Formel-1-Technik mit Giorgio Piola
Topic

Formel-1-Technik mit Giorgio Piola

Formel-1-Technik 2018: Wie Renault den Wachstumsschmerzen begegnete

geteilte inhalte
kommentare
Formel-1-Technik 2018: Wie Renault den Wachstumsschmerzen begegnete
Autor:
, Featured writer
Co-Autor: Matthew Somerfield
Übersetzung: Heiko Stritzke
29.12.2018, 15:24

Das Renault-Team setzte während der Formel-1-Saison 2018 sein Wachstum weiter fort - So robbte sich die Enstone-Mannschaft an die Spitze des Mittelfelds

Auf den ersten Blick mag Renault als Werksteam in der Formel 1 in den vergangenen Jahren unter seinen Möglichkeiten geblieben sein. Doch man darf nicht vergessen, dass der französische Hersteller erst Ende 2015 das dahinsiechende Lotus-Team zurückgekauft hat.

Nach dem werksseitigen Ausstieg von Renault Ende 2010 fiel das Team in private Hände. Einigen beachtlichen Anfangserfolgen folgte der Verlust von wichtigem Personal an die Konkurrenz und infolge der Regeländerungen von 2014 begann der sportliche Absturz. 2015 war schließlich kein Geld mehr da und nur der Renault-Rückkauf rettete das Überleben der Mannschaft.

Seitdem hat Renault den Standort Enstone komplett auf den Kopf gestellt und dabei massive Investitionen im Rahmen eines Fünfjahresplans gefahren. Neue Infrastruktur wurde geschaffen und neues Personal rekrutiert. In der Formel-1-Saison 2018 konnte Renault die ersten Früchte ernten: Dem Werksteam gelang es, sich im engen Mittelfeld durchsetzen und den vierten Platz in der Konstrukteurswertung zu holen, den viel zitierten "Best of the Rest".

In unserer Technikanalyse blicken wir mit Hilfe exklusiver Illustrationen von Giorgio Piola zurück auf die Evolution des Renault R.S.18.

Fotostrecke
Liste

Renault R.S.18 S duct

Renault R.S.18 S duct
1/26

Foto: Giorgio Piola

Nachdem Renault jahrelang einen kurzen S-Schacht verwendet hatte, wechselte man für 2018 auf die längere Version, die von anderen Teams schon seit längerer Zeit eingesetzt wird. Die langgezogene S-Schacht-Version des R.S.18 beinhaltet mehrere Öffnungen. Auch die Flügel-Aufhängungen warten mit einer großen Lücke auf, wie es auch Ferrari und McLaren der Fall war.

Renault Sport F1 Team R.S. 18 nose detail

Renault Sport F1 Team R.S. 18 nose detail
2/26

Foto: Giorgio Piola

Ein Blick auf die Rückseite der Nase. Deutlich zu sehen ist, wie die Luft auf die Oberseite des Chassis gelenkt wird.

Renault R.S.18 front brake drum choices

Renault R.S.18 front brake drum choices
3/26

Foto: Giorgio Piola

Bei der Bremskühlung brachte Renault mehrere Lösungen an den Start. Die linke Lösung zeigt ein kleines Gehäuse, das die Bremsscheibe komplett entblößt. Auf der rechten Seite die Version, die die Bremse komplett einschließt.

Renault Sport F1 Team R.S. 18 rear wheel hub

Renault Sport F1 Team R.S. 18 rear wheel hub
4/26

Foto: Mark Sutton / Sutton Images

In diesem Foto lässt der R.S.18 alle Hüllen fallen und uns den Weg der Kühlluft von der hinteren Bremsbelüftung zum Bremssattel nachverfolgen.

Renault Sport F1 Team R.S. 18 front suspension detail

Renault Sport F1 Team R.S. 18 front suspension detail
5/26

Foto: Mark Sutton

Ein Blick unter die Karosserie im vorderen Bereich des Fahrzeugs inklusive Vorderradaufhängung und Bremszylinder.

