FT2 Spa: Verstappen-Steine und Gasly-Unfall sorgen für Rot!
Kimi Antonelli holte sich die Bestzeit am Freitag in Belgien - Zweimal musste die Session unterbrochen werden, wobei einmal Max Verstappen der Auslöser war
Pierre Gasly sorgte mit seinem Unfall für die Schrecksekunde des Tages
Foto: circuitpics.de circuitpics.de
Nachdem Mercedes in der ersten Session noch nicht weit vorne zu finden war, wendeten die Silberpfeile im zweiten Training in Spa-Francorchamps (Formel 1 2026 live im Ticker verfolgen) am Nachmittag das Blatt und holten sich die Bestzeit.
In einer von zwei roten Flaggen unterbrochenen Session fuhr WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli eine Zeit von 1:45.944 Minuten und war damit knapp zwei Zehntelsekunden schneller als Lando Norris, der im McLaren Rang zwei belegte.
Erst dahinter kamen die beiden Schnellsten der ersten Session: Max Verstappen (Red Bull) war als Dritter bereits eine knappe halbe Sekunde zurück, Lewis Hamilton (Ferrari) fehlten bereits siebeneinhalb Zehntel, was dennoch zu Rang vier reichte.
Hamiltons Teamkollege Charles Leclerc war mit 1,5 Sekunden Rückstand sogar nur auf Rang elf zu finden, während Oscar Piastri nach seinem Hydraulikdefekt in der ersten Session nur elf Runden zum Fahren kam und hinter Isack Hadjar (Red Bull) Sechster wurde.
George Russell (8.) fehlten auf seinen Teamkollegen sogar 1,3 Sekunden, sodass er sogar hinter Franco Colapinto (7./Alpine) landete. Wie so häufig belegten die beiden Racing Bulls von Arvid Lindblad und Liam Lawson die hinteren beiden Top-10-Positionen.
Nico Hülkenberg wurde in seinem Audi mit 2,4 Sekunden Rückstand nur 17. Das große Sorgenkind waren wieder einmal die Aston Martins, denen mehr als fünf Sekunden auf die Spitze fehlten - 1,5 Sekunden waren es zu Cadillac.
Die Session musste durch zwei rote Flaggen unterbrochen werden: Erst musste die Strecke von Kies gesäubert werden, den Max Verstappen aufgewirbelt hatte, später gab es einen Unfall von Pierre Gasly.
Das Wichtigste in aller Kürze:
Ergebnis: 2. Freies Training in Spa-Francorchamps
Fotos: Grand Prix von Belgien 2026
F1-Ticker: Paddock live mit Ruben Zimmermann
Warum gab es die erste rote Flagge?
Nach zwölf Minuten wurde dem Treiben plötzlich ein Ende bereitet. Ein stehendes oder verunfalltes Auto war jedoch nicht der Grund dafür, stattdessen musste die Strecke vom Kies befreit werden.
Der (Mit-)Schuldige: Max Verstappen. Der Niederländer war auf einer schnellen Runde in Kurve 14 etwas weit rausgekommen und hatte dabei eine Menge Steine auf den Asphalt geschaufelt, der erst einmal beseitigt werden musste.
Nach einer kurzen Pause von rund fünf Minuten konnte es aber regulär weitergehen.
Warum gab es die zweite rote Flagge?
Eine Viertelstunde vor Schluss gab es den ersten größeren Einschlag des Wochenendes. Pierre Gasly rollte plötzlich ohne Heckflügel und mit abgeknicktem rechten Hinterrad über die Strecke und parkte seinen Alpine A526 zwischen den Kurven 14 und 15.
Der Franzose war am Ausgang von Kurve 13 etwas in den Kies gekommen und rausgezogen worden. Zuvor hatte er kurz gegenlenken müssen, weswegen ihm der Platz auf der Strecke ausging. Gasly touchierte mit der rechten hinteren Fahrzeugseite die Streckenbegrenzung und drehte sich daraufhin noch einmal. Er blieb zum Glück unverletzt.
