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"So gut wie noch nie": Lewis Hamilton gewinnt GP Ungarn 2020

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"So gut wie noch nie": Lewis Hamilton gewinnt GP Ungarn 2020
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Lewis Hamilton dominiert in Budapest, Max Verstappen wird nach Crash sensationell Zweiter und Sebastian Vettel liefert seine beste Saisonleistung ab

Lewis Hamilton hat den Grand Prix von Ungarn am Hungaroring gewonnen und damit die Führung in der Formel-1-WM 2020 übernommen. Der neue WM-Leader überquerte die Ziellinie letztendlich 8,7 Sekunden vor Max Verstappen (Red Bull) - und das, obwohl er sich den Luxus herausnehmen konnte, im Finish einen zusätzlichen Boxenstopp einzulegen.

Das komplette Ergebnis des Grand Prix von Ungarn!

Hamilton staubte in der letzten Rennrunde (1:16.627 Minuten) auf frischen Softs noch den Zusatzpunkt ab und sicherte sich damit das Maximum von 26 Zählern. In der Fahrer-WM hat er nach drei Läufen erstmals die Führung übernommen, fünf Punkte vor seinem Teamkollegen Valtteri Bottas und 30 Punkte vor Verstappen.

Was nach einem Spaziergang für Hamilton aussah, war vermutlich auch einer. Selbst dem Mercedes-Superstar fällt es schwer, die 70 Runden lange Solofahrt spannend zu reden: "Stimmt schon, ich bin meistens alleine gefahren. Aber ob ihr's glaubt oder nicht, ich habe ziemlich gepusht. Besonders für die schnellste Runde am Ende."

Schlechter Start von Bottas kostet Siegchance

Nach dem vierten Platz beim Saisonauftakt in Spielberg und zwei Siegen scheint Hamilton nun in der WM 2020 angekommen zu sein: "Am ersten Wochenende musste ich ein paar Schläge einstecken, auf die ich nicht vorbereitet war. Ich habe mich dann aber neu fokussiert. Dieses Wochenende habe ich es von A bis Z auf den Punkt gebracht. So kann es weitergehen!"

 

Foto: Steven Tee / Motorsport Images

Mercedes war in Mogyorod bei Budapest in Sachen Performance genau wie am Samstag haushoch überlegen. Trotzdem reichte es nicht zum Doppelsieg. Valtteri Bottas zuckte kurz, bevor die Ampel das Rennen freigab, blieb wieder stehen - und fiel so auf den sechsten Platz zurück. Dass er für den Fehlstart keine Strafe kassierte, wundert viele Beobachter.

"Die zwei Zehntelsekunden Toleranz haben ihn gerettet", vermutet Formel-1-Experte Anthony Davidson. Bottas erklärt: "Ich habe auf ein Licht auf meinem Display reagiert. Das ist plötzlich ausgegangen. Ich weiß nicht, was es war, aber irgendwas hat sich am Display verändert. Darauf bin ich instinktiv losgefahren. Aber dadurch setzte das Anti-Stall ein und ich musste noch einmal starten."

Verstappen: P2 "wie ein Sieg für mich"

Mit dem überlegenen Mercedes kämpfte sich Bottas rasch wieder auf P4 nach vorne. Lance Stroll war die erste härtere Nuss - doch den überholte er dank des früheren Boxenstopps: "Wir dachten, es fängt zu regnen an, daher blieben wir so lange draußen. So konnte er uns 'undercutten'", ärgert sich der Racing-Point-Fahrer, der dennoch solider Vierter wurde.

Bottas machte von da an Jagd auf Verstappen und war auch schon im Windschatten des Red Bull, als er in Runde 50 überraschend ein drittes Mal an die Box kam. Mit frischen Hards holte er aber in Siebenmeilenstiefeln auf und fuhr im Finish wieder im Windschatten des Niederländers. Der behielt aber die Nerven und verteidigte Platz zwei.

 

"Dieses Ergebnis ist wie ein Sieg für mich", jubelt Verstappen. Beinahe hätte er nämlich gar nicht starten können, weil er auf der Out-Lap in Kurve 12 von der Strecke rutschte! Der Frontflügel war ab, die Radaufhängung beschädigt. "Max wollte schon an die Box kommen und aufgeben", berichtet Teamchef Christian Horner.

Stattdessen verbrachten die Mechaniker in der Startaufstellung ein kleines Wunder: "Sie wurden 25 Sekunden vor der Deadline fertig", grinst Horner. "Normalerweise dauert so eine Reparatur eineinhalb Stunden. Sie haben es in 20 Minuten geschafft!" Verstappen bedankt sich so, wie er es am besten kann: "Der zweite Platz ist die beste Art, das zurückzuzahlen. Ich bin sehr zufrieden."

Vettel auf P6: "Reifen waren hinüber"

Denn Red Bull fuhr das ganze Wochenende deutlich hinterher, weil die Updates nicht die erhoffte Wirkung zeigen. "Im Rennen", sagt Verstappen, "war das Tempo ganz normal." Aber auch nie schnell genug, um Hamilton ernsthaft herauszufordern. Und Teamkollege Alexander Albon fuhr wieder klar hinterher. Er verlor 1:10 Minuten auf Verstappen.

