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Formel 1 USA 2019: Eine Runde reicht - Bottas holt Pole in Austin!

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Formel 1 USA 2019: Eine Runde reicht - Bottas holt Pole in Austin!
Autor:
02.11.2019, 22:06

Weil Lewis Hamilton patzt und Sebastian Vettel Tausendstel-Pech hat, steht Valtteri Bottas beim Grand Prix der USA in Austin auf Pole-Position

Valtteri Bottas (Mercedes) hat sich beim Grand Prix der USA in Austin, Texas, die elfte Pole-Position seiner Karriere geholt. Und das durchaus überraschend. Denn nachdem sein Teamkollege Lewis Hamilton den Freitag und Max Verstappen (Red Bull) das Abschlusstraining dominiert hatte, hatte den Mercedes-Fahrer kaum jemand auf dem Schirm.

Für Mercedes war es die neunte Pole der Saison (gleich viele wie Ferrari), aber die erste nach der Sommerpause. "Es ist schön, wieder auf Pole zu stehen. Ich habe das schon vermisst", lächelt Teamchef Toto Wolff. Bottas erzielte in seinem ersten Q3-Run eine Bestzeit von 1:32.029 Minuten - und verwies damit Sebastian Vettel (Ferrari) um 0,012 Sekunden auf Platz zwei.

 

"Eine Hundertstel kannst du immer wo finden", grinst der Deutsche, der aber insgesamt nicht unzufrieden ist. Nach der ersten Q3-Runde hatte er Steigerungsmöglichkeiten geortet - aber als er in der Kurve ankam, in der er noch Luft nach oben witterte, hatte er auf der Stoppuhr bereits zu viel Rückstand.

Hamilton hatte auf seiner ersten Runde mit zwei kleinen Fehlern drei Zehntelsekunden verloren. Seine zweite Runde begann mit einem guten ersten Sektor - letztendlich brach er den Versuch aber ab. "Er hat eine andere Linie probiert. Das hat nicht funktioniert. Er hat versucht, was Valtteri macht. Das in letzter Minute zu ändern ist vielleicht nicht richtig", meint Wolff.

"Das hatte nichts mit dem Auto zu tun. Ich habe meine Runden einfach nicht zustande gebracht", ärgert sich Hamilton. Am Sonntag kann er trotzdem mit einem achten Platz Weltmeister werden - selbst dann, wenn Bottas mit schnellster Runde gewinnen sollte. "Aber daran will ich jetzt gar nicht denken", winkt der fünfmalige Austin-Sieger ab.

 

Bottas fand seine Pole-Runde in einer ersten Boxenfunk-Reaktion jedenfalls "cool". Dabei hatte er am Freitag noch über zu wenig Peak-Power auf den Geraden geklagt: "Gestern war schwierig. Da haben mit meinem Auto einige Dinge noch nicht gestimmt. Aber das konnten wir heute Morgen aussortieren", berichtet er.

Bereits in Q2 wäre Hamilton auf einer eigentlich belanglosen Out-Lap beinahe mit Verstappen (Red Bull) kollidiert. Die Rennleitung untersucht den Zwischenfall noch. Verstappen lieferte ungeachtet dessen eine starke Leistung ab.

Helmut Marko hatte im 'ORF' schon vermutet: "Wir sind mit der Abstimmung ganz gut unterwegs. Wir haben eine gute Balance zwischen schnellen und langsamen Kurven. Ich glaube, wir haben eine Chance auf die Pole." Letztendlich fehlten nur 0,067 Sekunden auf Bottas.

Verstappen fuhr im zweiten Q3-Run absolute Bestzeit im dritten Sektor, hatte sich aber im ersten Sektor schon zu viel Rückstand eingefangen. Trotzdem ist er zufrieden: "Auf dieser Strecke so konkurrenzfähig zu sein, ist ein sehr gutes Ergebnis für uns. Normalerweise sind wir im Rennen sehr stark."

