Analyse
Formel 1
Formel-1-Technik: Hat Renault beim RS18 etwas zu verbergen?
Der Renault RS18 ist das fünfte präsentierte Auto der Formel-1-Generation 2018 und bislang das mit der kleinsten Revolution im Vergleich zu 2017.
Matt Somerfield Giorgio Piola
Bearbeitet: 21.02.2018, 17:16
Link kopieren
Auf Viber teilen
Als bevorzugte Quelle hinzufügen

Formel-1-Technik mit Giorgio Piola
Giorgio Piola analysiert und erklärt die Technik in der Formel 1!
Ein Großteil des am Dienstag online präsentierten Renault RS18 für die Formel-1-Saison 2018 kann als Evolution des Vorgängermodells RS17 eingestuft werden. Ohne ganz genau auf die Details zu achten, könnte man auf den ersten Blick sogar meinen, es handele sich um das letztjährige Auto, an das einfach der Cockpitschutz Halo angebracht wurde.
Zugehörige Bildergalerie:
- Präsentation: Renault RS18
Hat Renault für 2018 tatsächlich auf dramatische Veränderungen verzichtet? Oder aber hält man etwas zurück und wir werden bei den Testfahrten und den Rennen etwas ganz anderes sehen?
Es wäre unfair zu sagen, dass es überhaupt keine Veränderungen gibt. Betrachtet man sich die veröffentlichen Bilder genauer und zieht insbesondere den direkten Vergleich der Draufsicht des RS17 mit dem RS18 heran, fällt etwas auf: Der Radstand ist beim 2018er-Modell länger.

Renault RS18 vs. RS17: Vergleich
Foto: Renault F1
Den Trend zum längeren Radstand sieht man bei vielen der neuen Formel-1-Autos. Er geht auf das Konzept des 2017er-Mercedes zurück und soll für einen sanfteren Umgang mit den Reifen sorgen. Dies könnte umso wichtiger sein, weil Pirelli in der neuen Saison weichere Reifenmischungen bringt, die Zweistoppstrategien in den Rennen wieder auf den Plan bringen sollen.
Abgesehen davon hat ein längerer Radstand den Vorteil, dass das Auto aerodynamisch konstanter ist. Im vergangenen Jahr hatten die im Vergleich zu 2016 breiteren Reifen die Aerodynamiker vor einige Probleme gestellt.
Vor dem Hintergrund der Wichtigkeit der Aerodynamik ist es ungewöhnlich, dass Renault als bislang einziges Team keine extravagante Lösung für die Seitenkästen des neuen Autos präsentiert hat. Am Sauber C37 beispielsweise wurde die seitliche Crashstruktur abgesenkt, um an der Vorderseite der Seitenkästen Platz für einen zweiten Lufteinlass oberhalb des ohnehin schon kleinen Hauptlufteinlasses zu schaffen.
Hauptziel der Veränderungen am Sauber ist es, den Lufteinlass aus den Turbulenzen des Vorderreifens zu nehmen und somit für einen ruhigeren Luftstrom in und um den Seitenkasten zu sorgen. Eine direkte Folge daraus ist ein nach hinten verlagertes Druckzentrum des Autos und damit eine andere Gewichtsverteilung. Die Einführung von Halo allerdings steht diesen Bemühungen im Weg.
Die Tatsache, dass es am Renault keine Veränderungen in diesem Bereich gibt, erweckt den Eindruck, der französische Rennstall habe etwas verpasst. Es könnte aber auch sein, dass man eine mögliche aggressive Neuerung noch zurückhält. Schließlich wurden bislang nur Computergrafiken und keine echten Fotos des RS18 veröffentlicht. Das beim Fotoshooting mit den Teammitgliedern verwendete Auto ist in der Tat ein RS17 im 2018er-Look.
Ein Bereich, an dem Renault Hand angelegt hat, ist die Airbox. Durch die Veränderungen soll der negative Einfluss von Halo auf die Antriebseinheit minimiert werden. Die grundsätzliche Form des Lufteinlasses der Airbox wurde beibehalten, aber der Einlass an sich wirkt nun kompakter.

