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Formel-3-Betrugsvorwürfe gegen Mick Schumacher: "Waren nicht angemessen"

Bis heute fragen sich einige Leute, ob bei Mick Schumacher Formel-3-Titel alles mit rechten Dingen zugegangen ist - Sein damaliger Teamchef wehrt sich gegen Vorwürfe

Formel-3-Betrugsvorwürfe gegen Mick Schumacher: "Waren nicht angemessen"

Mick Schumacher ist in der Formel 1 angekommen. Nach Titeln in der Formel-3-EM und der Formel 2 hat sich der Sohn von Michael Schumacher seinen Platz in der Königsklasse verdient. Allerdings ranken sich bis heute Verschwörungstheorien um Schumachers Titelgewinn in der Formel-3-Europameisterschaft 2018.

Nachdem der damals 19-Jährige in den ersten 14 Saisonrennen lediglich zwei Podestplätze geholt hatte, folgte anschließend mit acht Siegen in den nächsten zwölf Läufen ein deutlicher Leistungsaufschwung. So deutlich, dass einige Beobachter sicher waren, das könne nicht mit rechten Dingen zugegangen sein.

"Diese Kommentare waren nicht angemessen", sagt Schumachers damaliger Teamchef Rene Rosin gegenüber unserer Schwesterpublikation 'GP Racing' aus dem Motorsport Network. Unter anderem Schumachers Titelrivale Daniel Ticktum hatte Schumacher und dem Prema-Team damals indirekt Betrug unterstellt.

"Selbstkritik" eine von Schumachers Stärken

"Wenn jemand die Legalität des Autos oder des Motors angezweifelt hat, dann hätten sie gegen alles mögliche protestieren können. Aber das hat niemand getan", wehrt sich Rosin gegen die Vorwürfe und stellt klar, dass es keine Tricksereien gegeben habe. Vielmehr habe Schumacher einfach seine Einstellung geändert.

"Er kämpfte immer um Spitzenplätze, aber er brachte nie das Ergebnis nach Hause, das er brauchte", erklärt Rosin im Hinblick auf den Saisonbeginn. Schon damals habe Schumacher die nötige Pace gehabt. Nur die Ergebnisse fehlten. Wendepunkt sei der erste Sieg des Deutschen beim 15. Saisonlauf in Spa gewesen.

Danach sei alles "entspannter" gewesen, so Rosin, der berichtet: "Wir haben ihm gesagt: 'Mick, geh es einfach Rennen für Rennen an, denk nicht an die Meisterschaft. Wenn du an die Meisterschaft denkst, dann wird es härter.'" Mit dieser Einstellung legte Schumacher zwischenzeitlich eine Serie von fünf Siegen in Folge hin.

"Den Titel haben wir gewonnen, weil Mick und das Team einen großartigen Job gemacht haben", stellt Rosin klar. Der Titelgewinn und Schumachers Leistungsaufschwung seien darauf zurückzuführen, dass der Deutsche immer dazulernen wolle. "Das ist eine seiner großen Qualitäten: Selbstkritik", berichtet der Prema-Teamchef.

Geschichte wiederholt sich in der Formel 2

"Er ist nicht arrogant oder denkt immer, dass er recht hat", so Rosin über Schumacher, der auch Kritik von außen "akzeptieren" würde. Als amtierender Formel-3-Champion stieg Schumacher anschließend in die Formel 2 auf, wo er erneut für Prema und Rosin an den Start ging - und wo sich die Geschichte wiederholte.

Genau wie in der Formel 3 belegte Schumacher im ersten Jahr in der Serie nur den zwölften Platz in der Meisterschaft, gewann in seiner zweiten Saison dann aber den Titel. "Er ist ein harter Arbeiter", erklärt Rosin und ergänzt: "Er wird so lange arbeiten, bis er alles versteht und überall das Maximum herausholt."

In der Saison 2019 habe er unter anderem eine Menge "Pech" gehabt. "Er hat einfach weitergearbeitet. Wir haben sehr hart zusammengearbeitet, um 2020 zurückzuschlagen", so Rosin, der davon überzeugt ist, dass Schumacher auch in den kommenden Jahren in der Formel 1 erfolgreich sein kann.

"Mit all der Unterstützung von Ferrari und Haas wird er eine tolle Saison haben. Natürlich wird es eine Saison zum Lernen sein. Aber ich bin mir sicher, dass er in der Formel 1 tolle Dinge anstellen wird", so Rosin. Das erste Jahr bei Haas dürfte ohne Frage ein schwieriges werden. Aber daran ist Schumacher ja gewohnt.

Mit Bildmaterial von FIA F3.

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Artikel-Info

Rennserie Formel 1
Fahrer Mick Schumacher
Urheber Ruben Zimmermann