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Franz Tost: "Mich interessiert das nicht, ob das ein Werksteam ist oder nicht"

Franz Tost bleibt bei seinem ambitionierten Ziel und erklärt, warum AlphaTauri den "Gratistoken" nicht eingesetzt hat: Mit 2019er-Version "besser bedient"

Franz Tost: "Mich interessiert das nicht, ob das ein Werksteam ist oder nicht"

Franz Tost hat bei der Präsentation des AlphaTauri-Teams für die Formel-1-Saison 2021 ein ambitioniertes Ziel ausgegeben. Den siebten Platz von 2020 zu wiederholen, sagt er, das sei nicht genug - und das, obwohl Pierre Gasly im Vorjahr in Monza sogar einen Grand Prix gewonnen und die Scuderia aus Faenza mit 107 Punkten eine beachtliche Bilanz erzielt hat.

Doch hinter Mercedes, Red Bull, McLaren, Aston Martin, Renault und Ferrari noch einmal Siebter zu werden, würde den Ansprüchen nicht genügen, sagt Tost in einem 38-minütigen Interview, das am Freitag auf dem YouTube-Kanal von Motorsport-Total.com erstausgestrahlt wurde.

"Es muss vorwärts gehen", sagt der Österreicher im Gespräch mit Chefredakteur Christian Nimmervoll (Facebook: "Formel 1 inside mit Christian Nimmervoll"). "Es kann ja nicht sein, dass wir uns mit einem siebten Platz zufriedengeben. Mich interessiert das nicht, ob das ein Werksteam ist oder nicht. Wir müssen einfach besser sein."

Und Grund zum Optimismus sieht Tost genug. Pierre Gasly sei bei AlphaTauri wieder aufgeblüht, erklärt er; Yuki Tsunoda sei von den drei Rookies, die 2021 in die Formel 1 aufsteigen, vielleicht der beste; und Motorenlieferant Honda habe fürs letzte Jahr vor dem werksseitigen Ausstieg noch einmal ordentlich nachgelegt.

"Das ist ein komplett neuer Motor, der wirklich toll aussieht", sagt Tost. "Ich habe mir den Motor genau angesehen. Man hat da wirklich sehr viel Detailarbeit absolviert, und man hat die Teile wirklich sehr gut verpackt. Damit meine ich an die richtigen Positionen gebracht, was die Gewichtsverteilung betrifft und so weiter. Ich erwarte mir da eine sehr gute Leistung."

Für viele überraschend war allerdings, dass AlphaTauri über den Winter darauf verzichtet hat, ohne Einsatz eines Token (also quasi "gratis") von der 2019er- auf die 2020er-Hinterachse von Red Bull upzudaten. Ein Schlupfloch im Reglement, das zum Beispiel Aston Martin als Kundenteam von Mercedes sehr wohl ausgenutzt hat.

"Wir haben von Red Bull die komplette Hinterachse. Aber nicht vom letzten, sondern vom vorletzten Jahr", erklärt Tost. Das Update hätte man gratis haben können, aber das "wollten wir nicht. Weil Red Bull ja letztes Jahr einige Probleme hatte und das uns auch so mitgeteilt wurde. Wir sind mit der Version besser bedient, die Red Bull 2019 verwendet hat."

"Wir haben die gesamte Hinterradaufhängung, das Getriebe, die Hydraulik, Teile der Vorderradaufhängung von Red Bull Technology - alles, was im Rahmen des Reglements erlaubt ist. Von der mechanischen Seite sind das vielleicht 70, 80 Prozent. Alles andere, die Aerodynamik, ist hundertprozentig von uns. Da ist ja nichts erlaubt."

Ein Modell, das ähnlich funktioniert wie zwischen Aston Martin und Mercedes oder Haas und Ferrari. Für AlphaTauri ein großer Vorteil, wie Tost sagt: "Je mehr wir von Red Bull Technology bekommen, umso besser sind wir. Weil Red Bull Technology ganz einfach ein wesentlich höheres Level hat auf der technischen Seite."

Mit Bildmaterial von Motorsport Network.

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Teams AlphaTauri
Tags franz tost
Urheber Christian Nimmervoll