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Für neue Motorenregeln: Werden einige F1-Rennen 2027 kürzer?

Um die anvisierten Änderungen am Motorenreglement vorzunehmen, plant die FIA einen Kompromiss, der die Verkürzung einiger Rennen vorsehen würde

Für neue Motorenregeln: Werden einige F1-Rennen 2027 kürzer?

Werden 2027 einige Runden weniger gefahren werden?

Foto: Motorsport

Werden einige Formel-1-Rennen im kommenden Jahr verkürzt werden, um die anvisierten Änderungen am Motorenreglement für 2027 durchzusetzen? Aktuell versucht die FIA unter Hochdruck, einen Kompromiss mit den Formel-1-Teams auszuhandeln, um auf die derzeitigen Regelprobleme zu reagieren - und das könnte auf Kosten einiger Runden passieren.

Es herrscht allgemeine Einigkeit darüber, dass grundlegendere Hardware-Änderungen erforderlich sind, um das aktuelle Reglement in die richtige Richtung zu lenken. Konkret geht es um eine Verschiebung hin zu einer 60-40-Aufteilung zwischen Verbrennungsleistung und elektrischer Energie.

Doch während die FIA Anfang des Monats bekannt gab, dass es eine "grundsätzliche Einigung" mit den Motorenherstellern gibt, diese Änderungen für 2027 umzusetzen - hauptsächlich durch die Erhöhung des Kraftstoffdurchflusses und die Reduzierung der Energieabgabe -, ist dieser Plan seitdem aufgrund praktischer und politischer Hindernisse ins Stocken geraten.

Es ist bekannt, dass Audi, Ferrari und Honda gegen den ursprünglichen Vorschlag der FIA gestimmt haben, womit die für eine schnelle Umsetzung von Hardware-Änderungen erforderliche Supermehrheit deutlich verfehlt wurde.

Haas warnt vor hohen Kosten

Das Problem liegt im feineren Detail, wie genau diese 60-40-Aufteilung erreicht werden soll und wann. Dies machte an diesem Wochenende im Fahrerlager des Großen Preises von Kanada zusätzliche Gespräche erforderlich.

Die größte Hürde scheint eher der Zeitpunkt der Änderung zu sein und weniger die vorgeschlagenen Anpassungen selbst. Da die Autoprojekte für 2027 bereits in vollem Gange sind, würde ein erhöhter Kraftstoffdurchfluss und damit ein größeres Tankvolumen mehrere Teams dazu zwingen, ihr Chassis für das nächste Jahr zu ändern.

Eigentlich hatten sie geplant, das aktuelle Design wiederzuverwenden, um Ressourcen zu sparen.

Haas-Teamchef Ayao Komatsu warnt vor Schritten, die die Kosten für die Teams weiter in die Höhe treiben würden - unabhängig davon, ob dies mit einer zusätzlichen Erhöhung der Budgetobergrenze einhergeht oder nicht. "Die Sache, die die FIA und das F1-Management aus Sicht der Teams hören sollten, betrifft die Kosten", sagt er.

"Dieses Motorenreglement ist ohnehin schon so teuer. Wenn das jedes Team zusätzliche fünf oder zehn Millionen kostet, ist das für uns mit Sicherheit die falsche Richtung."

Ein oder zwei Runden weniger

Nun zeichnet sich ein Kompromiss ab, bei dem die FIA für 2027 schrittweise Änderungen einführen würde, die die Teams nicht zu einem Chassis-Wechsel zwingen.

Der Weltverband hat die Motorenhersteller gebeten zu berechnen, ob eine Erhöhung des Kraftstoffdurchflusses ohne drastische Hardware-Änderungen machbar ist - und ob dies eventuell die Notwendigkeit mit sich bringt, die Renndistanzen auf bestimmten, kraftstoffintensiven Strecken zu verkürzen, um das Ziel zu erreichen.

Den Berechnungen nach könnte dieser Kompromiss wohl gelingen, indem man die Grand-Prix-Distanz auf etwa vier Strecken im Kalender um ein oder zwei Runden verkürzt. Unterstützt würde dies dadurch, dass nur noch eine einzige Erkundungsrunde in die Startaufstellung erlaubt wäre.

"Wir haben bereits gesprochen und uns zumindest auf Teamchef-Ebene geeinigt, dass wir uns gezielte Rennen anschauen würden, falls jemand sein Chassis übernehmen möchte und dieses nicht ganz groß genug für ein 310-Kilometer-Rennen ist", sagt Racing-Bulls-Teamchef Alan Permane.

"Nur dort, wo es absolut notwendig ist, würden wir sie um vielleicht ein oder zwei Runden verkürzen und die Runden in die Startaufstellung auf eine begrenzen."

"Wenn das notwendig ist, um einen guten Schritt für den Sport zu machen, dann wäre das eine einfache Lösung", nickt auch Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies bei Sky. Und auch Experte Ralf Schumacher könnte sich diese Lösung gut vorstellen: "Das wäre ja ein super Kompromiss und würde uns allen nicht so wirklich auffallen", so der Deutsche beim Sender.

ADUO weiter im Fokus

Während diese Lösung die unmittelbaren Sorgen bezüglich des Chassis ausräumen würde, gibt es auf der Motorenseite noch offene Punkte beim sogenannten ADUO-System (Additional Development and Upgrade Opportunities) - einem Mechanismus, der es schwächelnden Herstellern ermöglicht, zusätzliche Prüfstandszeit und Budget zu erhalten, um ihre V6-Motoren zu verbessern.

Die FIA möchte ADUO komplett aus den Diskussionen um die 60-40-Aufteilung heraushalten. Sollten jedoch physische Hardware-Änderungen erforderlich werden, bleibt abzuwarten, wie sich das mit bereits bestehenden ADUO-Freigaben überschneiden würde.

Das andere Problem sind die personellen Ressourcen. Die Ingenieure, die mit der Überarbeitung der Motoren auf Basis von ADUO beauftragt sind, wären dieselben, die auch die Hardware-Änderungen für 2027 umsetzen müssten. Es wird angenommen, dass dies der Hauptgrund ist, warum Teams wie Ferrari die Änderungen der FIA zwar an sich unterstützen, eine Verschiebung auf 2028 jedoch für wesentlich machbarer halten.

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