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Für technische Kontroversen: FIA richtet Expertengremium ein

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Für technische Kontroversen: FIA richtet Expertengremium ein
Autor:
Co-Autor: Adam Cooper

Warum der Automobil-Weltverband FIA die Entscheidung über technische Streitigkeiten nicht mehr länger nur den Formel-1-Sportkommissaren aufbürdet

Irgendwann landet der Fall bei den Sportkommissaren. So war es zumindest bisher, wenn sich die Teams uneinig waren über die Auslegung des Formel-1-Reglements. Doch künftig gibt es eine Neuerung bei diesen Abläufen: Der Automobil-Weltverband FIA hat die Einrichtung eines Expertengremiums beschlossen, das eine Beraterrolle einnehmen soll.

FIA-Präsident sagte beim Formel-1-Auftakt in Spielberg in seiner Medienrunde: "Die Sportkommissare verlassen sich auf die Interpretation von unseren Experten, die ihrerseits unter großem Druck stehen. Deshalb haben wir beschlossen, bei wichtigen Interpretationen ein Gremium von drei Experten abzustellen, die sich auf eine Interpretation verständigen oder eben nicht."

Diese Aufstellung wiederum nehme Druck von den Schultern einer Einzelperson, die sonst habe eine Entscheidung verantworten müssen. "Und: Dieses Gremium kann weitere Experten für Elektronik oder Antriebe hinzuziehen, um zu einer Antwort zu gelangen", erklärt Todt.

Proteste bleiben weiterhin erlaubt

Das Recht, Protest gegen andere Teams und deren technische Lösungen einzulegen, bleibe davon unberührt, meint Todt. In seinen Augen wäre es "nicht angemessen" gewesen, den Formel-1-Rennställen diese Möglichkeit vorzuenthalten.

Todt lobt hierbei explizit, wie transparent Red Bull bei seinem DAS-Protest gegen Mercedes vorgegangen sei. Das Team habe "sehr offen" gearbeitet und die Streitigkeit nicht eskalieren lassen. "Mir ist lieber, dass ein Protest vor der Rennsaison eingereicht wird statt nach Rennende", sagt Todt.

Es brauche allerdings keine permanenten Sportkommissare, um möglichst einheitliche Entscheidungen zu treffen, erklärt der FIA-Präsident weiter. "Wir halten es für die beste Lösung, drei bis vier Expertengruppen zu haben, die jedes Jahr geschult werden."

Zu seiner aktiven Zeit als Formel-1-Teamchef habe er es immer "gehasst", so Todt, "wenn nur ein Experte die ganze Saison begleitet hat. Ich hatte den Eindruck, wenn er einmal gegen ein Team entschieden hat, dann war er immer gegen [dieses Team]." Das aktuelle Formel-1-System mit wechselnden Sportkommissaren sei im Vergleich "weniger kontrovers".

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Urheber Stefan Ehlen