzlich kompatibel mit ihrer Serienstrategie, möchte jedoch weiterhin Turbolader als festen Bestandteil behalten.
US-Hersteller zeigen Interesse an V8-Konzepten
Auch amerikanische Hersteller wie General Motors und Ford stehen leistungsstarken V8-Konzepten positiv gegenüber. Cadillac plant weiterhin, ab 2029 eigene V6-Hybridantriebe einzusetzen, wäre bei einer Regeländerung jedoch gezwungen, parallel zwei Motorenprogramme zu betreiben.
Red Bull Teamchef Laurent Mekies, der auch für Red-Bull-Powertrains spricht, sagt: "Wir stehen dem ziemlich offen gegenüber. Wir mussten bei diesem Antrieb bei null anfangen, und der Ausgangspunkt ist ordentlich. Uns fehlt noch etwas Leistung im Vergleich zu Mercedes, aber die Arbeit des Teams ist beeindruckend, um uns konkurrenzfähig zu machen. Wir freuen uns auf die nächste Herausforderung und sind vermutlich etwas flexibler und unabhängiger."
Ferrari sieht Chancen bei Kosten und Vereinfachung

Vasseur als Befürworter für einfachere und leichtere Motoren
Foto: AFP
Auch Ferrari sieht die Diskussion über einfachere und leichtere Motoren positiv, vor allem im Hinblick auf sinkende Entwicklungskosten. Teamchef Frederic Vasseur erklärte: "Was die Zukunft betrifft, haben wir verschiedene Optionen auf dem Tisch. Es wird bald Zeit sein, diese zu diskutieren. "
"Von Anfang an hatten wir ein Ziel im Blick, nämlich die enormen Kosten der Motoren zu senken, sowohl für Hersteller als auch für Kundenteams und zum Vorteil der Formel 1. Ich denke, jetzt können wir alle Möglichkeiten besprechen und werden dazu bald Gelegenheit haben", so Vasseur.
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