Formel-1-Technik: Alpine verzichtet auf innovativen Klappflügel
Nach nur vier Rennwochenenden beendet Alpine sein innovatives Flügelkonzept: Neue Regeln, Ferrari-Ideen und Performance spielen zentrale Rollen
Pierre Gasly im Alpine A526 in Miami 2026 mit neuem Klappflügel
Foto: Getty Images
Bei den Wintertests vor Beginn der Formel-1-Saison 2026 überraschte Alpine mit einem innovativen Klappflügel. Doch bereits beim vierten Rennwochenende des Jahres erfolgte der Schritt zurück: Das Team um Franco Colapinto und Pierre Gasly setzt wieder auf eine konventionelle Lösung nach Vorbild des Drag-Reduction-Systems (DRS).
Das bedeutet: Der obere Flap des Heckflügels klappt nicht mehr hinten herunter, sondern vorne hoch. Es handelt sich jedoch nicht um ein klassisches DRS, weil die Vorderkante des Flaps über den Heckflügel hinausragt. Möglich machen das die neuen Formel-1-Regeln 2026, die den Teams in diesem Bereich größere Freiheiten einräumen als bisher.
Für den Konzeptwechsel musste Alpine jedoch mehr umbauen als nur den schwenkbaren Flap: Auch der Verstellmechanismus sowie die seitlichen Endplatten des Heckflügels wurden modifiziert.
Und das in kurzer Zeit: Eigentlich wollte Alpine den neuen Heckflügel erst beim Grand Prix von Kanada zum ersten Mal am A526 einsetzen. Durch die Absage der Formel-1-Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien passte der Rennstall jedoch seine Entwicklungsplanung an und brachte einen neuen Heckflügel mit nach Miami. Nur Gasly verwendete das Update an seinem Auto, Colapinto noch die bisherige Variante.

Vergleich der beiden Klappflügel-Varianten bei Alpine in Miami 2026
Foto: Getty Images
In der kurzen Pause bis zum Rennen in Kanada will Alpine weitere Einheiten fertigstellen, sodass ab dem nächsten Grand Prix beide Fahrer mit dem neuen Klappflügel antreten können. Der Heckflügel zählt damit zu den "weiteren neuen Teilen", die Alpine-Teamchef Steve Nielsen angekündigt hat. Er sagte außerdem: "Unsere Updates haben funktioniert."
Wie sich Alpine technisch an Ferrari orientiert
Zu den Alpine-Updates aus Miami zählte auch eine Konstruktion am Auspuff-Endrohr, wie sie zuerst von Ferrari entwickelt und eingesetzt wurde. Doch anders als Ferrari nutzt Alpine einen komplexeren Aufbau: Wo Ferrari ein einfaches Luftleitblech an das Endrohr anschließt, verwendet Alpine eine Art Winglet, das nicht direkt am Endrohr angebracht ist - es steht frei im Abgasstrom. Womöglich funktioniert es in Zusammenspiel mit dem neuen Heckflügel.
Zusätzlich setzte Alpine in Miami ein leichteres Chassis für Colapinto ein. Der Argentinier dankte es dem Team mit dem siebten Platz im Grand Prix - seinem bisher besten Formel-1-Ergebnis. Sein Teamkollege Gasly schied nach einer Kollision mit anschließendem Überschlag in Miami aus.
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