 

Foto: Andy Hone / Motorsport Images

Immerhin: In einem psychologisch brisanten Duell gegen Sebastian Vettel, der als sein Nachfolger bei Red Bull gehandelt wird, setzte sich Albon im Finish mit den etwas frischeren Reifen durch. "Sorry, Jungs, dass ich die Position verloren habe. Aber die Reifen waren ziemlich hinüber", erklärte Vettel noch am Ferrari-Boxenfunk.

Der Grand Prix von Ungarn ist trotzdem ein Befreiungsschlag für ihn. Obwohl er beim ersten Boxenstopp, als das halbe Feld reinkam, um von Intermediates auf Slicks zu wechseln, neun Sekunden stand, weil seine Crew keine Lücke zum Rausfahren fand, und obwohl er dadurch kurz hinter Charles Leclerc (auf P14!) zurückfiel, war er am Hungaroring Ferraris Nummer 1.

Leclerc hadert mit dem Soft: "Die Reifen sind Mist!"

Für Vettel ist das kein Grund zu jubeln: "Es war halt wieder normal. Das erste Rennen war ein Ausreißer, das zweite hat praktisch nicht stattgefunden", gibt er sich cool. "Das ist, wo wir hingehören, P5 oder P6. Ich hatte schon gehofft, dass etwas mehr drin ist. Aber wir sind relativ früh rein, und die Reifen waren dann zum Ende relativ durch."

Das Duell mit Albon zog sich für den viermaligen Weltmeister durch das ganze Rennen. Schon in der zwölften Runde verlor er gegen den Thailänder eine Position, als er in der Verstappen-Kurve wegrutschte und auf Platz neun zurückfiel. Später ärgerte sich Albon im Zweikampf über sein Team: "Gebt mir doch mehr Power. Warum bekomme ich nicht mehr Power?"

 

Foto: Glenn Dunbar / Motorsport Images

Leclerc, der beim ersten Stopp direkt auf Soft wechselte und damit alles andere als glücklich war ("Die sind Mist!"), hatte in der Schlussphase übrigens ähnliche Probleme wie Vettel. Mit seinem nächstjährigen Teamkollegen Carlos Sainz (McLaren) lieferte er sich ein sehenswertes Duell. Letztendlich hatte er aber mit den um 20 Runden älteren Reifen keine Chance.

Nach einer Sensation a la Markus Winkelhock am Nürburgring roch es bei Regen am Hungaroring auch kurz. Daniil Kwjat (AlphaTauri) war der Erste, der in der Aufwärmrunde funkte, er möchte Slicks. Doch nur das Haas-Team hatte den Mut dazu - und wurde belohnt: Als die anderen auch drin waren, um zu wechseln, lagen Kevin Magnussen und Romain Grosjean plötzlich auf P3/4!

Haas: Erster Poker geht auf, zweiter Poker nicht

Doch mit dem zweiten Boxenstopp warteten die beiden zu lange zu, findet Alexander Wurz: "Super mit dem ersten Pokern. Aber das zweite Pokern ist nicht aufgegangen. Als sie mit verschlissenen Reifen gekämpft haben, sind die anderen weiter hinten sehr schnelle Rundenzeiten gefahren", analysiert der 'ORF'-Experte.

Letztendlich rettete Magnussen als Neunter immerhin zwei WM-Punkte, 12,3 Sekunden hinter Daniel Ricciardo (Renault) und 2,1 Sekunden vor Sainz. Kimi Räikkönen (Alfa Romeo) wurde 16., und zwar mit Fünf-Sekunden-Strafe. Irritiert von den freien Haas-Plätzen stellte er sich am Grid in die falsche Startbox.

 

Foto: Mark Sutton / Motorsport Images

George Russell wurde 18., Nicholas Latifi (fünf Sekunden Strafe wegen unsicherer Freigabe), der einen super Start erwischt hatte, 19. Williams scheint im Rennen weiterhin nicht so konkurrenzfähig zu sein wie auf eine Runde. Pierre Gasly (AlphaTauri) schied aus. Obwohl sein Honda-Motor über Nacht gewechselt worden war, endete sein Rennen mit einer Rauchwolke an der Box.

Hamilton der große Favorit auf den siebten WM-Titel

Was bleibt, ist der Eindruck, dass Lewis Hamilton drauf und dran ist, Michael Schumachers sieben WM-Titel einzustellen. "Lewis fährt so gut wie noch nie", findet Formel-1-Experte Johnny Herbert. "Der Einzige, der halbwegs mit ihm mithalten kann, ist Max. Aber der braucht von Red Bull dringend ein besseres Auto, wenn er eine Chance haben will."

Mercedes scheint langsam zu dämmern, dass der W11 eine echte Waffe ist: "Das Auto ist sehr fahrbar, hat viel Leistung und viel Anpressdruck", weiß Teamchef Toto Wolff, warnt aber vor Red Bulls RB16: "Es ist ein gutes Rennauto. Sie treffen nur den 'Sweetspot' nicht immer. Aber wenn das Auto im 'Sweetspot' ist, ist es richtig schnell."

Nach drei Rennen hintereinander legt die Formel 1 nun ihre erste Pause in der Saison 2020 ein. Weiter geht's mit den nächsten beiden "Geisterrennen" in Silverstone am 2. und 9. August und dem Grand Prix von Spanien in Barcelona am 16. August.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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