Carlos Sainz Jr., Renault Sport F1 Team R.S. 18 detail front wing

Carlos Sainz Jr., Renault Sport F1 Team R.S. 18 detail front wing
6/26

Foto: Giorgio Piola

Zu Beginn der Saison spielte Renault mit verschiedenen Längen und Anstellwinkeln der Frontflügelelemente. Hier eine Version, die bei Carlos Sainz in Österreich zum Einsatz kam.

Nico Hulkenberg, Renault Sport F1 Team R.S. 18 detail front wing

Nico Hulkenberg, Renault Sport F1 Team R.S. 18 detail front wing
7/26

Foto: Giorgio Piola

Als Direktvergleich: Hier die Version, von Nico Hülkenberg.

Renault Sport F1 Team R.S. 18 rear wing detail

Renault Sport F1 Team R.S. 18 rear wing detail
8/26

Foto: Sutton Images

Ein Blick auf die Endplatte des Heckflügels mit Einschnitten, die sich bis zum Beginn der Platte ziehen. Pionier dieser Lösung war Toro Rosso.

Renault Sport F1 Team RS 18 sidepods

Renault Sport F1 Team RS 18 sidepods
9/26

Foto: Giorgio Piola

Die Bargeboard-Updates beim Kanada-Grand-Prix verdeutlichen, wie komplex das Werk aus Flügelchen und Flaps in diesem Bereich geworden ist. Alles mit dem Ziel, die Luft in gewünschte Bahnen zu lenken.

Renault Sport F1 Team RS 18 side detail

Renault Sport F1 Team RS 18 side detail
10/26

Foto: Giorgio Piola

Zum Vergleich die Bargeboards, die Renault bis zum Großen Preis von Kanada verwendete.

Renault Sport F1 Team RS 18 halo-mounted mirrors

Renault Sport F1 Team RS 18 halo-mounted mirrors
11/26

Foto: Giorgio Piola

Ebenfalls beim Kanada-Grand-Prix wurden Rückspiegel getestet, die am Halo befestigt waren. Der Plan wurde wieder verworfen. Den Trend hatte Ferrari vorgegeben.

Renault Sport F1 Team R.S. 18 front wing comparison

Renault Sport F1 Team R.S. 18 front wing comparison
12/26

Foto: Giorgio Piola

Zum Großen Preis von Ungarn führte Renault ein neues Frontflügel-Konzept mit einer deutlich breiteren Grundplatte ein. Ziel war es, mittels besserer Anströmung die Wogen zu glätten, die der Vorderreifen im Luftstrom verursacht. Die Endplatte wurde ebenso modifiziert wie das gesamte Hauptelement. Ziel letzterer Maßnahme war es, den Y250-Wirbel (den Wirbel, der zwischen Flügel-Hauptelement und der Flügelaufhängung an der Nase entsteht) zu manipulieren, ohne zu viel Abtrieb zu verlieren. Die Öffnung in der Grundplatte konnte je nach Strecke auch geschlossen werden (Kreis).

Renault F1 front wing detail

Renault F1 front wing detail
13/26

Foto: Giorgio Piola

Eine seitliche Aufnahme der Endplatte zeigt, wie die Designer das hintere Stück in viele einzelne kleine Sektionen aufgesplittet haben.

Renault Sport F1 Team R.S. 18 front wing detail

Renault Sport F1 Team R.S. 18 front wing detail
14/26

Foto: Mark Sutton / Sutton Images

Zum Vergleich: Die alte Version mit nur zwei Sektionen in der Frontflügel-Endplatte.

Renault Sport F1 Team R.S. 18 rear floor detail

Renault Sport F1 Team R.S. 18 rear floor detail
15/26

Foto: Mark Sutton / Sutton Images

Ein Blick auf den Unterboden beim Großen Preis von Ungarn 2018 mit zwei länglichen Einschnitten, die eine künstliche Schürze aus Luft schaffen. Dieser Trick hat im gesamten Starterfeld in diesem Jahr Schule gemacht.

