Gabriel Bortoleto: Diesen entscheidenden Nachteil hat Audi
Gabriel Bortoleto erinnert daran, dass Audi in der Formel 1 aktuell noch keine Kundenteams beliefert - Andere Hersteller hätten dadurch einen deutlichen Vorteil
Auch in Miami gab es wieder mehrere Probleme bei Audi
Foto: AFP
Nachdem Gabriel Bortoleto beim Formel-1-Saisonauftakt 2026 Anfang März in Australien Neunter wurde, wartet Audi seit mittlerweile mehr als zwei Monaten auf einen weiteren Punktgewinn. Auch am vergangenen Rennwochenende in Miami gingen Bortoleto und Teamkollege Nico Hülkenberg wieder leer aus.
Das große Problem ist vor allem die Zuverlässigkeit. In Miami habe er beispielsweise "eine gute Pace" gehabt, berichtet Bortoleto und erklärt, dass man ungefähr so schnell wie die beiden Williams-Piloten gewesen sei, die das Rennen auf P9 und P10 beendeten.
Weil Bortoleto allerdings nur von Startplatz 21 in den Grand Prix gegangen war, blieb er als Zwölfter am Ende erneut ohne Zähler. Teamkollege Hülkenberg sah die Zielflagge gar nicht, nachdem er bereits einen Tag zuvor mit einem Defekt nicht am Sprint teilnehmen konnte.
Auch Bortoleto selbst erlebte in China bereits ein Rennen, bei dem sein Audi R26 bereits vor dem Start schlappmachte. In Miami gab es im Qualifying ein weiteres Problem an seinem Boliden, was letztendlich zu seiner schlechten Startposition am Sonntag führte.
Laut dem Brasilianer selbst seien dabei alle Probleme in Miami unterschiedlich gewesen. "Wenn ich ganz ehrlich bin, hatten wir dieses Wochenende viele [Probleme]. Aber keines war wie das andere", betont er. Doch warum schlägt ausgerechnet bei Audi der Defektteufel immer wieder zu?
Mercedes hat sechs Autos mehr als Audi
Bortoleto glaubt, dass die Pannenserie unter anderem mit dem Antrieb zusammenhängt. Denn Audi beliefert 2026 lediglich das eigene Werksteam mit Motoren - und hat damit das gleiche Problem wie Honda, die ausschließlich Aston Martin ausrüsten.
"Wir sind ein neuer Motorenhersteller. Wir haben nur zwei Autos. Es gibt Hersteller, die acht Autos haben. Man kann sich also vorstellen, wie viel mehr man lernen kann, wenn man über eine solche Anzahl an Fahrzeugen verfügt", erklärt er.
Die meisten Teams (acht) rüstet in diesem Jahr Mercedes aus, gefolgt von Ferrari (sechs) und Red Bull (vier). Selbst die Bullen sammeln also doppelt so viele Informationen wie Audi, weil man neben Red Bull Racing auch das Schwesterteam Racing Bulls beliefert.
"Wir haben nur mich und Nico, und manchmal schafft es einer von uns nicht ins Ziel", erklärt Bortoleto den Nachteil, den Audi in dieser Hinsicht hat. Vom Potenzial des eigenen Pakets ist er trotzdem überzeugt. "Also müssen wir einfach Geduld haben", betont er.
In der Weltmeisterschaft ist Williams in Miami an Audi vorbeigezogen. Damit liegt man jetzt nur noch auf Platz neun, dahinter stehen lediglich die beiden bislang noch punktlosen Teams Cadillac und Aston Martin.
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