"Ich habe es einfach aus dem Nichts verloren", funkte Gasly an sein Team. "Ich muss das Heck verloren haben."
"Wir müssen einfach aufarbeiten und verstehen, was im zweiten Training passiert ist", erklärt er nach der Session. "Das Auto ist stark ausgebrochen, und es hat einfach viel länger gedauert, das Auto wieder abzufangen. Als ich es wieder unter Kontrolle hatte, war ich schon von der Strecke abgekommen und konnte nicht mehr zurück auf die Strecke fahren."
"Das war nicht das Ende des Tages, das wir uns gewünscht haben, aber ja, ich bin mir sicher, dass die Jungs das Auto für morgen wieder hinbekommen, und wir werden uns darauf konzentrieren, morgen in die Top 10 zu fahren", so Gasly.
Was sagen die Longruns?
Durch die rote Flagge in der Schlussphase fielen die Longruns in Belgien diesmal ziemlich kurz aus. Mercedes und Red Bull hatten von den Topteams davor noch die meisten Runden drehen können. Antonelli war mit durchschnittlich 1:51,5 Minuten der schnellste der Spitzenfahrer, gefolgt von Verstappen, der mit 1:51,8 Minuten drei Zehntel langsamer war.
Russell fehlte ein weiteres Zehntel auf Verstappen, während Hadjar diesbezüglich einiges hinterher hing - wobei unterschiedliche Stintlängen gefahren wurden. Mercedes fiel zudem erneut durch einen besseren Reifenverschleiß im Gegensatz zu Red Bull auf.
Bei Ferrari sah die erste Runde ganz gut aus, allerdings kann man ihren Longrun durch die fehlende Distanz kaum bewerten. Somit gibt es vor dem Samstag und dem Sonntag noch einige Fragezeichen zu klären.
Was war bei Max Verstappen los?
Der Niederländer beklagte sich während der Session über die Schaltvorgänge in seinem RB22. "Meine Güte, diese verdammten Schaltvorgänge", schimpfte er am Funk. "Unglaublich, man. Warum sind die so schlecht? Das ist inakzeptabel."
Allerdings schienen sich die Wogen nach der Session schnell geglättet zu haben: "Ich reagiere bei solchen Dingen immer sehr empfindlich, weil ich daran arbeiten und es verbessern will", sagt er auf die Probleme angesprochen.
"Ich glaube, es gab ein Software-Update oder -Downgrade, wodurch es ein bisschen gedauert hat, bis die Schaltvorgänge eingelernt waren, und am Ende wurde es dann auch wieder etwas besser."
Generell habe er keine Probleme mit dem Auto gehabt: "Das Auto lag in einem recht guten Fenster. Im zweiten Freien Training sieht man wahrscheinlich noch ein bisschen mehr den tatsächlichen Abstand, aber das ist nichts Schockierendes oder Unerwartetes", so der viermalige Weltmeister. "Von der Balance her war es ganz okay."
Warum war der Abstand zwischen Antonelli und Russell so groß?
Am Ende waren es knapp 1,3 Sekunden, die zwischen Kimi Antonelli und seinem Teamkollegen George Russell lagen, der den Tag nur auf Rang acht abschloss. Mercedes' leitender Renningenieur Andrew Shovlin versucht zu erklären, wo der große Unterschied herkam.
"Es war keine großartige Runde von George, aber es war eben auch nur eine einzige Runde", sagt er. Wenn die nicht gut läuft, sieht es direkt so aus, als liege man abseits der Pace. Aber er hatte das Gefühl, dass die Reifen zu Beginn der Runde noch nicht bereit waren, was zu einem kleinen Zeitverlust führt."
