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Gänsehaut-Momente vor der Webcam: Das war die FIA-Gala 2020!

Corinna Schumacher nimmt einen Ehrenpreis für ihren Michael entgegen, Romain Grosjean dankt Jules Bianchi und vieles mehr: Die Gänsehaut-Momente der FIA-Gala

Gänsehaut-Momente vor der Webcam: Das war die FIA-Gala 2020!

Die FIA-Gala ist normalerweise der glanzvolle Schlusspunkt einer jeden Formel-1-Saison. Das Programm ist jedes Jahr gleich: Am Nachmittag findet eine Pressekonferenz mit allen Motorsport-Weltmeistern statt, und am Abend schmeißen sich Fahrer, Teamchefs, Funktionäre und Journalisten dann in den Smoking, um im festlichen Rahmen fein zu dinieren und zu applaudieren, wenn die Stars ihres Fachs ihren WM-Pokal überreicht bekommen.

Doch im Coronajahr 2020 ist alles anders, und so konnte die Gala am Freitag nicht wie geplant in München stattfinden, sondern die Organisatoren mussten einigermaßen kreativ vorgehen und über Videokonferenzen eine stimmige Show zusammenwürfeln. Nur einige wenige Protagonisten, Corinna Schumacher etwa, waren persönlich in jenem Genfer Hotel, in dem der Abend aufgezeichnet wurde.

Die Moderatorin Nicki Shields und Le-Mans-Legende Tom Kristensen standen da auf der Bühne und führten durch die Preisverleihung. Eine Außenstelle war im Automobilclub von Monaco eingerichtet. Viele Motorsportstars leben in Monte Carlo; insofern war es naheliegend, ihnen unweit von ihrem Wohnort die Möglichkeit zu geben, in einem gehobenen Ambiente in die Webcam zu lächeln.

Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton saß vor einer Trophäenwand in der Mercedes-Fabrik in Brackley - zuerst noch ganz leger während der Pressekonferenz, später dann, dem Anlass angemessen, ganz festlich im schwarzen Anzug.

FIA-Weltmeister von kuriosen Orten zugeschaltet

Da es den Journalisten aufgrund des eng getakteten Zeitplans der Weltmeister-PK nicht wirklich möglich war, mit den Weltmeistern sinnvoll zu sprechen, wie das in den vergangenen Jahren der Fall war, verlagerte sich der Blick auf die unterhaltsamen Details am Rande eines irgendwie bizarren, aber unter den Umständen doch gut gemanagten Saisonabschlusses.

So gab Formel-E-Champion Antonio Felix da Costa seine Weltmeister-PK zum Beispiel via Handy aus dem Flugzeug, was dazu führte, dass er zwischendurch schlecht zu hören war, als der Pilot gerade eine Ansage machte. Oder Rallycross-Weltmeister Johan Kristoffersson, der am Rande eines Tests in voller Sponsorenmontur offensichtlich auf einem Parkplatz seine Ruhe suchte.

 

Valtteri Bottas fand sich gleich zur Pressekonferenz im Automobilclub von Monaco ein, wo er dann auch für die Gala blieb. "Das ist gleich nebenan von wo ich wohne", lächelt er. Und Mercedes-Teamchef Toto Wolff machte von seinem guten Recht Gebrauch, nicht zu verraten, wo er sich gerade aufhält, um seine Batterien aufzuladen.

Verstappen: Geht niemanden was an, wo ich gerade bin!

Max Verstappen reagierte etwas schroff auf unsere Frage, von wo aus denn er gerade zu den Medien spreche. "Willst du auch wissen, was ich heute Nacht mache und in meinen Ferien?", lachte er über die Frage unseres Chefredakteurs. "Magst du mitkommen? Lass es mich wissen. Vielleicht kann ich ja auch ein Video oder Fotos aus meiner Winterpause schicken."

 

Das tat er dann tatsächlich, als er nämlich ein paar Stunden später selbst ein Foto davon twitterte, wie er gerade in Monaco aus seinem weißen Honda-Dienstwagen stieg (ganz sportlich mit rot lackierten Bremssatteln) und genau wie Bottas im dortigen Automobilclub den offiziellen Teil der Gala miterlebte.

Räikkönen: Bei jeder FIA-Gala ein witziger Moment

Die Gala selbst hatte dann mehrere Highlights. Zu denen gehörte - wie könnte es anders sein - Kimi Räikkönen. Der "leicht angeheiterte" Auftritt des "Iceman" vor einigen Jahren in Sankt Petersburg ist Kult unter Formel-1-Fans. 2020 wurde er mit dem Action-of-the-Year-Award ausgezeichnet.

"Jetzt haben sie extra einen neuen Pokal erfunden, damit ich zumindest irgendwas bekomme", wundert sich der Alfa-Romeo-Routinier, nicht wissend, dass die Aktion des Jahres schon seit längerer Zeit ausgezeichnet wird. Grund für die Ehrung war übrigens seine sagenhafte erste Runde beim Grand Prix in Portimao.

Gänsehaut dann beim Ehrenpreis des FIA-Präsidenten Jean Todt, der 2020 gleich in dreifacher Ausführung verliehen wurde. Lewis Hamilton wurde für sein soziales Engagement damit ausgezeichnet. Er war der Treiber hinter der "End-Racism"-Kampagne und hat im Kampf gegen Rassismus die Hamilton-Kommission gegründet.

