Formel-1-Technik mit Giorgio Piola
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Formel-1-Technik mit Giorgio Piola

Formel-1-Technik 2018: Hatte Red Bull wirklich das beste Chassis?

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Formel-1-Technik 2018: Hatte Red Bull wirklich das beste Chassis?
Autor: Giorgio Piola , Featured writer
Co-Autor: Matthew Somerfield
Übersetzung: Heiko Stritzke
31.12.2018, 15:19

Red Bull und Renault gerieten in der Formel 1 2018 mehrfach aneinander - So verbesserte Red Bull sein Chassis immer weiter, um seine Behauptungen zu untermauern

Wie gut war der RB14 wirklich? Red Bull legte sich während der Formel-1-Saison 2018 regelmäßig mit Motorenpartner Renault mit der Behauptung an, man habe das beste Chassis im Feld und sei nur deshalb nicht Meister geworden, weil Motorleistung gefehlt hat. Die zerrüttete Ehe wurde vor der Saison 2019 endgültig geschieden und Red Bull wird künftig auf Honda-Motoren setzen, deren Ruf allerdings bislang auch nicht besser war als der von Renault.

Was war dran an den Behauptungen? Die Leistung in Mexiko spricht für Red Bulls Theorie, denn die große Höhe machte den Motorenvorteil von Ferrari und Mercedes zunichte. Auch Daniel Ricciardos Galavorstellung in Monaco, wo Motorleistung nicht zählte, unterstützt diese These. Dafür klappte es in Ungarn nicht. Nüchtern betrachtet folgte der Red Bull RB14 derselben Chassis-Philosophie wie seine erfolgreichen Vorgänger. Lediglich kleinere Anpassungen wurden vorgenommen, um dem Regelwerk gerecht zu werden.

In unserer Fotostrecke blicken wir auf die Entwicklung des Boliden zurück und zeigen, was ihn so erfolgreich machte.

Fotostrecke
Liste

Red Bull Racing RB14 front suspension and aero detail

Red Bull Racing RB14 front suspension and aero detail
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Foto: Mark Sutton / Sutton Images

Ein Blick auf die Bargeboards offenbart, dass sie mit den Turning Vanes unter der Nase verbunden sind. Das sorgt für mehr Steifigkeit.

Halo on Red Bull Racing RB14

Halo on Red Bull Racing RB14
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Foto: Mark Sutton / Sutton Images

Red Bull war das einzige Team, das an der stromlinienförmigen Halo-Lösung festhielt. Es wurden keinerlei Winglets oder anderes Drum und Dran verwendet.

Bodywork on Red Bull Racing RB14

Bodywork on Red Bull Racing RB14
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Foto: Mark Sutton / Sutton Images

Diese Aufnahme zeigt, wie weit hinten sich die Öffnung im Seitenkasten befindet. Die großen Karosserie-Überhänge machen es möglich.

Red Bull Racing RB14 mirror

Red Bull Racing RB14 mirror
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Foto: Mark Sutton / Sutton Images

Ein Blick auf den zweiteiligen Rückspiegel, den das Team während der Saison einführte. Die Inspiration kam von Konkurrenten wie Ferrari.

Mirror on Red Bull Racing RB14

Mirror on Red Bull Racing RB14
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Foto: Mark Sutton / Sutton Images

Die Spiegelkonstruktion von hinten betrachtet: Die Entscheidung, den Spiegel als zweiteiliges Item zu betrachten, eröffnete ganz neue aerodynamische Perspektiven.

Red Bull Racing RB14 front detail

Red Bull Racing RB14 front detail
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Foto: Giorgio Piola

Mechaniker verändern die Einstellungen an der Vorderradaufhängung. Beachtenswert ist auch die Tellerfeder-Lösung am "Heave Damper", der die Pitching-Bewegungen der Nase beim Bremsen kontrolliert.

Red Bull Racing RB14 front suspension detail

Red Bull Racing RB14 front suspension detail
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Foto: Sutton Images

Zum Vergleich eine Ansicht der Frontpartie des RB14, als das Team noch einen hydraulischen "Heave Damper" verwendet hat.

