Formel-1-Technik mit Giorgio Piola
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Formel-1-Technik: Die unauffälligen Upgrades von Ferrari in Silverstone

Auch in Silverstone setzte Ferrari die Optimierung seines F1-Autos fort, allerdings verfolgten die Italiener dort eher eine Upgrade-Politik der kleinen Schritte

Formel-1-Technik: Die unauffälligen Upgrades von Ferrari in Silverstone
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Ferrari hatte für den Grand Prix von Großbritannien in Silverstone eine Reihe von Änderungen an seinem Formel-1-Auto F1-75 vorgenommen, die auf den ersten Blick nicht direkt ins Auge stachen. So zum Beispiel bei den Rückspiegeln, an denen bereits beim Grand Prix von Aserbaidschan eine kleine, aber bedeutende Änderung an der inneren Halterung vorgenommen worden war.

Damals wurde der gewundene Befestigungspunkt gegen eine stützenartige Lösung ausgetauscht, die einige Konkurrenten entweder schon seit Beginn der Saison verwenden oder in der Zwischenzeit dazu übergegangen sind.

Es handelt sich dabei um eine Lösung, die wir bereits bei anderen Teams gesehen haben. Dabei werden die beiden Oberflächen so kombiniert, dass eine abweisende Oberfläche entsteht, die letztlich einen Wirbel erzeugt.

Seitenkästen stärker unterschnitten

Das in Silverstone vorgestellte Design geht jedoch noch einen Schritt weiter, da die äußere Halterung weiter nach innen versetzt wurde. Das schafft Platz für zwei zusätzliche Flossen an der Unterseite des Spiegelgehäuses, die beide eigene Wirbel erzeugen.

Die Unterschiede am Seitenkasten im Vergleich

Die Unterschiede am Seitenkasten im Vergleich

Foto: Giorgio Piola

Auch an den Seitenkästen wurden einige Änderungen vorgenommen, mit denen Ferrari versucht, ihre Form zu optimieren, um die Effizienz zu verbessern.

Wie im Vergleich zu sehen ist, hat die neue Karosserie der Seitenkästen einen engeren Unterschnitt als zuvor, was damit beginnt, dass die Karosserie enger an den Einlass geschrumpft ist. Dann folgt ein figurbetonterer Ansatz, indem die Karosserie nach unten und um die Schulter des Seitenkastens herumreicht.

Neuer Heckflügel nun an beiden Autos

Ferrari hatte eine seiner Entwicklungen in Kanada vorgezogen, um Charles Leclerc bei seiner Aufholjagd zu unterstützen, nachdem er wegen des Wechsels der Antriebseinheit von Ende des Feldes starten musste.

Heckflügel von Carlos Sainz und Charles Leclerc im Vergleich

Heckflügel von Sainz (alt) und Leclerc (neu) in Kanada im Vergleich

Foto: Giorgio Piola

Leclerc fuhr in Kanada auch mit einem anderen Heckflügel wie Carlos Sainz. Der neue Flügel hat bietet weniger Luftwiderstand, was sich in einer besseren Höchstgeschwindigkeit auszahlte. Am Messpunkt war Leclerc in Montreal 11,4 km/h, auf der Ziellinie 6,6 km/h schneller als Sainz.

In Silverstone stand beiden Fahrern dieses neue Heckflügeldesign zur Verfügung, das wir im untenstehenden Vergleich der Flügel aus Kanada sehen können. Grundsätzlich handelt es sich um eine Konfiguration mit geringerem Abtrieb, und zwar nicht nur durch die oberen Elemente, sondern auch durch die darunter liegenden Flügel.

Bei den oberen Hauptelementen des Flügels ist zu erkennen, dass der mittlere Teil des Flügels aufgrund der flacheren Hauptebene einen geringeren Abtrieb aufweist. Dies führt auch zu einem flacheren Übergang zu den Endplatten.

Man erkennt zudem, dass die obere Klappe beim neuen Flügel aufgrund dieses Übergangs und des für das DRS erforderlichen Versatzes tiefer ist, damit im aufgeklappten Zustand ein Spalt von bis zu 85 Millimeter entstehen kann.

Das untere der beiden Tragflächenelemente wurde in Bezug auf die Gesamtform am stärksten überarbeitet, aber es ist deutlich zu erkennen, dass auch das obere Element im äußersten Bereich beschnitten wurde, um den Luftwiderstand zu verringern.

Mit Bildmaterial von Giorgio Piola.

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