Formel-1-Technik: Red Bull kopiert beim neuen Heckflügel andere Teams
Red Bull gibt offen zu, dass man bei dem Design des Heckflügels, der am Wochenende in Singapur zum Einsatz kommt, eine Idee der Konkurrenz übernommen hat
Formel-1-Technik mit Giorgio Piola
Giorgio Piola analysiert und erklärt die Technik in der Formel 1!
Red Bull hat beim Großen Preis von Singapur 2023 einen neuen Heckflügel eingeführt und ist damit dem Vorbild von Alpine, AlphaTauri und McLaren gefolgt und hat den neuesten Designtrend in der Formel 1 aufgegriffen.
Das Upgrade des RB19 an diesem Wochenende beinhaltet die halb abgesetzte Flügelspitze, die von den anderen Teams bereits seit einigen Rennen eingesetzt wird.
Die neue Lösung hat einen Metallbügel, der innerhalb der gerollten Begrenzung der Hauptplatte sitzt. Dies führt nicht nur dazu, dass der obere Flap seitlich verlängert wird, sondern es verändert auch die Art und Weise, wie sich der Wirbel an der Spitze bildet.
Dies wirkt sich natürlich nicht nur auf die Form dieses Bereichs, sondern auch auf die des hinteren Ausschnitts aus, sodass die Konstrukteure ihr Design anpassen müssen, um den Anforderungen an Abtrieb und Luftwiderstand gerecht zu werden.
Bei der Erläuterung der Änderung im offiziellen FIA-Dokument, in dem die Änderungen aller Teams aufgelistet sind, gibt Red Bull offen zu, dass man die Idee von anderen kopiert hat.
Es heißt: "In Anlehnung an die Entwürfe von Wettbewerbern wurde das Ende des Flapelements mit einer überarbeiteten Krümmung der Endplatte versehen, die bei diesem speziellen Design des Flügels einen höhere lokalen Anpressdruck für dieses Element bietet."

Zum Vergleich: Der Heckflügel am Mercedes W14 in Zandvoort ...
Foto: Giorgio Piola
Währenddessen läuft ein paralleles Entwicklungsprogramm bei einer Reihe von Red Bulls Konkurrenten, die sich ebenfalls mit der Art und Weise befasst haben, wie die obere Flügelspitze und die Endplatte miteinander verbunden sind.
Interessanterweise wurde diese Lösung gleichzeitig von Alpine und Aston Martin beim Großen Preis von Monaco eingeführt und ist seitdem auch von Mercedes und Ferrari übernommen worden.
Zum Vergleich: Bei der Variante dort sitzt der Metallbügel nicht innerhalb der Endplatte, sondern rahmt sie ein. Dies wiederum erlaubt den Aerodynamikern eine großzügigere Gestaltung des hinteren Ausschnitts.

... und der Heckflügel am Ferrari SF-23 in Belgien
Foto: Giorgio Piola
Der Heckflügel ist nicht die einzige Änderung, die Red Bull nach Singapur mitgebracht hat. Das Team hat auch Änderungen an der Unterbodenkante vorgenommen. Hier hat man den vorderen Teil des Flügels an der Unterbodenkante mit mehr Wölbung versehen.
Red Bull erläutert die Gründe für dieses Upgrade so: "Um die Energie im Luftstrom zu nutzen, wurde im vorderen Teil des Flügels an der Unterbodenkante mehr Wölbung verwendet, was zu einem höheren lokalen Anpressdruck in diesem Bereich des Unterbodens führt."
Mit Bildmaterial von Giorgio Piola.
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