Red Bull Racing RB14 rear wheel hub

Red Bull Racing RB14 rear wheel hub
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Foto: Mark Sutton / Sutton Images

Die Oberfläche der hinteren Bremsummantelung wurde mit hitzebeständigem Material überzogen, um die Wärmeinteraktion mit den Felgen im optimalen Bereich zu halten.

Red Bull Racing RB14 bargeboards

Red Bull Racing RB14 bargeboards
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Foto: Mark Sutton / Sutton Images

Ein Blick auf die Bargeboards des RB14 mit dem Seitenkasten-Deflektor.

Red Bull Racing RB14's engine intake plenum

Red Bull Racing RB14's engine intake plenum
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Foto: Giorgio Piola

Die Ansaugbrücke ist zweigeteilt, eine Seite für jede Zylinderbank.

Red Bull RB14 manifold

Red Bull RB14 manifold
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Foto: Giorgio Piola

Auch die Lufthutze ist zweigeteilt: Ein Teil der Luft geht in den Motor, der andere versorgt kleinere Hilfskühler.

Daniel Ricciardo, Red Bull Racing RB14

Daniel Ricciardo, Red Bull Racing RB14
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Ein Blick auf das Auto von oben zeigt, dass das Team das Design so simpel wie möglich halten wollte.

Aero paint on Red Bull Racing RB14

Aero paint on Red Bull Racing RB14
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Foto: Sutton Images

Flo-Viz-Farbe an der Unterseite des Fahrzeugs, mit der eingangs schon erwähnten Verbindung der Turning Vanes mit dem Bargeboard.

Red Bull Racing RB14 rear detail

Red Bull Racing RB14 rear detail
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Foto: Giorgio Piola

Auch der Diffusor des RB14 wurde bei den Vorsaison-Testfahrten mit Flo-Viz angesprüht.

Red Bull Racing RB14 rear wing Azerbaijan GP

Red Bull Racing RB14 rear wing Azerbaijan GP
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Foto: Giorgio Piola

Für den Großen Preis von Aserbaidschan verwendete Red Bull einen schlanken Heckflügel. Die Endplatten verfügen über lediglich zwei Einschnitte mit (nach vorne) offenem Ende.

Red Bull RB14 front wing, captioned

Red Bull RB14 front wing, captioned
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Foto: Giorgio Piola

Beim Großen Preis von Spanien wurde der Frontflügel überarbeitet. Die Endplatte erhielt ein neues Winglet (1) und eine neue Form im unteren Bereich (2).

Red Bull RB14 sidepods, Spanish GP

Red Bull RB14 sidepods, Spanish GP
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Foto: Giorgio Piola

Beim selben Rennen erfuhr auch die aerodynamisch so bedeutende Region rund um die Bargeboards eine Überarbeitung: Die Grundplatte des Bargeboards wurde verändert (1), ein Boomerang-Flügel kam hinzu (2), der Beginn des Unterbodens erhielt drei weitere Einschnitte, womit es nun insgesamt sechs waren, und die Einschnitte im Unterboden selbst wurden verändert (4).

Red Bull Racing RB14 sidepods, French GP

Red Bull Racing RB14 sidepods, French GP
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Foto: Giorgio Piola

Beim Großen Preis von Frankreich kamen wieder neue Bargeboards an den RB14, diesmal mit geänderten Einschnitten in der Bodenplatte und neuen aufgesetzten Flaps (Pfeil).

Red Bull Racing RB14 front wing, British GP

Red Bull Racing RB14 front wing, British GP
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Foto: Giorgio Piola

Auf der Suche nach einer besseren Balance probierte Daniel Ricciardo beim Großen Preis von Großbritannien eine Reihe neuer Frontflügel aus.

Red Bull Racing RB14 floor comparison, German GP

Red Bull Racing RB14 floor comparison, German GP
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Foto: Giorgio Piola

Zum Großen Preis von Deutschland brachte das Team einen neuen Unterboden mit Löchern, die nun komplett umschlossen waren (gelb hervorgehoben). Zum Vergleich im Kreis die alte Version.

