Analyse

Formel 1

Formel-1-Technik: Wie Renault im Mittelfeld punktet

Auf der Jagd nach Position vier in der Gesamtwertung 2018 überlässt Renault nichts dem Zufall: So hat das Team den R.S. 18 von Hülkenberg und Sainz weiterentwickelt

Giorgio Piola Matthew Somerfield

Veröffentlicht: 01.08.2018, 12:08

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Renault Sport F1 Team R.S. 18 nose and front wing

Formel-1-Technik mit Giorgio Piola

Giorgio Piola analysiert und erklärt die Technik in der Formel 1!

"Best of the Rest" sein hinter Ferrari, Mercedes und Red Bull: Das ist das erklärte Ziel von Renault in der Formel-1-Saison 2018. Und damit die Mannschaft um Nico Hülkenberg und Carlos Sainz diese Position nach der Sommerpause auch halten kann, wird die Entwicklung am Renault R.S. 18 weiter intensiv fortgeführt. Ein Update zum Grand Prix von Deutschland bescherte dem Team weitere Fortschritte, denn in Ungarn wurde es weiter optimiert.

Zu den neuen Teilen bei Renault zählt unter anderem ein Frontflügel, der in Hockenheim nur von Hülkenberg im Rennen eingesetzt wurde. Neu daran ist einerseits die zerklüftete Endplatte, andererseits hat Renault dort auch ein neues Steuermodul zur Veränderung des Anstellwinkels der einzelnen Flaps verbaut. Damit versucht das Team, das Handling in mittelschnellen und schnellen Passagen zu verbessern.

Für Budapest, wo die Geschwindigkeiten deutlich geringer sind und vor allem Anpressdruck zählt, hat Renault den neuen Frontflügel gleich wieder modifiziert: Die Ingenieure installierten ein Teil in das Hauptprofil des Flügels, sodass der längliche Einschnitt (grün markiert) teilweise überdeckt wurde und sich somit deutlich vom Original (kleines Bild) unterscheidet.

Renault Sport F1 Team R.S. 18 front wing comparison

Renault Sport F1 Team R.S. 18 front wing comparison

Foto: Giorgio Piola

Durch die Modifizierung ändern sich nicht nur die Abtriebsmenge, die der Frontflügel generiert, sondern auch der hinter dem Frontflügel entstehende Luftstrom unter dem Auto sowie die Luftverwirbelungen, die am äußeren Rand des Flügels auftreten.

Renault hat sich außerdem mit seinen Bremsscheiben beschäftigt. Natürlich mit dem Ziel, die Bremsbalance des R.S. 18 zu optimieren. Und gemeinsam mit Lieferant Carbon Industries hat man in den vergangenen Rennen deutlich aggressivere Designs verwendet als noch in der vergangenen Saison.

Die neue Konstruktion hilft bei der Ableitung von Hitze, weshalb die Löcher in der Bremsscheibe entsprechend angepasst wurden. Und weil die Bremsscheibe an sich nun besser mit hohen Temperaturen umgehen kann, braucht es bei Renault keine aufwändigen Bremskühl-Anlagen mehr, die mit einem aerodynamischen Nachteil verbunden sind. Das Team hat hier also zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen und sowohl die Bremsbalance als auch die Aerodynamik verbessert.

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