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Der "Crashgate"-Skandal von 2008 beschäftigt erneut die Justiz: Felipe Massa gewinnt eine erste juristische Runde und fordert nun umfassende Beweismittel

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Fotomontage: Felipe Massa 2025, "Crashgate" 2008 in Singapur

Foto: circuitpics.de/Getty circuitpics.de/Getty

Felipe Massa hat im Rechtsstreit um die Formel-1-Weltmeisterschaft 2008 vor einem britischen Gericht einen wichtigen Etappensieg erzielt. Die Angeklagten - das Formel-1-Management (FOM), der Automobil-Weltverband (FIA) und Ex-Serienchef Bernie Ecclestone - müssen Massa einen Teil der Prozesskosten bezahlen: umgerechnet rund 290.000 Euro.

Doch Massa und seine Anwälte wollen noch mehr erreichen: Sie fordern, keine weiteren Berufungen zuzulassen und den Fall nun zügig gerichtlich zu verhandeln. Außerdem wollen sie erwirken, dass die Angeklagten sämtliche relevanten Beweismittel offenlegen müssen. Dazu zählen Dokumente, die bislang noch nicht vor Gericht präsentiert wurden. Auch Zeugenaussagen sollen Massas Forderungen stützen.

Der frühere Formel-1-Fahrer wirft FOM, FIA und Ecclestone vor, von den Ereignissen beim Grand Prix von Singapur 2008 gewusst zu haben, ehe der Vorfall als "Crashgate" bekannt wurde. Die Angeklagten sollen den absichtlich herbeigeführten Unfall von Nelson Piquet vertuscht haben.

Worum es in diesem Rechtsstreit genau geht

"Ich will vor Gericht beweisen, dass sie sich verschworen haben, die Wahrheit zu verbergen, und ich werde alle rechtlichen Mittel nutzen, um sicherzustellen, dass dieses Unrecht korrigiert wird", erklärte Massa. "Die Formel 1 ist der größte Sport der Welt, aber es ist entscheidend, dass sie auch der fairste ist."

Deshalb reichte Massa Klage gegen FOM, FIA und Ecclestone ein, doch die juristische Auseinandersetzung zieht sich bereits einige Jahre hin. Den Anstoß hatte 2023 ausgerechnet Ecclestone selbst gegeben: Er sagte im Gespräch mit F1-Insider.com: "Wir hatten genug Informationen, um der Sache nachzugehen. Wir hätten das Rennen streichen sollen."

Er und der damalige FIA-Präsident Max Mosley hätten sich jedoch dazu entschlossen, "die Formel 1 zu schützen und sie vor einem großen Skandal zu bewahren", so Ecclestone im gleichen Interview. Rund ein Jahr nach dem Grand Prix machte jedoch Piquet den Vorfall öffentlich. Die FIA sprach anschließend Sanktionen gegen die Drahtzieher aus, ließ das Rennergebnis aber unverändert.

Wie Ecclestone selbst sagte: "Hätten wir Singapur gestrichen, hätte das Rennen nicht für die Gesamtwertung gezählt. Dann wäre Felipe Massa Formel-1-Weltmeister geworden - und nicht Lewis Hamilton." Deshalb fordert Massa nun Schadensersatz in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe.

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