Renault Sport F1 Team R.S. 18 exhaust

Renault Sport F1 Team R.S. 18 exhaust
16/26

Foto: Mark Sutton / Sutton Images

Der Auspuff wurde für die Saison 2018 näher an die Unterseite des Heckflügels versetzt. Die Wastegate-Rohre wurden unterhalb des Hauptrohrs im "Schrotflinten"-Stil montiert.

Renault Sport F1 Team R.S. 18 sidepod detail and aero sensor

Renault Sport F1 Team R.S. 18 sidepod detail and aero sensor
17/26

Foto: Mark Sutton / Sutton Images

Bei den Testfahrten nach dem Ungarn-Grand-Prix nutzte das Team Sensoren am Beginn des Unterbodens, um Daten mit dem Ziel zu gewinnen, den Luftstrom hin zum Diffusor zu verbessern.

Renault Sport F1 Team R.S. 18 rear wing

Renault Sport F1 Team R.S. 18 rear wing
18/26

Foto: Mark Sutton / Sutton Images

Renaults Heckflügel in der Maximalabtrieb-Stellung mit einer Endplatte komplett im McLaren-Stil.

Renault Sport F1 Team RS 18 front wing detail

Renault Sport F1 Team RS 18 front wing detail
19/26

Foto: Mark Sutton / Sutton Images

Der Frontflügel beim Italien-Grand-Prix mit einem versetzten Justierungs-Pin.

Renault F1 rear wing detail at Monza

Renault F1 rear wing detail at Monza
20/26

Foto: Giorgio Piola

Außerdem brachte das Team einen speziellen Low-Downforce-Heckflügel im Löffel-Design nach Monza.

Renault Sport F1 Team RS 18 nose and front wing

Renault Sport F1 Team RS 18 nose and front wing
21/26

Foto: Mark Sutton / Sutton Images

Der weiterentwickelte Frontflügel in Singapur wartete mit einem weiteren großen Einschnitt in der Grundplatte auf Höhe der Befestigungen des Hauptelements auf.

Renault Sport F1 Team RS 18 front wing detail

Renault Sport F1 Team RS 18 front wing detail
22/26

Foto: Giorgio Piola

Zum Vergleich die alte Nase mit einem konventioneller platzierten Justierungs-Pin und längeren Flügelblättern.

Renault R.S. 18 of Nico Hulkenberg technical detail

Renault R.S. 18 of Nico Hulkenberg technical detail
23/26

Foto: Giorgio Piola

In Singapur folgte Renault dem Trend mit der Einführung eines neuen "Deflector Panels".

Renault Sport F1 Team mechanics with Renault Sport F1 Team R.S. 18 nose and front wing

Renault Sport F1 Team mechanics with Renault Sport F1 Team R.S. 18 nose and front wing
24/26

Foto: Mark Sutton / Sutton Images

Ein seltener Einblick in die Unterseite des Frontflügels, als ein Mechaniker ihn in Japan in die Garage trägt.

Renault Sport F1 Team R.S. 18 detail

Renault Sport F1 Team R.S. 18 detail
25/26

Foto: Giorgio Piola

Ein faszinierender Überblick über den Vorderwagen beim Großen Preis von Japan, eingefangen von Giorgio.

Renault Sport F1 Team R.S. 18 front brake detail

Renault Sport F1 Team R.S. 18 front brake detail
26/26

Foto: Giorgio Piola

Beim Großen Preis von Mexiko brachte das Team eine Hybrid-Version der Bremsummantelung an den Start: Die äußere Abdeckung blieb erhalten, doch die Bremsscheibe wurde teilentblößt.

Zak Brown: Liberty Media "investiert viel Zeit, um zweites US-Rennen aufzustellen"

Vorheriger Artikel

Zak Brown: Liberty Media "investiert viel Zeit, um zweites US-Rennen aufzustellen"

Nächster Artikel

Nach Redesign-Kritik: Formel-1-Management stellt Live-Timing-App ein

Nach Redesign-Kritik: Formel-1-Management stellt Live-Timing-App ein
Kommentare laden

Artikel-Info

Rennserie Formel 1
Teams Renault
Urheber Giorgio Piola