Formel-1-Technik mit Giorgio Piola

Formel-1-Technik: Neuerungen beim Grand Prix von Spanien

Traditionell werden beim Europa-Auftakt der Formel 1 in Barcelona viele Updates eingeführt. Wir zeigen die Neuerungen an den Fahrzeugen und erklären, was es damit auf sich hat!

McLaren: Blick unter die Motorhaube

McLaren: Blick unter die Motorhaube
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Viel ist auf diesem Bild nicht zu erkennen, doch es ist ein seltener Blick unter die Motorhaube des McLaren-Honda. Und es gibt auch Neuerungen: 2016 setzen McLaren und Honda zum Beispiel auf deutlich mehr Isolierfolien, um die entstehende Hitze dem Auspuff zuzuführen und über die MGU-H-Einheit mehr Leistung zu generieren.

Ferrari: Interessante Kühlvorrichtung

Ferrari: Interessante Kühlvorrichtung
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Ferrari hat sein Auto in Barcelona mit einer asymmetrischen Kühlvorrichtung an der Vorderachse ausgerüstet. Die Rede ist von den Elementen, auf die die Reifen samt Felge aufgesteckt werden. Am Circuit de Catalunya wird vor allem der linke Vorderreifen beansprucht, weshalb sich Ferrari wohl für unterschiedliche Kühlmechanismen entschieden hat – ohne Öffnungen für den linken Vorderreifen, mit Öffnungen in Tropfenform für den rechten Vorderreifen. Die Öffnungen ermöglichen es der Luft, direkt auf die Felge zu strömen, was einen Einfluss auf die Reifenleistung haben kann.

Force India: Frontflügel mit Messgeräten

Force India: Frontflügel mit Messgeräten
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Bei Force India wird in Spanien ein neuer Frontflügel eingesetzt. Die Piloten sollen im Training einige Messungen damit vornehmen. Deshalb wurden bereits Halterungen für Sensoren (siehe vordere Endplatte), die den Luftstrom um den Flügel und hin zum Vorderrad dokumentieren werden, angebracht. Außerdem hat Force India kleine Aufkleber (siehe hintere Endplatte) befestigt. Mit einer Highspeed-Kamera und diesen Stickern kann festgestellt werden, wie sehr sich der Frontflügel während der Fahrt verbiegt.

Mercedes: Neuer Y150-Flügel

Mercedes: Neuer Y150-Flügel
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Mercedes hat seinen Y150-Flügel am Heck des Fahrzeugs modifiziert und um einen weiteren Schlitz ergänzt. Damit will das Team eine bessere Balance erzielen. Zudem hat Mercedes hitzebeständige Farbe aufgetragen – sowohl an den Kanten des Y150-Flügels als auch an dessen Halterung und an der hinteren Crashstruktur.

Mercedes: Neuer Y150-Flügel

Mercedes: Neuer Y150-Flügel
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Ganz neu ist der modifizierte Y150-Flügel übrigens nicht: Mercedes hat bereits vor Saisonbeginn damit experimentiert, wie unser Foto von den Testfahrten zeigt.

Mercedes: Neuer Frontflügel

Mercedes: Neuer Frontflügel
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Der neue Frontflügel, der bereits in Russland vorrätig war, dort aber nicht eingesetzt wurde, weist an der Endplatte zwei Einschnitte auf. Diese gebogenen Öffnungen lassen die Luft von den Flaps nach außen strömen und verbessern damit den Luftstrom rund um die Vorderreifen.

Williams FW38, Luftleitbleche

Williams FW38, Luftleitbleche
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Die neuen Luftleitbleche sind größer als ihre Vorgänger. Während sie zwar die gleiche Anzahl an vertikalen Schlitzen aufweisen, wurden diese aber geändert, um sie an die veränderte Geometrie und Höhe anzupassen.

Williams FW38, Vergleich kurze und lange Nase

Williams FW38, Vergleich kurze und lange Nase
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Die neuen Luftleitbleche nutzen die Änderungen der erheblich verkürzten Nase, deren Spitze um etwa 50 Millimeter geschrumpft ist.

