Trainingsbericht

Formel 1 Monaco

Formel-1-Training Monaco: Ferrari hadert mit Vettel-Crash

Sebastian Vettels Abflug bei Sainte Devote könnte auch für Charles Leclerc, der in FT3 Bestzeit aufgestellt hat, ein Nachspiel haben ...

Christian Nimmervoll

Bearbeitet: 25.05.2019, 11:36

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Charles Leclerc hat sich im Abschlusstraining zum Grand Prix von Monaco in Monte Carlo die Bestzeit (1:11.265 Minuten) gesichert. Der Ferrari-Pilot verwies Valtteri Bottas (+0,053) und Lewis Hamilton (beide Mercedes/+0,213) auf die Plätze (zum Ergebnis). Trotzdem verlief die Session aus Ferrari-Sicht nicht ganz zufriedenstellend.

Die vielleicht entscheidendste Szene des Abschlusstrainings passierte schon nach gut einer Viertelstunde: Sebastian Vettel verbremste sich bei Sainte Devote - und fuhr geradeaus in die Leitplanken. Der Frontflügel seines Ferrari war ab, Vettel konnte nicht weiterfahren.

 

Am Donnerstag war ein ähnlicher Fehler noch glimpflich ausgegangen. "Er war zu dem Zeitpunkt eine halbe Sekunde schneller als Leclerc. Das zeigt, dass er gepusht hat", analysiert 'Sky'-Experte Paul di Resta. Vettel musste den Rest der Session zuschauen. Seine Teilnahme am Qualifying ist aber nicht gefährdet.

Auch für Teamkollege Leclerc lief FT3 nicht ganz glatt. Zuerst ärgerte er sich am Hafen über Kevin Magnussen (8./Haas): "Der ist verrückt! Wir wären fast gecrasht." Wenig später wäre er im Tunnel fast mit Antonio Giovinazzi (6./Alfa Romeo) kollidiert.

Nach der Session muss Leclerc auch noch zur Rennleitung, weil er unter virtuellem Safety-Car (VSC) zu schnell gefahren war. Doppelt bitter: Ausgerechnet Vettel hatte das VSC ausgelöst. Das könnte ein Nachspiel haben - bis hin zu einer Grid-Strafe.

Was schade wäre, denn Ferrari ist am Samstag offenbar deutlich näher dran als noch am Donnerstag. An den nur etwas höheren Temperaturen kann das kaum liegen. Aber Tatsache ist, dass die Ausgangslage vor dem Qualifying spannender zu sein scheint als gedacht.

Auch wenn besonders Hamilton wohl noch nicht alle Karten aufgedeckt hat. Als er im Finish ein zweites Mal mit frischen Reifen auf die Strecke ging, wurde der zweimalige Monaco-Sieger durch gelbe Flaggen behindert.

Lewis Hamilton, Mercedes AMG F1 W10

Lewis Hamilton, Mercedes AMG F1 W10

Foto: Steve Etherington / LAT Images

Der Kampf um den Einzug in die Top 10 könnte indes eng werden. Zwischen P6 (Giovinazzi) und P14 (Vettel) liegen nur vier Zehntelsekunden. Innerhalb dieses Pakets wirken Toro Rosso und Alfa Romeo verbessert. Renault hingegen musste wieder mit den Positionen elf und zwölf Vorlieb nehmen. Nico Hülkenberg fehlen im Moment 1,224 Sekunden auf die Spitze.

Ganz hinten gab's in FT3 einen Paarlauf: McLaren vor Racing Point vor Williams. Dass Williams und Racing Point Kandidaten für ein Q1-Aus sind, kommt wenig überraschend. McLaren trauen viele aber noch eine Steigerung zu. Im Training am Donnerstag hatten Sainz/Norris (gut eineinhalb Sekunden Rückstand) einen stärkeren Eindruck hinterlassen.

Übrigens: Über Monaco hängen am Samstag ein paar relativ dunkle Wolken. Das dritte Training ging ohne Regenschauer über die Bühne. Die Regenwahrscheinlichkeit liegt aber bei immerhin 40 Prozent. Und für Sonntag ist die Prognose sogar noch schlechter ...

Mit Bildmaterial von LAT.

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