Renault RS18 vs. RS17: Airbox, Vergleich
Foto: Renault F1
Der Rest des Autos ist auf den Grafiken mit Platzhaltern übersät. So entsprechen Frontflügel, Luftleitelemente, Windabweiser, Diffusor und Heckflügel allesamt dem Stand von 2017. Das wird sich im Verlauf der Wintertestfahrten und bis zum ersten Rennen der Saison 2018 ändern.
Immerhin: Der im vergangenen Jahr "Aerokatze" getaufte Windabweiser weist nun einen Einschnitt auf. Somit hat die Katze jetzt gewissermaßen zwei Köpfe. Zudem erinnern die Rückspiegel nun verdächtig an jene des 2017er-McLaren. Sie weisen aggressive, aerodynamisch geformte Verlängerungen auf (roter Pfeil).

Renault RS18 vs. RS17: Windabweiser, Vergleich
Foto: Renault F1
Unter dem Chassis findet sich die Aufhängung für den Splitter, die von der Form her stark an jene der vergangenen Jahre erinnert. Neu ist aber, dass der Sensor für die Bodenfreiheit nun auch direkt an dieser Aufhängung sitzt. Damit soll der Luftstrom unter dem Auto beruhigt werden.

Renault RS18: Windabweiser
Foto: Renault F1
Alles in allem erweckt der neue Renault nicht den Eindruck, als wäre er im Vergleich zum 2017er-Auto ein großer Schritt. Aber noch einmal: Die Frage ist, ob das Team noch etwas zu verbergen hat?
Wir wollen Deine Meinung!
Was würdest Du gerne auf Motorsport.com sehen?
An unserer 5-Minuten-Umfrage teilnehmen
- Das Motorsport.com-Team
Weiterlesen :
Diese Story teilen oder speichern
Link kopieren
Auf Viber teilen
Vorheriger Artikel Foto-Retusche: Red Bull verheimlicht Flügel-Trick am RB14
Nächster Artikel Max Verstappen: Wie es sich anfühlt, Lewis Hamilton zu überholen

Mehr von
Matt Somerfield

Formel-1-Technik: Kommen Rillen in Bremsscheiben wieder in Mode?
Formel 1
Formel 1 17.12.2024
Formel-1-Technik: Kommen Rillen in Bremsscheiben wieder in Mode?

Formel-1-Technik: Ferrari ändert Pläne mit experimentellem Unterboden
Formel 1
Formel 1 04.12.2024
Formel-1-Technik: Ferrari ändert Pläne mit experimentellem Unterboden

Anpassungen am Heckflügel: So reagierte McLaren auf das "Mini-DRS"-Verbot
Formel 1
Formel 1 30.11.2024
Anpassungen am Heckflügel: So reagierte McLaren auf das "Mini-DRS"-Verbot

Mehr von
Renault Sport

Alain Prost: Schonfrist für Fernando Alonso beim Comeback 2021
Formel 1
Formel 1 30.10.2020
Alain Prost: Schonfrist für Fernando Alonso beim Comeback 2021

Red Bull lobt Schulterschluss mit Renault gegen Corona: "Zuvor undenkbar"
Formel 1
Formel 1 03.05.2020
Red Bull lobt Schulterschluss mit Renault gegen Corona: "Zuvor undenkbar"

Abiteboul: Esteban Ocon bringt "neue Energie" zu Renault
Formel 1
Formel 1 12.01.2020
Abiteboul: Esteban Ocon bringt "neue Energie" zu Renault
Aktuelle News

12h Bathurst 2027: Updates zu Fahrern und Teams
Supercars
V8SC Supercars 59 Min.
12h Bathurst 2027: Updates zu Fahrern und Teams

Berufung im Strafendrama: Mühlner bekommt PETN-Cup2-Titel zugesprochen
NLS
VLN NLS
NLS10
3 h
Berufung im Strafendrama: Mühlner bekommt PETN-Cup2-Titel zugesprochen

Warum ein Rücktritt für Toto Wolff auch weiterhin kein Thema ist
Formel 1
F1 Formel 1 5 h
Warum ein Rücktritt für Toto Wolff auch weiterhin kein Thema ist

Spontanes Saisonfinale in Imola? Zwei Wochen Vorlauf würden reichen
Formel 1
F1 Formel 1 6 h
Spontanes Saisonfinale in Imola? Zwei Wochen Vorlauf würden reichen
Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!
Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.
Du hast 2 Optionen:
- Registrieren
- Deaktiviere bitte Deinen Adblocker.
Jetzt registrieren Schon registriert? Dann hier einloggen!
Adblocker deaktiviert?
Dann versuche es mit Seite neu laden
Benachrichtigungs-Einstellungen
Registrieren