Franz Tost: Kwjat hätte nichts anders machen können

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Franz Tost: Kwjat hätte nichts anders machen können
Autor:
Co-Autor: Adam Cooper
15.04.2019, 07:45

Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost ist enttäuscht, dass sein Schützling Daniil Kwjat von den Kommissaren bestraft wurde - "Hätte Punkte gesammelt"

"Daniils Rennen war leider nicht sehr erfolgreich", muss Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost nach dem Grand Prix von China feststellen. Der Russe war bereits in der ersten Runde in eine Kollision mit den McLaren-Fahrern Lando Norris und Carlos Sainz verwickelt. Dafür bekam Kwjat eine Durchfahrtsstrafe aufgebrummt, die nicht nur ihn selbst sondern auch die Toro-Rosso-Teamführung verärgerte.

"Für mich ist diese Strafe nicht gerechtfertigt", zeigt sich der Österreicher gegenüber 'Motorsport.com' enttäuscht. Die Entscheidung sei für Tost "nicht richtig". Aus seiner Sicht hätte Kwjat in der Situation nicht ausweichen können. "Was hätte Daniil anders machen sollen?", fragt er.

In Kurve 6 war es zu dem Scharmützel zwischen dem Toro Rosso und den McLarens gekommen. Aus Sicht von Tost habe Rookie Norris zu aggressiv auf die Strecke zurückgelenkt, als er von der Ideallinie abkam. Kwjat sei von Sainz hinten getroffen worden, daher wurde der STR14 "destabilisiert".

Tost: Rookie Norris war zu aggressiv

In der Onbord-Aufnahme des Toro Rosso ist allerdings klar zu erkennen, dass Kwjat am Kurvenausgang von Kurve 6 kurz gegenlenken muss. Er korrigiert seine Linie, kommt dadurch allerdings Sainz in die Quere. Der Toro Rosso berührt daraufhin das rechte Vorderrad des Spaniers, weshalb der STR14 plötzlich nach links lenkt - dort fährt Norris gerade zurück auf die Strecke.

 

"Zum gleichen Zeitpunkt ist Norris zurück auf die Strecke gefahren, nachdem er von der Ideallinie abgekommen war. Er hat Daniils vordere, linke Seite des Autos berührt. Meiner Meinung nach hätte Daniil nichts anders machen können. Dennoch haben die Kommissare entschieden, ihm eine Durchfahrtsstrafe zu geben", fasst der Tiroler die Szene aus seiner Sicht zusammen.

Kwjat wurde nicht nur mit der Strafe belegt, sondern bekam auch zwei Strafpunkte. Die Kommissare urteilten: "Er hat die Kontrolle über sein Auto am Ausgang von Kurve 6 verloren und die Autos zu seiner Linken getroffen. Er hat dies selbstverschuldet getan und die Kommissare halten fest, dass er allein an der Kollision Schuld hat."

Kwjat mit Teammanager bei den Kommissaren

Da der Toro-Rosso-Pilot mit der Entscheidung ganz und gar nicht zufrieden war, suchte er die Kommissare nach dem Rennen gemeinsam mit Teammanager Graham Watson auf. "Man kann es nicht ändern, aber Daniil und Graham sind zu den Kommissaren gegangen, um ihnen unsere Meinung mitzuteilen."

Laut dem Russen hätten die vier Rennkommissare im Nachhinein eingesehen, dass sie ihn zu hart bestraft haben. "Und ich teile diese Meinung, weil ich es mir am TV noch einmal angesehen habe mit den Ingenieuren."

Nach einem weiteren Boxenstopp aufgrund einer beschädigten Frontpartie entschied das Team schließlich, das Rennen vorzeitig zu beenden, um Motorleistung zu sparen. Kwjat bekam erst am Freitag einen neuen Honda-Motor eingebaut. "Das war enttäuschend, weil Daniils Rundenzeiten sehr konkurrenzfähig waren und ich bin davon überzeugt, dass er Punkte gesammelt hätte."

Mit Bildmaterial von LAT.

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