Formel-1-Technik mit Giorgio Piola
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Formel-1-Technik mit Giorgio Piola

Formel-1-Technik: Wie die Idee eines Mittelfeldteams von Topteams verfeinert wurde

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Formel-1-Technik: Wie die Idee eines Mittelfeldteams von Topteams verfeinert wurde
Giorgio Piola
Autor: Giorgio Piola
Co-Autor: Matt Somerfield
Übersetzung: Mario Fritzsche
03.10.2016, 16:45

Wenn eine technische Neuerung in der Formel 1 zum Trend wird, zeigt dies nur, wie gut das Konzept des Teams war, das die Neuerung zuerst am Auto hatte. Giorgio Piola und Matt Somerfield verfolgen den Werdegang einer Toro-Rosso-Erfindung.

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Toro Rosso STR11

Toro Rosso STR11
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Foto: : XPB Images

Toro Rosso hat zwar ein größeres Budget als andere Mittelfeldteams der Formel 1, aber keines, mit dem es den Topteams ernsthaft Konkurrenz machen könnte. Somit sind es oft ungewöhnliche Lösungen, die sich Technikchef James Key und seine Mitarbeiter einfallen lassen, um das B-Team von Red Bull nach vorn zu bringen. Nicht selten werden die in Faenza geborenen Ideen von anderen Teams übernommen.

Toro Rosso STR11: Heckflügel und Monkey-Seat

Toro Rosso STR11: Heckflügel und Monkey-Seat
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Foto: : Giorgio Piola

Die bislang letzte Idee, die von Toro Rosso stammt und von anderen Teams kopiert wurde, ist das Design der Lamellen (auch Jalousien genannt) an den Heckflügelendplatten des STR11 und dabei insbesondere die Öffnungen an der Vorderseite. Das Erfinderteam ist vom Effekt der Lösung derart überzeugt, dass man sowohl den Heckflügel für viel Abtrieb (großes Bild) als auch jenen für wenig Abtrieb (im linken Kreis) damit ausgestattet hat. Mehr noch: Selbst der Monkey-Seat am Heckflügel für viel Abtrieb weist die vorn offenen Jalousien auf (im rechten Kreis).

Mercedes F1 W07 vs. Sauber C35: Heckflügel, Vergleich

Mercedes F1 W07 vs. Sauber C35: Heckflügel, Vergleich
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Foto: : Giorgio Piola

Das von Toro Rosso erdachte Konzept, das sich auf den Luftstrom am Heckflügel und damit auf den Abtrieb auswirkt, ist inzwischen von Mercedes, Sauber und McLaren kopiert worden, wobei jedes dieser Teams ganz eigene Details in die Ursprungsidee hat einfließen lassen. Weil laut Reglement nichts dagegen spricht, die Jalousien auch 2017 an den Flügeln zu haben, wird diesem Bereich besonders viel Aufmerksamkeit und damit Entwicklungszeit gewidmet. Somit haben die genannten Teams wie Mercedes (links) und Sauber (rechts) schon jetzt einen Vorteil gegenüber jenen, die eine derartige Lösung noch nicht am Auto haben.

McLaren MP4-31: Heckflügel

McLaren MP4-31: Heckflügel
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Foto: : Giorgio Piola

McLaren hat das Design inzwischen weiterentwickelt und die bisher aggressivste Variante der Jalousien präsentiert. So sind diese am Heckflügel des MP4-31 nicht nur vorn offen, sondern an den vorderen Enden auch ganz speziell geformt und insgesamt länger als bei der Konkurrenz. Zudem sticht bei der McLaren-Variante die Art und Weise ins Auge, wie die unterste Jalousie vom unteren Teil der Heckflügelendplatte abgetrennt ist. Die abgerundete Ecke ist etwas, das man bei Toro Rosso, Mercedes und Sauber vergeblich sucht. Doch Mercedes ist inzwischen noch einen Schritt weiter...

Mercedes F1 W07: Frontflügel

Mercedes F1 W07: Frontflügel
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Foto: : Giorgio Piola

Am Malaysia-Wochenende rückte Mercedes nämlich im Freien Training erstmals mit einem Frontflügel aus, dessen Design auf dem Heckflügel-Konzept des Toro Rosso STR11 basiert. Die möglichen Auswirkungen dieses Frontflügels auf die Saison 2017 haben wir bereits in einer anderen Fotostrecke erläutert. Diese ist hier eingangs verlinkt.

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