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Formel-1-Rückblick 2016: McLaren

Die Motorsport.com-Experten blicken auf die Leistungen der Formel-1-Teams in der Saison 2016 zurück. Heute: Wie sich McLaren im Gegensatz zu 2015 stark verbessert, aber noch einen langen Weg vor sich hat.

Bearbeitet: 21.12.2016, 13:55

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Fernando Alonso, McLaren MP4-31

Technische Höhepunkte

von Giorgio Piola und Matt Somerfield

McLaren war in den vergangenen Jahren weiter hinten zu sehen als erwartet. Die Honda-Motoren behindern den Fortschritt. Auch wenn das Chassis zu einem der besten im Feld gehört, gibt es noch Raum für Verbesserungen.

Seit Peter Prodromou für das Team arbeitet, ist eine Ähnlichkeit zur Aerodynamik von Red Bull Racing zu erkennen.

Die Erwartungen an den neuen Heckflügel, der in Österreich getestet wurde, waren groß. Er war jedoch ein Beispiel dafür, dass die Simulationen nicht immer mit den Ergebnissen in der Realität übereinstimmen. Die Lösung wurde schnell wieder verworfen.

Die letzten Rennen der Saison 2016 nutzte McLaren für eine Art erweiterten Test für die Formel-1-Saison 2017. Aufgrund der Vielzahl an Regeländerungen hat das Team die Trainings genutzt, neue Teile zu testen. Dafür wurde Zeit, um ein Setup für das Rennen zu finden, geopfert. Ziel war, Daten zu sammeln, die zu einer Verbesserung des neuen Fahrzeugs führen sollen. 

McLaren MP4/31 rear wing endplate, Austrian GP

McLaren MP4/31, Heckflügel

Foto: Giorgio Piola

Bewertung der Saison

Jonathan Noble: 7

Auch wenn McLaren nicht ansatzweise so schlecht war wie im Jahr 2015, wurden die Erwartungen in der Saison 2016 nicht völlig erfüllt. Honda hat seinen Job deutlich besser gemacht und die Reorganisation der Technik-Abteilung bei McLaren hat geholfen, das Chassis zu optimieren.

Während der Saison gab es einen guten Fortschritt, das Team erreichte oft Q3 und punktete in den Rennen. Gegen Ende der Saison ging McLaren jedoch etwas die Energie aus. Es muss noch viel getan werden, damit die McLaren-Piloten regelmäßig ums Podium und um Siege kämpfen können.

Oleg Karpov: 5

Es gibt gute Gründe für die Probleme von McLaren. Honda hat erst 1 Jahr später als alle anderen Hersteller mit der Entwicklung des Motors begonnen. Desweiteren wurde die Struktur im Team in den vergangenen Jahren häufig verändert.

Es ist deshalb verständlich, dass der Rennstall keine Rennen gewinnt. Da Honda und McLaren aber über viele Ressourcen verfügen, wird das nicht mehr lange als Entschuldigung gelten. 

Glenn Freeman: 5

McLaren war besser als im Jahr 2015, was aber nicht sehr schwierig war. Die Aussage, aus eigener Kraft regelmäßig um Top-5-Ergebnisse zu kämpfen, war sehr optimistisch. Die Behauptung, ein gutes Chassis zu haben, wurde beim Heimrennen in Suzuka zerschlagen. Das Talent von Jenson Button und Fernando Alonso wurden ein weiteres Jahr vergeudet.

Kate Walker: 7

Nach der katastrophalen Saison 2015 für McLaren konnte es im Jahr 2016 nur bergauf gehen. Es lief gut, trotz des Horror-Unfalls von Alonso in Melbourne. Anschließend musste der Spanier beim Großen Preis von Bahrain sogar aussetzen.

Stoffel Vandoorne schaffte es, bei seinem Formel-1-Debüt Punkte zu sammeln. Honda hat im Jahr 2016 bewiesen, dass der Motor deutlich verbessert wurde.

Pablo Elizalde: 6

McLaren hat sich die ganze Saison über seinen eigenen Fortschritt beweihräuchert. War dieser Fortschritt aber wirklich gut genug? Kein Zweifel: Das Team ist näher ans Mittelfeld herangerückt. Zudem war die Zuverlässigkeit deutlich besser als im Vorjahr. Trotzdem hat es McLaren nicht geschafft, die Position zu erreichen, die als Ziel ausgegeben wurden. 2017 wird ein wichtiges Jahr, um das Projekt zu beurteilen. 

Guillaume Navarro: 6

McLaren hat wieder sein Potenzial für Entwicklungen gezeigt. Es hat verhindert, noch weiter hinter die Topteams zurückzufallen und kam sogar näher heran. Trotzdem hat das britische Team zu schlecht begonnen.

Der Honda-Motor war deutlich zuverlässiger als im Jahr 2015, fiel aber dennoch zu oft aus. Der Austausch von Ron Dennis mit Zak Brown wird der Wendepunkt für McLaren sein.

Erwin Jaeggi: 6

Die Einführung der V6-Turbomotoren im Jahr 2014 war für die Rennställe eine große Herausforderung. Die Probleme, die McLaren hat, beweisen es. Es gab einige gute Ergebnisse im Laufe der Saison, jedoch wurden die Fahrer zu oft vom MP-31 in Stich gelassen.

Das Team verbessert sich langsam, aber deutlich. Die Zuverlässigkeit und die Leistung wurden gesteigert. Die Änderungen in der Chefetage und die Verpflichtung von Stoffel Vandoorne dürften helfen, sich noch schneller weiterzuentwickeln. 

Jacobo Vega: 7

Das Jahr 2016 war für McLaren ein völlig anderes als 2015. Honda benötigt genauso viel Zeit, um den Motor zu entwickeln wie Mercedes, Renault oder Ferrari. Es war merkwürdig, als das Team feierte, in Q3 gelangt zu sein. Es gehört nicht dahin, wo es jetzt ist, und ich hoffe, dass wir es wieder an der Spitze sehen werden.

Alonso hat einen tollen Job gemacht und einige tolle Rennen gefahren. Für Button war genau der richtige Zeitpunkt, seine Formel-1-Karriere zu beenden. Er wird seinen Enkeln irgendwann erzählen können, dass er einmal zu den besten Formel-1-Piloten gehört hat.

Endergebnis: 6,13/10

 

Jenson Button, McLaren MP4-31

Jenson Button, McLaren MP4-31

Foto: XPB Images

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