"Es gibt ein paar Kurven, in denen er das Gripniveau wohl etwas unterschätzt hat, aber angesichts des ersten Trainings, das wir hatten, ist das keine große Überraschung. Es gibt ein paar Dinge, an denen er arbeiten muss, aber wir können im Datensatz vieles von dem sehen, worauf wir hinarbeiten müssen, und ich bin mir ziemlich sicher, dass er morgen voll da sein wird."
Wie bewertet McLaren sein Heckflügel-Update?
McLaren hat in Spa einen neuen Heckflügel im Einsatz, der ein Vorgriff auf das Paket sein soll, das am kommenden Wochenende in Ungarn zum Einsatz kommen soll. Dabei handelt es sich nicht um den Macarena-Flügel, den man in Österreich ausprobieren wollte, bevor man das Experiment auf unbestimmte Zeit verschoben hatte.
Im zweiten Training war der Flügel an beiden Autos befestigt, nachdem man im ersten Training zuvor noch unterschiedliche Varianten hatte. Das Fazit: "Wir waren zufrieden, dass er die Leistung erbracht hat, die wir uns davon versprochen hatten, und wir haben es für das zweite Training und natürlich auch für die kommenden Sessions übernommen", sagt Engineering-Technikchef Neil Houldey.
"Mit diesem Upgrade sind wir also durchaus zufrieden. Es sind Kleinigkeiten, aber natürlich zählt jedes Detail."
Was sagt Nico Hülkenberg nach Platz 17?
Nico Hülkenberg hatte mit den Spitzenrängen am Freitag nichts zu tun. Der Audi-Pilot wurde mit 2,4 Sekunden Rückstand nur 17. und lag vier Zehntel hinter Teamkollege Gabriel Bortoleto. "Die Top 10 sind vielleicht ein bisschen weiter weg als bei den letzten Malen", muss der Deutsche eingestehen.
Trotzdem spricht er von einem interessanten Tag in Spa: "Wir haben verschiedene Dinge mit den Autos ausprobiert und die Sessions ziemlich aufgeteilt. Ich denke, da gibt es einige interessante Lehren, die wir über Nacht ziehen müssen - alles verarbeiten und dann das bestmögliche Paket und Auto für morgen hinstellen."
"Ich denke, es wird an diesem Wochenende hier wahrscheinlich etwas schwieriger", meint er, "aber mal sehen, was wir morgen ausrichten können."
Ärger bekam Hülkenberg aber noch, weil er in der ersten Session zu schnell unter doppelter gelber Flagge war. Hülkenberg hatte beim ausrollenden Piastri nicht ausreichend verzögert, was ihm eine Verwarnung der Kommissare einbrachte.
So geht es weiter beim Grand Prix von Belgien 2026
Der Formel-1-Samstag (18. Juli) in Spa-Francorchamps beginnt um 12:30 Uhr mit dem dritten und letzten Freien Training. Um 16 Uhr folgt dann das Qualifying für das Rennen am Sonntag. Kevin Scheuren und Stefan Ehlen melden sich ab 21 Uhr im Livestream auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de und besprechen alle wichtigen Themen zur Qualifikation.
Am Sonntag (19. Juli) ist der Rennstart in Spa-Francorchamps für 15 Uhr angesetzt. Um 20 Uhr starten Kevin Scheuren und Stefan Ehlen ihre Grand-Prix-Analyse, um pünktlich vor dem Beginn des WM-Finales zwischen Spanien und Argentinien fertig zu sein. Wie immer können Kanalmitglieder live ihre Fragen stellen.
Alle Informationen zu Streams und TV-Sendungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz entnehmen sie bitte unserer aktuellen Übersicht. Details zur Wetterprognose finden sie in unserer Vorschau.
Nach Spa geht es unvermittelt mit dem Großen Preis von Ungarn am kommenden Wochenende weiter. Anschließend folgt die Sommerpause mit drei rennfreien Wochenenden in Folge. (Hier den Rennkalender 2026 einsehen!)
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