"Ich war in diesem Sport immer allein. Mir ist nie eine andere schwarze Familie begegnet. Ich bin seit 14 Jahren in der Formel 1, aber in Sachen Diversität hat sich nichts getan", kritisiert er. "Wenn ich die Führer unseres Sports gefragt habe, warum es in der Formel 1 nicht mehr Diversität gibt, konnten sie mir das nicht beantworten."

Daher habe er die Kommission gegründet und mit verschiedenen Aktionen Aufmerksamkeit generiert. Wichtig ist dem 35-Jährigen allerdings, "dass wir nicht nur die symbolischen Gesten machen, die wir das ganze Jahr hindurch gemacht haben, sondern dass wir handeln. Ich bin guter Dinge, dass wir gemeinsam mit der FIA und der Formel 1 etwas bewegen können."

Corinna Schumacher nimmt Ehrenpreis entgegen

Ein weiterer Ehrenpreis wurde an Michael Schumacher verliehen. Für seinen unermüdlichen Einsatz für die Verkehrssicherheitskampagnen der FIA, für sein Mitwirken an der Gründung des ICM (Forschungszentrum für neurologische und psychiatrische Erkrankungen in Paris) und für sein karitatives Engagement.

Stellvertretend genannt wurden Schumachers Spendenfreudigkeit - mehr als 20 Millionen US-Dollar soll er im Laufe der Jahre für wohltätige Zwecke zur Verfügung gestellt haben. Besonders gut in Erinnerung ist noch seine Zehn-Millionen-Spende bei der ZDF-Spendengala für die Tsunami-Opfer in Südostasien.

Zuletzt wurde in seinem Namen die Keep-Fighting-Stiftung gegründet, die sich ebenfalls für karitative Anliegen einsetzt. Zum Beispiel hat die Stiftung 5.000 Helme im Schumacher-Design an ein FIA-Institut gespendet, um Zweiradfahrern in den Entwicklungsländern der Welt Zugang zu leistbaren Helmen zu verschaffen.

 

Weil "Schumi" den Ehrenpreis nicht selbst in Empfang nehmen konnte, tat dies seine Frau Corinna. Es war einer der bewegendsten Momente des Abends, als sie sagte, ihr Michael habe das Rennfahren "einfach geliebt. Dafür brauchte er keinen besonderen Antrieb, sondern das steckte einfach in ihm. Er war immer motiviert, weil er das Rennfahren so sehr geliebt hat.

"Michael hat ein großes Herz für bedürftige Menschen. So denkt er einfach", unterstreicht sie. "Für ihn war es eine Freude, all diese Dinge zu tun. Mit der Keep-Fighting-Foundation wollen wir die Dinge fortführen, die er in die Wege geleitet hat."

Grosjean: "Werde Jules auf ewig dankbar sein"

Für einen weiteren Gänsehaut-Moment sorgte Romain Grosjean, der Überlebende des Feuerunfalls von Bahrain, der von seinem Haus mit einem riesengroßen Headset zugeschaltet war. Im Hintergrund konnte man seine Kinder rumtoben hören - fast so, als wäre der Unfall nie passiert. Dabei sind sich die Experten sicher: Ohne Halo hätte er das nicht überlebt.

Das einzugestehen ist der einstige Halo-Gegner jetzt auch bereit: "Ja, ich war dumm. Jetzt kann ich sagen, dass ich nie wieder ein Rennauto ohne Halo fahren würde. Ich gebe sehr gern zu, dass es falsch war, gegen Halo zu sein. Es ist eine der großartigsten Sicherheitsvorkehrungen, die in die Formel 1 eingeführt wurden. Ohne Halo könnte ich heute nicht hier sein."

Romain Grosjean

Romain Grosjean bedankte sich erneut bei seinen Lebensrettern

Foto: FIA

Er leide noch an den Verbrennungen, sagt er, und die Bilder zu sehen, die in Genf auf der großen Videowall immer und immer wieder ablaufen, "fällt mir sehr schwer". Gleichzeitig mache es ihn aber "stolz", immer und immer wieder jene Helfer zu sehen, die ihm unter Einsatz ihres eigenen Lebens sein Leben gerettet haben.

"Ich kann heute mit meinen Helfern sprechen, und ich kann mich jedes Mal, wenn ich sie treffe, bei ihnen bedanken", so Grosjean - der in jenem Moment auch an Jules Bianchi denkt: "Halo wurde wegen des Unfalls von Jules eingeführt. Ich werde Jules dafür auf ewig dankbar sein. Er hat mein Leben gerettet, gemeinsam mit all den Menschen, die an dem Projekt gearbeitet haben."

Die wichtigsten Ehrungen mit Bezug zur Formel 1:

Formel-1-Weltmeister

Lewis Hamilton (Fahrer)
Mercedes (Konstrukteure)

Ehrenpreis des FIA-Präsidenten

Michael Schumacher
Lewis Hamilton
Ian Roberts, Alan van de Merwe, Scheich Abdulla und die Sportwarte in Bahrain

Persönlichkeit des Jahres

Lewis Hamilton

Rookie des Jahres

Yuki Tsunoda

Aktion des Jahres

Kimi Räikkönen

Formel-2-Meister

Mick Schumacher

Mit Bildmaterial von FIA.

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Artikel-Info

Rennserie Formel 1
Fahrer Michael Schumacher
Urheber Christian Nimmervoll