Formel 1 Spielberg: Pole-Position für Lewis Hamilton, Nico Hülkenberg Dritter

Lewis Hamilton holte in einem spannenden Qualifying in Spielberg die Pole-Position vor seinem Teamkollegen Nico Rosberg und Nico Hülkenberg in Force India. Jenson Button Fünfter!

Nachdem es wenige Minuten vor Ende des zweiten Qualifying-Segments angefangen hatte zu regnen, machten die schnellsten Zehn die Pole-Position auf abtrocknender Strecke unter sich aus und die Entscheidung um die beste Startposition fiel erst in letzter Sekunde, nachdem die Fahrer wieder von Regenreifen auf Slicks umgerüstet hatten.

Schnellster, mit einer fliegenden Runde von 1:07.922 war am Ende Lewis Hamilton und der Brite wird zum 54. Mal in seiner Formel-1-Karriere von der ersten Startposition in einen Grand Prix gehen.

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„Das hat Spaß gemacht! Diese Strecke trocknet sehr schnell ab“, sagte Hamilton. „Das hat mich überrascht, denn ich bin hier nie zuvor im Regen gefahren. Das Risiko, das ich mit den Slicks eingegangen bin, hat sich ausgezahlt.“

Nico Rosberg, bei dessen Mercedes nach dem Crash am Vormittag das gesamte Heck gewechselt wurde, konnte nach acht Minuten ins Training eingreifen und landete auf Rang zwei. „Es war ein aufregendes Qualifying. Lewis hat einen tollen Job gemacht. Schade, dass ich fünf Startplätze verliere, aber ich werde trotzdem versuchen, das Beste daraus zu machen.“

Durch diese Strafversetzung des Deutsches um fünf Plätze wegen des Getriebewechsels, wird Force-India-Pilot Nico Hülkenberg von Position zwei ins Rennen gehen. „Das hat mich doch sehr an Brasilien (2010; Anm. d. Red.) erinnert“, freute er sich. „Es war eine tolle Leistung vom Team, denn den richtigen Zeitpunkt zum Rausfahren zu erwischen, war nicht einfach.“

Ob Hülkenberg tatsächlich in der ersten Reihe bleibt, ist aber noch ungewiss. In Q2 war er unter gelber Flagge nicht weit genug vom Gas gegangen und könnte noch eine Strafe von den Rennkommissaren kassieren, die den Vorfall untersuchen.

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Als Dritter wird Jenson Button zum ersten Mal seit Abu Dhabi 2014 wieder von einem Top-10-Startplatz ins Rennen gehen. „Unfassbar! Ich bin so glücklich. Ich liebe diese Bedingungen! Können wir die nicht bei jedem Rennen haben? In Q2 dachte ich schon, es wäre vorbei. Dann hat es doch noch gereicht und Q3 war auch nicht so schlecht“, sagte ein überglücklicher Button. Ziele für das Rennen habe er sich aber nicht gesetzt, gestand der McLaren-Pilot. „Normal stehe ich nicht so weit vorne. Ich glaube es immer noch nicht ganz.“

Der Viertplatzierte, Sebastian Vettel, wird dagegen nur von Position neun starten, da auch er, wie Rosberg, eine Strafe wegen Getriebewechsels absitzen muss. Seinen Platz übernimmt Teamkollege Kimi Räikkönen.

Der Siebtschnellste, Daniel Ricciardo im Red Bull Racing erbte Platz fünf vor Rosberg, der durch Vettels Strafversetzung wieder einen Platz gewinnt und als Sechster starten wird. Hinter im steht Valtteri Bottas im Williams, vor Max Verstappen, Sebastian Vettel und  Felipe Massa.

Pascal Wehrlein schaffte es zum ersten Mal in seiner Formel-1-Karriere in Q2 und wurde Zwölfter – vor Doppelweltmeister Fernando Alonso. „Ich bin super zufrieden. Ich glaube, wir haben einige Jungs hinter uns gelassen, die vielleicht besseres Material hatten als wir“, freute sich der 21-Jährige. „Morgen werde ich mein Bestes geben und dann sehen, wo wir rauskommen.“ Bezüglich der Probleme mit den Randsteinen meinte der Manor-Pilot übrigens nur: „Wenn man nicht drüberfährt, hat man keine Probleme.“

Sergio Perez musste seinen Haas schon in Q1 mit einem Aufhängungsschaden hinten rechts abstellen. Und wenig später brach am nächsten Auto eine Aufhängung.

Toro-Rosso-Pilot Daniil Kvyat sorgte zwei Minuten vor Ende von Q1 mit einem heftigen Abflug für einen Trainingsabbruch. Der Russe war in Kurve neun mit dem rechen Hinterrad an einem der vieldiskutierten „Baguette-Randsteine“ hängengeblieben, wodurch die Radaufhängung gebrochen war. Glücklicherweise überstand Kvyat den Einschlag in die Leitplanke unverletzt, nur seine Mechaniker werden jede Menge Arbeit haben, den STR10 bis zum Rennen wieder aufzubauen.

Wenige Sekunden nach dem Neustart kam das Aus auch für den zweiten Toro Rosso. Carlos Sainz musste sein Auto mit einem Motorschaden neben der Strecke abstellen.

Startaufstellung:

PosFahrerChassisMotorZeitAbstand
1  Lewis Hamilton  Mercedes Mercedes 1:07,922  
2  Nico Hülkenberg  Force India Mercedes 1:09,285 1,363
3  Jenson Button  McLaren Honda 1:09,900 1,978
4  Kimi Räikkönen  Ferrari Ferrari 1:09,901 1,979
5  Daniel Ricciardo  Red Bull TAG 1:09,980 2,058
6 Nico Rosberg Mercedes Mercedes 1:08,456 0,543
7  Valtteri Bottas  Williams Mercedes 1:10,440 2,518
8  Max Verstappen  Red Bull TAG 1:11,153 3,231
9  Sebastian Vettel  Ferrari Ferrari 1:09,781 1,859
10  Felipe Massa  Williams Mercedes 1:11,977 4,055
11  Esteban Gutierrez  Haas Ferrari 1:07,578  
12  Pascal Wehrlein  Manor Mercedes 1:07,700  
13  Romain Grosjean  Haas Ferrari 1:07,850  
14  Fernando Alonso  McLaren Honda 1:08,154 0,232
15  Carlos Sainz Jr.  Toro Rosso Ferrari    
16  Sergio Perez  Force India Mercedes    
17  Kevin Magnussen  Renault Renault 1:07,941 0,019
18  Jolyon Palmer  Renault Renault 1:07,965 0,043
19  Daniil Kvyat  Toro Rosso Ferrari 1:08,409 0,487
20  Marcus Ericsson  Sauber Ferrari 1:08,418 0,496
21 Rio Haryanto Manor Mercedes 1:08,362 0,440
22  Felipe Nasr  Sauber Ferrari 1:08,521 0,599
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Über diesen Artikel
Rennserien Formel 1
Veranstaltung GP Österreich
Unterveranstaltung Qualifying, Samstag
Rennstrecke Red Bull Ring
Artikelsorte Qualifyingbericht
Tags formel 1, hamilton, mercedes, rosberg, spielberg