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Foto: Getty Getty

Der ehemalige Formel-1-Pilot David Coulthard hat die Fans dazu aufgerufen, dem neuen Reglement erst einmal eine faire Chance zu geben, bevor sie sich ein endgültiges Urteil erlauben. Die Saison 2026 markiert den Beginn einer völlig neuen Ära in der Königsklasse. Doch bisher fallen die Reaktionen im Fahrerlager und auf den Tribünen eher gemischt aus.

Während Kritiker vor allem das "künstliche" Überholen, das sogenannte "Superclipping" und das extreme Energiemanagement der Piloten bemängeln, feierten andere den packenden Saisonauftakt in Australien - allen voran das intensive Duell zwischen George Russell und Charles Leclerc um die Führung.

Die Zahlen sprechen dabei eine deutliche Sprache: Das Rennen in Melbourne bot stolze 120 Überholmanöver, verglichen mit gerade einmal 45 im Vorjahr 2025.

High-End-Kunde frustriert

In einer Episode des Podcasts Up To Speed berichtete Coulthard von einer Begegnung am Flughafen nach dem Saisonstart, die den aktuellen Zwiespalt verdeutlicht. "Ich stand bei der Passkontrolle bei der Ausreise aus Australien hinter einem Mann, der sogar noch älter war als ich. Er sagte: 'Ich bin fertig mit der Formel 1. Ich besuche sechs Grands Prix pro Jahr, besitze alle Ferrari-Modelle und warte auf die Auslieferung meines RB17' - ein Auto für fünf Millionen Pfund", so Coulthard.

"Wir reden hier also von einem echten High-End-Kunden. Und er sagte: 'Ich will keine Manager sehen, ich will Rennfahrer sehen.' Ich antwortete ihm: 'Okay, ich verstehe Sie, aber geben wir der Sache doch etwas Zeit.'"

Aus seiner eigenen Perspektive kann der Schotte der neuen Ära durchaus Positives abgewinnen. "Wenn ich mir das Ganze aus meiner Sicht anschaue, habe ich die ersten Runden des Grand Prix wirklich genossen. Es gab Überholmanöver und direkte Konter. Die Fahrer mussten erst herausfinden, wie sie die Werkzeuge, die ihnen zur Verfügung stehen, am besten einsetzen. Aber war das nicht schon immer so?"

Braucht die Formel 1 mehr Zeit?

Der Vize-Weltmeister von 2001 zieht einen historischen Vergleich: "Als Cosworth mit dem DFV-Motor kam, wurden die Regeln der Formel 1 neu geschrieben. Wer diesen Motor nicht hatte, konnte es im Grunde vergessen. Deshalb denke ich, wir müssen geduldig sein."

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Laut dem Schotten werden sich die Top-Talente ohnehin anpassen: "Die besten Fahrer werden immer in der Lage sein, die verfügbaren Mittel optimal zu nutzen. Ich glaube, wir sehen da gerade einige interessante Taktiken. Mercedes hat seinen Kundenteams die Informationen [über den Antrieb] vermutlich erst recht spät zukommen lassen. Warum auch nicht? Sie sind nicht im Geschäft, um McLaren oder andere Kunden gewinnen zu lassen."

Coulthards Fazit vor dem mittlerweile absolvierten zweiten Saisonlauf in China: "Wie wir wissen, ändern sich die Dinge in der Formel 1 schnell. Lassen Sie uns dieses Gespräch in sechs Monaten noch einmal führen."

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