McLaren MP4-31, Bremsbelüftung

McLaren MP4-31, Bremsbelüftung
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Eine Folge der Erhöhung des Reifendrucks durch Pirelli ist, dass die Teams die Bremskanäle ihrer Autos geändert haben. Die Öffnungen, die für den Grand Prix von Russland vergrößert worden waren (Einklinker), fehlen in Spanien komplett und die Leitungen treffen nun direkt auf die Felge. Das verändert auch die Art, wie die Hitze in das Rad geleitet wird, was die Temperatur des Rades ebenfalls beeinflusst. Der Lufteinlass für die Bremse in Form einen Vulkankraters wurde zu Gunsten einer konventionelleren vertikalen Sektion und eines separaten Lufteinlasses fallengelassen, was die komplette Form des Bremskanals verändert. Das wird sicher auch eine Auswirkung auf den Luftstrom haben, den der Reifen produziert.

McLaren MP4-31, hintere Aufhängung

McLaren MP4-31, hintere Aufhängung
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Am Heck des Autos liegt der Fokus noch immer darauf, die Reifentemperatur zu kontrollieren. Die Öffnungen, die den Luftstrom leiten, sind aber nicht mehr so vorherrschend, da der Reifen nicht mehr die gleichen Belastungen aushalten muss.

Sahara Force India F1 VJM09, Frontflügel (neu)

Sahara Force India F1 VJM09, Frontflügel (neu)
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Force India hat sich bezüglich Updates bisher ziemlich zurückgehalten, in Spanien bekommt aber auch der VJM09 neue Teile. Der Frontflügel folgt einem Trend, den Mercedes eingeläutet hat. Hier wird die äußere Sektion der einzelnen Flügelelemente (grün markiert) aufgeteilt, um den von den Reifen produzierten Luftstrom aufgrund des erzeugten eckigen Tunnels anders zu verarbeiten. Mit der Änderung der Geometrie, um den Tunnel zu erzeugen, ging auch eine Revision der Geometrie der Flaps einher, da sich die Anforderungen aufgrund des Tunnels geändert haben. Vom inneren Rand der Endplatte hängen zwei Z-förmige Flügelelemente (gelb markiert), die Force India schon früher eingesetzt hat, dieses Jahr jedoch noch nicht.

Sahara Force India F1 VJM09, Frontflügel (alt)

Sahara Force India F1 VJM09, Frontflügel (alt)
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Dieses Bild veranschaulicht die Unterschiede im Vergleich zum neuen Flügel.

McLaren MP4-31, Vergleich Frontflügel neu und alt

McLaren MP4-31, Vergleich Frontflügel neu und alt
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McLaren hat an diesem Wochenende in Spanien einmal mehr eine überarbeitete Frontflügel-Variante dabei. Der gebogene Flap an der Hauptkaskade hat nun einen zusätzlichen Flap bekommen (grün markiert). Zudem wurden der letzte und der vorletzte Flap eingeschnitten (gelb markiert). Zu guter Letzt wurde der Abstand zwischen seitlicher Endplatte und gebogenem Teil des Hauptflügelelements vergrößert (roter Pfeil). All diese Veränderungen sollen im Zusammenspiel den Luftstrom rund um die Vorderreifen verbessern.

Ferrari SF16-H, Vergleich neuer und alter Heckflügel

Ferrari SF16-H, Vergleich neuer und alter Heckflügel
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Im Bemühen, den Rückstand auf Mercedes zu verkürzen, hat Ferrari in Barcelona einen neuen Heckflügel und ein neues Y150-Winglet dabei. Der Flügel, der bereits in Sochi kurzzeitig zu sehen war, weist ein neues, stärker nach oben gebogenes Hauptelement auf. Für den oberen Flap gilt das Gegenteil. Die seitlichen Endplatten haben nun einen zusätzlichen Schlitz (eingekreist). Damit der neue Flügel in seiner Gesamtheit korrekt funktioniert, wurde an der Flügelbefestigung ein Y150-Winglet angebracht.

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Über diesen Artikel
Rennserien Formel 1
Veranstaltung GP Spanien
Rennstrecke Circuit de Barcelona-Catalunya
Artikelsorte Fotostrecke
Tags analyse, design, giorgio piola, technik
Topic Formel-1-Technik mit Giorgio Piola