Formel 1 will Sprints verdoppeln - doch ein Detail gibt Lewis Hamilton zu denken
Die Formel 1 plant, die Anzahl der Sprint-Rennen zu verdoppeln: Was die Fahrer dazu sagen und warum Lewis Hamilton beim Rennformat "eine dritte Variante" wünscht
Die Anzahl der Sprint-Rennen soll künftig verdoppelt werden
Foto: LAT Images
Die Formel 1 denkt offen darüber nach, die Zahl der Sprintrennen von aktuell sechs auf künftig zwölf pro Saison zu verdoppeln. Ein Vorstoß, der nicht nur bei den Fans, sondern auch im Fahrerlager auf spürbare Zustimmung stößt. "Ich persönlich liebe die Sprint-Wochenenden", sagt Ferrari-Star Lewis Hamilton.
"Ich bin ja schon lange dabei und erinnere mich noch gut daran, dass wir nur die normalen Wochenenden hatten, und das war etwas eintönig", blickt der Rekordweltmeister auf die vergangenen Jahre zurück. Die Sprintrennen wurden zur Saison 2021 eingeführt, zunächst allerdings nur an drei Rennwochenenden.
Inzwischen sind es bereits sechs Sprint-Events pro Jahr, Tendenz steigend. Eine zeitnahe Ausweitung gilt als wahrscheinlich, doch die Fahrer warnen vor einer Übertreibung. "Mir gefällt der Wechsel zwischen den beiden Formaten", sagt Hamilton und unterstreicht damit, dass ihm das klassische Rennwochenende weiterhin wichtig ist.
"Ich glaube nicht, dass man das jedes Wochenende haben möchte, aber gegen eine Verdopplung der Rennen hätten wir nichts einzuwenden", erklärt Mercedes-Pilot George Russell und signalisiert damit seine Zustimmung für zwölf Sprints pro Jahr. "Ehrlich gesagt macht es mir Spaß."
Sprintformat "eine Herausforderung für die Fahrer"
"Die Rennen in der Vergangenheit waren eher eintönig, aber was wir heute Morgen gesehen haben, war wirklich unterhaltsam", sagt der Brite mit Blick auf den Sprint in China. "Und ich denke, diese neuen Autos können, egal ob die Reifen schon stark abgefahren sind oder nicht, richtig gute Rennen bieten."
Hinzu kommt, dass die Sprint-Wochenenden "eine sehr gute Herausforderung für die Fahrer sind, weil man schnell auf Touren kommen muss, da es ja nur eine Session gibt", erinnert Mercedes-Youngster Kimi Antonelli an das einzige Training am Freitag.
"Für das Team ist es vielleicht nicht das beste Format, weil die Ingenieure gerne Daten analysieren und das Auto verbessern wollen, aber ich finde es ein cooles Format", meint der 19-jährige Italiener. "Es ist ja schließlich das ganze Wochenende über viel los, mit zwei Qualifyings, einem kurzen und einem langen Rennen."
"Und wie ich schon sagte, ist es ein sehr gutes Zeichen für die Fahrer, weil man schnell auf Touren kommen und sofort konzentriert sein muss", ergänzt der Mercedes-Pilot, der eine klare Meinung vertritt: "Ich finde das Format eigentlich gar nicht schlecht. Mir gefällt es sogar."
Lewis Hamilton fordert "eine dritte Variante"
Dennoch sieht Hamilton weiteres Entwicklungspotenzial. "Ich finde, seit es die Sprint-Wochenenden gibt, haben wir sie nicht weiterentwickelt, und wir sollten überlegen, wie es weitergehen könnte", gibt der Ferrari-Pilot zu bedenken. "Vielleicht gibt es ja eine dritte Variante für die Saison."
Was ihm dabei vorschwebt? "Zum Beispiel mit mehr Qualifyings", grübelt Hamilton und denkt dabei "besonders an Austragungsorte wie Monaco, ein wunderschöner Ort, der schönste Ort für uns, aber das Rennen dort ist immer das langweiligste, weil es immer das gleiche Format ist."
"Ich weiß nicht, ob es für dieses Wochenende ein anderes Format gäbe, um mehr aus diesem fantastischen Ort, dem Fürstentum, herauszuholen." Der Versuch der Formel 1, mit zwei Pflicht-Boxenstopps für mehr Spannung zu sorgen, war im Vorjahr gescheitert.
Für diese Saison wurde die Regel deshalb wieder gestrichen, doch Hamilton bleibt bei seiner Forderung: "Ich denke, wir müssen kreativ werden, anstatt einfach nur mehr Sprint-Wochenenden zu veranstalten", betont der siebenmalige Weltmeister.
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