Formel-1-Technik: Wie sich Ferraris Philosophie auszahlt

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Formel-1-Technik: Wie sich Ferraris Philosophie auszahlt
Matt Somerfield
Autor: Matt Somerfield
Co-Autor: Giorgio Piola
Übersetzung: Norman Fischer
23.06.2018, 09:58

Ferrari hat mit seinem neuen Entwicklungsansatz Erfolg: In Kanada führte ein neuer Unterboden Sebastian Vettel zum Sieg, in Frankreich gibt es einen neuen Frontflügel

Ferraris neuer Entwicklungsansatz scheint sich auszuzahlen - zumindest konnte Sebastian Vettel damit in Kanada nach vier sieglosen Rennen wieder auf Platz eins fahren. Die Scuderia geht ziemlich aggressiv an die neuen Regeln und versucht stets neue, innovative Wege zu gehen. Zu sehen war das zuletzt in Montreal, als man einen komplizierten neuen Unterboden einführte, mit dem Vettel zum Sieg fuhr.

Das Thema Komplexität ist dabei nicht nur auf den Luftstrom um das Auto begrenzt, sondern es geht auch um die Anzahl der Verwirbelungen, die generiert werden. Mit ihnen soll die Effizienz des Autos erhöht werden. Allein das zeigt schon das Verständnislevel, mit dem die Teams heutzutage arbeiten.

Der Unterboden in Kanada war für Ferrari ein ziemlich großer Schritt, und dass er gleich so gut funktioniert hat, sagt viel über die Trefferquote aus, die die Scuderia an den Tag legt.

Bei den Änderungen geht es vor allem um den vorderen Teil des Unterbodens, der noch vor den Seitenkästen liegt. Die früheren Schlitze an der Außenkante wurden vergrößert, und der einstmals geschlossene Schlitz innerhalb der Fläche wurde entfernt. Dafür sind nun je drei L-förmige Einkerbungen auf jeder Seite eingearbeitet.

Diese Erweiterungen des Unterbodens vor dem Seitenkasten sind aktuell eine beliebte Spielwiese für Entwicklungen, seit dies mit dem neuen Reglement 2017 möglich wurde.

Im Freien Training von Kanada hat man zudem einen neuen Frontflügel ausgepackt, der eine Mischung aus altem Flügel und neuen Konzepten darstellt. Es wurden einige subtile Veränderungen vorgenommen, die die Balance des Autos und die Ausströmung verändern und zudem Einfluss auf die Turbulenzen haben, die von den Vorderreifen generiert werden.

Ferrari SF71H comparison

Ferrari SF71H comparison

Foto: Giorgio Piola

Auf der Hauptplatte des Frontflügels hat man sich dazu entschieden, wieder einen längeren, durchgängigen Schlitz zu verwenden statt der kürzeren Variante nahe der neutralen Sektion. Die vormals geraderen Außenkanten der Flaps sind nun etwas steiler angestellt (in Gelb hervorgehoben) und verändern die Richtung des Luftflusses.

Auffällig sind auch die kleinen Flaps an der Innenseite der Endplatte. Waren sie früher eher rechteckig und nach unten gebogen, sind sie nun dreieckig und nach oben gebogen.

 
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