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Formel-1-Rückblick 2016: Toro Rosso

Motorsport.com bewertet die Leistungen der Formel-1-Teams in der Saison 2016. Heute: Wie Toro Rosso die ganze Saison lang versucht hat, den mangelnden Speed des Ferrari-Jahresmotors auszugleichen.

Bearbeitet: 21.12.2016, 13:54

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Carlos Sainz Jr., Scuderia Toro Rosso STR11

Technische Höhepunkte

von Giorgio Piola und Matt Somerfield

Toro Rosso war 2016 technisch gesehen eine Art Star, da es, neben Mercedes, nur eines von 2 Teams war, das mit einer aggressiveren Version des "S-Schachts" aufwartete.

Es inspirierte mit seiner Version der Endplatte des Heckflügels aber auch andere, die diese Lösung studierten und später in der Saison ebenfalls anwendeten.

Die offenen Enden der Lüftungsschlitze leiten den Luftfluss um, der an der Verbindungsstelle der Flaps und der Endplatte zusammentrifft, da man versucht, auf der einen Seite den Abtrieb zu verbessern und auf der anderen den Luftwiderstand zu reduzieren. Diese Lösung wurde später von Ferrari für den SF16-H, von Haas für den VF16, von Sauber für den C35 und von McLaren für den MP3-31 kopiert.

Toro Rosso STR11 rear wing and monkey seat

Toro Rosso STR11: Heckflügel und Monkey-Seat

Foto: Giorgio Piola

Bewertungen der Saison

Jonathan Noble: 6

Eine Saison unglaublicher Höhen und Tiefen für Toro Rosso, da das Team damit zu kämpfen hatte, dass sein ein Jahr alter Ferrari-Motor immer mehr gegen die Konkurrenz abfiel. Die Stärke seines Chassis verhalf ihm aber zu einigen starken Ergebnissen, da Carlos Sainz sich nicht davon kleinkriegen ließ, dass sich Red Bull Racing gegen ihn entschieden hatte. Er hätte in Monaco auf dem Podium stehen sollen. Sein Können und der Schritt nach vorne, den der Renault-Motor 2017 bringen sollte, sind etwas, das das Team zuversichtlich nach vorne blicken lassen sollte.

Oleg Karpov: 6

Jahrelang hat Toto Rosso versucht, unter die Top 5 der Teamwertung zu kommen und in diesem Jahr war das Ziel sehr nahe. James Keys STR11 war ein sehr gutes Auto und wir haben sein Potential in Monaco und Singapur gesehen, die mangelnde Power des ein Jahr alten Ferrari-Motors kam dem Team aber teuer zu stehen. Der Entschluss eines Fahrerwechsels von Red Bull Racing mitten in der Saison half auch nicht weiter, da Daniil Kvyat ein paar Monate brauchte, um sich an das Auto anzupassen und sein Selbstvertrauen wieder aufzubauen.

Glenn Freeman: 8

Der Gedanke an ein Toro-Rosso-Chassis mit einem konkurrenzfähigen Motor ist verlockend. Das Auto war offensichtlich ein gutes Paket, bis der Motor von 2015 zu weit zurückfiel. Max Verstappen mitten in der Saison zu verlieren und dafür einen "beschädigten" Daniil Kvyat zu bekommen, brachte sicher auch Unruhe mit. Carlos Sainz hat aber einen phänomenalen Job gemacht – sein einziges Problem ist momentan die Qualität der Fahrer bei Red Bull Racing.

Kate Walker: 7

Auch wenn Carlos Sainz von Helmut Marko bei der Beförderung von Max Verstappen zu Red Bull Racing übersehen wurde, lieferte er 2016 eine starke Leistung ab. Er bescherte Toro Rosso zwei 6. Plätze und holte in 10 Rennen Punkte. Seine Beständigkeit im Mittelfeld brachte ihm Beifall, wie auch seine Fahrt in Interlagos, als er die gleichen Rundenzeiten fuhr wie Max Verstappen im Red Bull Racing, obwohl er im Qualifying 2 Sekunden langsamer gewesen war. Daniil Kvyat brauchte im anderen Auto einige Zeit, um sich von der Degradierung durch Red Bull Racing zu erholen, fand in Singapur aber wieder zu seiner Leistung zurück, wo er "seine Seele auf der Strecke" ließ.

Pablo Elizalde: 7

es war klar, dass der ein Jahr alte Ferrari-Motor dem Team schaden würde, besonders, je weiter die Saison voranschritt. Trotzdem schaffte es das Team, einiges herauszuholen, obwohl es durch die Probleme, die es nach der Einführung des B-Spec-Chassis hatte, mehr als nur ein paar Gelegenheiten verpasste, Punkte zu holen. Mit einem fähigen Design-Team und einem aktuellen Motor sollte es nächstes Jahr aber in besserer Form sein.

Guillaume Navarro: 7

Das Team aus Feanza hat sicher nicht die Anerkennung bekommen, die es verdient gehabt hätte: Der Fortschritt von McLaren und das Debüt von Haas haben ihm die Show gestohlen. Toro Rosso musste mit einem Fahrerwechsel mitten in der Saison zurechtkommen – einen Star wie Verstappen zu verlieren und dafür einen mental angeschlagenen Daniil Kvyat zu bekommen. Mit einem ein Jahr alten Ferrari-Motor, den es erst sehr spät bekam, war 2016 trotzdem ein gutes Jahr. Das Team bekommt nun wieder Renault-Motoren und kann aus den Technologie-Daten von Red Bull Racing lernen.

Erwin Jaeggi: 6

Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost hatte das Ziel seines Team klar abgesteckt: Fünfter in der Konstrukteurswertung zu werden. Platz 7 ist also am Ende eine große Enttäuschung. Natürlich hat der Fahrerwechsel dem Team aus Faenza nicht geholfen. Nicht, dass Daniil Kvyat ein schlechter Fahrer ist, er brauchte nur Zeit, um sich an die neue Situartion und das neue Auto zu gewöhnen. Die Tatsache, dass Toro Rosso einen ein Jahr alten Ferrari-Motor hatte, machte alles noch schwieriger, je näher das Saisonende kam. Der Wechsel zu Renault für 2017 und, dass man Carlos Sainz und Kvyat als Fahrer behalten hat, sollte STR nächstes Jahr besser aussehen lassen.

Jacobo Vega: 7

Es ist mit Toro Rosso jedes Jahr das gleiche: James Key kann ein sehr gutes Auto bauen, das beschränkte Budget macht es aber sehr schwierig, während der Saison Fortschritte zu machen. Dieses Jahr war durch den 2015er-Ferrari-Motor sogar noch schwieriger, das Team schaffte aber trotzdem sehr gute Ergebnisse. Ich denke Carlos Sainz hat einen sehr guten Job gemacht und gezeigt, dass er ein Fahrer ist, der eine Chance in einem besseren Team verdient, hoffentlich 2018.

Endergebnis: 6,75/10

 

Daniil Kvyat, Scuderia Toro Rosso STR11

Daniil Kvyat, Scuderia Toro Rosso STR11

Foto: XPB Images

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