Analyse
Formel 1 Schanghai
Formel-1-Technik: Der neue T-Flügel am McLaren MCL32
McLaren mag weiterhin Probleme mit der Leistung des Honda-Motors haben, doch auf Seiten des Chassis macht das Team interessante Fortschritte. So auch beim Großen Preis von China in Shanghai, dem 2. Rennen der Formel-1-Saison 2017.
Matt Somerfield Giorgio Piola
Bearbeitet: 11.04.2017, 16:36
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Formel-1-Technik mit Giorgio Piola
Giorgio Piola analysiert und erklärt die Technik in der Formel 1!
Schon am Donnerstag vor dem Rennen zeigte McLaren dort einen neu entwickelten T-Flügel. Im Gegensatz zu den Designs der Konkurrenz verfügte die McLaren-Variante jedoch über eine Boomerang-Form.
Das britische Traditionsteam wurde damit zum 6. Rennstall der Formel 1 2017 nach Mercedes, Ferrari, Williams, Haas und Sauber, das mit einem T-Flügel auf die Strecke ging.
Bildergalerie:
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Der T-Flügel sitzt 50 Millimeter vor der Position, an der bisher der Heckflügel ansetzte. Seit 2017 ist der Heckflügel nach hinten geneigt, sodass die Teams versuchen, den dadurch frei gewordenen Platz anderweitig zu nutzen.
Mit dem T-Flügel soll einerseits Abtrieb generiert werden. Andererseits soll die Vorrichtung auch die Motorhauben-Finne, auf der sie angebracht ist, optimieren. Zudem glättet der T-Flügel den Luftstrom auf dem Weg zum Heckflügel.

McLaren ist bislang allerdings das einzige Team, das sich mit den Endplatten des Heckflügels beschäftigt. Die Regeln der Formel-1-Saison 2017 schreiben im unteren Bereich nach innen gebogene Endplatten vor. Die senkrechten Lamellen von McLaren (Pfeil) sind jedoch an dieser Stelle zulässig.
Ähnliche Lamellen werden von weiteren Teams bereits am unteren Ende der Endplatten eingesetzt. So wird die Oberfläche der Endplatten vergrößert, was Auswirkungen auf den Luftstrom am Fahrzeugheck hat.
McLaren hatte in China einen veränderten Heckflügel dabei. Doch weil am Freitag aufgrund der Wettersituation kaum gefahren werden konnte, setzte das Team wieder auf die Version, die bereits beim Auftakt der Formel 1 2017 in Melbourne verwendet wurde. Dieser Flügel weist einen V-förmigen Einschnitt im Hauptprofil auf, der beim neuen Design so nicht auftritt.

Der MCL32 von McLaren-Honda wurde in China auch mit einem neuen Unterboden ausgerüstet. Dort ist ein langer Einschnitt seitlich des Seitenkastens zu erkennen. Dieser Einschnitt ist so lange, dass er auf der Hälfte mit einer Stützstrebe aus Metall versehen wurde, damit der Unterboden seine Form wahrt.
Ein neues Design ist das nicht. Schon Mercedes, Toro Rosso und Haas haben ähnliche Ideen umgesetzt. Red Bull Racing wiederum hat gleich einen Teil seines Unterbodens an dieser Stelle entfernt. All dies ist unter dem neuen Reglement, das eine Breite des Unterbodens von bis zu 1.600 Millimetern erlaubt, gestattet.
Zum Thema:
Weiterhin möglich sind Einschnitte und Löcher in den äußeren 100 Millimetern (Artikel 3.7.9), weshalb wir in diesem Bereich innovative Lösungen vorfinden.
Im Falle von McLaren sieht es danach aus, als würde das Team die Luft von oberhalb des Unterbodens nach außen lenken wollen, um die Unterboden-Kante damit "abzuschließen". Luftturbulenzen könnten sonst unter den Unterboden gelangen und den empfindlichen Diffusor am Heck stören und so dessen Leistung reduzieren.
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