 

"Im Vergleich zum Vorjahr", sagt er, "waren wir diesmal im Qualifying viel besser." Und das ist ein gutes Omen: 2018 fuhr Verstappen vom 18. auf den zweiten Platz - nicht auszudenken, was möglich ist, wenn er von P3 startet.

Vierter wurde Charles Leclerc - nach einem fast gänzlich verpassten Abschlusstraining eine starke Leistung. An seinem Ferrari war zu Mittag ein Öl-Leck aufgetreten. "Ich glaube, ich bin der Einzige, der sich in der zweiten Q3-Runde verbessern konnte. Was zeigt, dass mir ein bisschen Training gefehlt hat", seufzt er.

Alexander Albon (Red Bull) erfüllte mit Platz sechs das Plansoll - aber auch nicht mehr. "Ich hatte einen Fehler auf meiner letzten Runde. Hat zwei, drei Zehntel gekostet. Sonst wäre ich vielleicht vor Lewis gewesen", analysiert der Thailänder.

 

Auf den weiteren Top-10-Positionen reihten sich Carlos Sainz, Lando Norris (beide McLaren), Daniel Ricciardo (Renault) und Pierre Gasly (Toro Rosso) ein. Nico Hülkenberg scheiterte als Elfter diesmal knapp am Q3-Einzug, hat im Rennen aber immerhin freie Reifenwahl.

Bis zur zweiten Zwischenzeit lag der Deutsche praktisch zeitgleich mit seinem Teamkollegen Ricciardo; im dritten Sektor büßte er dann aber noch zwei Zehntelsekunden ein. Damit belegte er zunächst den zwölften Platz.

Daraus wurde im Nachhinein P11, weil Daniil Kwjats schnellste Runde gestrichen wurde. Der Toro-Rosso-Pilot hatte in Kurve 19 die "Track-Limits" missachtet und fiel auf Rang 13 zurück. Ebenfalls in Q2 out: die beiden Haas-Piloten und Lance Stroll (14./Racing Point).

Bereits in Q1 war es dramatisch zugegangen. Gegen Ende wurde die Strecke so rasant schneller, dass Norris auf P1 und Gasly auf P4 fuhr. Hinten blieben die ganz großen Überraschungen trotzdem aus: Neben den beiden Williams und Sergio Perez (Racing Point/Boxengassen-Start) erwischte es die beiden Alfa Romeos (Giovinazzi um 0,143 Sekunden schneller als Räikkönen).

Die Norris-Bestzeit in Q1 war übrigens statistisch gesehen bemerkenswert, denn zum ersten Mal 2019 ging ein Q-Segment nicht an Mercedes, Ferrari oder Red Bull. Letztmals war das Felipe Massa 2016 auf Williams gelungen, mit Q1-Bestzeit beim Grand Prix von Belgien.

 

Ganz überraschend kam die starke McLaren-Performance übrigens nicht. Bereits im Abschlusstraining hatte sich Norris den dritten und Sainz den siebten Platz gesichert. McLaren schien am Samstag zu helfen, dass im ersten Sektor Gegenwind herrschte. Plötzlich hatte das Auto unerwartet viel Grip in den schnellen Kurven.

Die Startaufstellung für den Grand Prix der USA

Das Rennen in Austin beginnt am Sonntag um 20:10 Uhr. Der Live-Ticker von Motorsport-Total.com startet um 19:45 Uhr. Mercedes-Chef Wolff schreibt den angehenden Weltmeister Hamilton im Kampf um Platz eins noch nicht ab: "Mit einer aggressiven Strategie kann er immer noch um den Sieg fahren."

Die Top 5 starten allesamt auf Medium; nur Albon hat sich in Q2 für den Soft entschieden. Vettel hofft, aber, auf den ersten Metern im Vorteil zu sein - vielleicht sogar, weil er eben nicht auf Pole, sondern auf P2 steht: "Nach innen ist mein Weg kürzer als der von Valtteri", grinst er beim Blick in Richtung erste Kurve ...

Mit Bildmaterial von LAT.

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