Formel-1-Technik: Wie McLaren dem Luftwiderstand an den Kragen ging
Das Formel-1-Rennen in Monza war der Beleg dafür, dass McLaren beim MCL60 in Sachen Luftwiderstand Fortschritte gemacht hat - An welchen Stellen man ansetzte
Formel-1-Technik mit Giorgio Piola
Giorgio Piola analysiert und erklärt die Technik in der Formel 1!
McLarens Upgrade-Vorstoß vor der Sommerpause der Formel-1-Saison 2023 hat das Team ins vordere Feld der Startaufstellung katapultiert. Aber das bedeutet nicht, dass damit alle Probleme aus der Frühphase der Saison behoben sind.
Tatsächlich besteht eine der größten Herausforderungen für das Team darin, die aerodynamische Effizienz des MCL60 zu verbessern, was sich dadurch äußert, dass das Auto auf einigen Strecken zu viel Luftwiderstand mit sich herumschleppt.
In dieser Hinsicht war der Große Preis von Italien am vergangenen Wochenende eine große Herausforderung, denn auf der Strecke von Monza geht es vor allem um die Geschwindigkeit auf den Geraden.
Und mit einem offensichtlichen Nachteil in diesem Bereich im Vergleich zu den Konkurrenten auf Rennstrecken wie Spa war es klar, dass McLaren weitere Teile mitbringen musste, wenn man eine Chance haben wollte, um Punkte zu kämpfen.
Die meisten Konkurrenten von McLaren konzentrierten ihre Bemühungen auf ein maßgeschneidertes Heckflügeldesign für die einzigartigen Herausforderungen von Monza.
Und während McLaren ebenfalls ein eigenes, streckenspezifisches Design vorstellte, nutzte man die Zeit in den Freien Trainings auch, um Daten über eine andere Variante mit geringerem Abtrieb zu sammeln, die später in der Saison nützlich sein könnte.
Oscar Piastri fuhr im ersten Training mit dieser Flügelvariante ... Foto: Motorsport Images
Es ist jedoch auch bemerkenswert, über wie viel mehr Last die Beam-Flügel-Konfiguration verfügt, wenn man den Direktvergleich mit der Variante am MCL60 von Lando Norris (untere Abbildung) anstellt.
Das Auto von Norris war mit einem Beam-Flügel mit geringerem Abtrieb ausgestattet, während der Heckflügel mit höherem Abtrieb eine löffelförmige Hauptebene und einen oberen Flap aufwies, der an der Hinterkante an diese Form angepasst war.
... während Teamkollege Lando Norris diesen Flügel am Auto hatte Foto: Motorsport Images
Abgesehen von den Flügeln hatte McLaren noch ein paar andere Tricks in petto, um die Effizienz des MCL60 zu verbessern - nicht nur in Monza, sondern auch in Zukunft.
An der Vorderseite des Fahrzeugs wurde der Einlass der Bremsbelüftungen dezent verändert, da seine Form in der oberen Hälfte geändert wurde, um die externe Luftströmung über und um die Aufhängungselemente herum und um den Rest des Bremsbelüftungsgitters (links in der unteren Abbildung) zu verbessern.
Auch die Bremsbelüftungen am MCL60 wurden für Monza überarbeitet Foto: Motorsport Network
Der Spagat, der bei der Konstruktion dieser Komponenten gemacht werden muss, besteht jedoch darin, eine ausreichende Kühlleistung der Bremsen zu gewährleisten. Allein aus diesem Grund wird die ältere Konfiguration bei einigen der verbleibenden Rennen zum Einsatz kommen, auch wenn es wahrscheinlich ist, dass auch die in Monza eingesetzte Konstruktion noch einige Male verwendet wird.
Ferrari entschied sich beim Großen Preis von Italien derweil für das gleiche Heckflügeldesign wie im Jahr 2022.
Ferrari wählte das gleiche Heckflügeldesign wie 2022 in Monza Foto: Giorgio Piola
Um den Luftwiderstand weiter zu verringern, entschied sich das Team, den Gurney-Flap an der Hinterkante des oberen Flaps zu entfernen, den man 2022 verwendete.
Der Gurney-Flap an der Hinterkante des einteiligen Beam-Flügels ist jedoch der gleiche geblieben wie im vergangenen Jahr.
Mit Bildmaterial von Giorgio Piola.
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