Red Bull RB14 rear wing monkey seat

Red Bull RB14 rear wing monkey seat
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Foto: Giorgio Piola

Beim Großen Preis von Ungarn nutzte Red Bull eine extreme High-Downforce-Konfiguration, die nicht nur einen steil angestellten Heckflügel umfasste, sondern auch ein keilförmiges Monkey-Seat-Winglet (blauer Pfeil) sowie einen einzelnen T-Flügel (roter Pfeil).

Red Bull Racing RB14 rear wing detail

Red Bull Racing RB14 rear wing detail
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Foto: Mark Sutton / Sutton Images

Eine Detailansicht der Zusatzflügel beim Ungarn-Grand-Prix.

Red Bull Racing RB14 rear floor detail

Red Bull Racing RB14 rear floor detail
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Foto: Mark Sutton / Sutton Images

Ein Blick auf die länglichen Einschnitte im Unterboden, die parallel zur Kante verlaufen. Sie dienen der Abdichtung des Unterbodens, quasi eine Schürze aus Luft.

Red Bull RB14 rear wing, Belgian GP

Red Bull RB14 rear wing, Belgian GP
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Foto: Giorgio Piola

Auf der Suche nach höherem Topspeed entschloss sich Red Bull beim Großen Preis von Belgien zu einem extrem flachen Flügel.

Red Bull RB14 rear wing, Monza GP

Red Bull RB14 rear wing, Monza GP
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Foto: Giorgio Piola

Auch in Italien kam der Extremflügel zum Einsatz. Die Endplatten weisen keinerlei Einschnitte auf.

Red Bull Racing RB14, Russian GP

Red Bull Racing RB14, Russian GP
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Foto: Giorgio Piola

In Russland brachte das Team erneut einen neuen Frontflügel mit einem zusätzlichen Element nach dem hinteren Ende der Endplatte an den Start. Ziel war, den an der Oberseite des Fahrzeugs generierten Abtrieb zu verbessern.

Red Bull Racing RB14 front wing detail

Red Bull Racing RB14 front wing detail
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Foto: Mark Sutton / Sutton Images

Zum Vergleich: Der alte Flügel mit nur zwei Zusatzelementen hinter der Endplatte.

Red Bull Racing RB14 rear diffuser detail

Red Bull Racing RB14 rear diffuser detail
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Foto: Mark Sutton / Sutton Images

Ein fantastischer Einblick in den Diffusor des RB14 beim Großen Preis von Russland. Die Oberseite weist nicht nur eine gekrümmte Außenseite auf, sondern auch eine Kurvenform im zentralen Bereich.

Red Bull Racing RB14 rear diffuser detail

Red Bull Racing RB14 rear diffuser detail
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Foto: Sutton Images

Zum Vergleich hier der frühere Diffusor mit einer eher rechteckigen Form im Zentrum.

Red Bull Racing RB14 rear floor detail

Red Bull Racing RB14 rear floor detail
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Foto: Mark Sutton / Sutton Images

Eine Detailansicht der verschiedenen Einschnitte im hinteren Bereich des Unterbodens.

Red Bull Racing RB14 floor Mexican GP

Red Bull Racing RB14 floor Mexican GP
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Foto: Giorgio Piola

In Mexiko-Stadt experimentierte Red Bull mit dieser neuen Konfiguration des Unterbodens und trat damit in die Fußstapfen der Ferrari-Unterbodentests in Austin. Beide Teams testeten aufgesetzte Flaps auf dem Unterboden, die den Effekt der länglichen Einschnitte verstärken.

Red Bull Racing RB14 bargeboard detail

Red Bull Racing RB14 bargeboard detail
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Foto: Mark Sutton / Sutton Images

Noch einmal ein Blick auf die Grundplatte des Bargeboards. Deren Komplexität vergrößerte sich während des Jahres immer weiter.

Red Bull Racing RB14 bargeboard detail

Red Bull Racing RB14 bargeboard detail
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Foto: Mark Sutton / Sutton Images

Ein Blick auf den Deflektor vor dem Seitenkasten des RB14.

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Urheber Giorgio Piola